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Studie: Mehr Tempo, mehr Unfälle

16.08.201012:26 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Studie: Mehr Tempo, mehr Unfälle
Foto: ACE Auto Club Europa
Foto: ACE Auto Club Europa

(openPR) Stuttgart (ACE) 16. August 2010 – Gegen den Trend der vergangenen Jahre haben die durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursachten Verkehrsunfälle mit Personenschaden wieder zugelegt. Mit einem Anteil von 15,1 Prozent rückten sie trotz der im vergangenen Jahr erhöhten Bußgelder auf Rang zwei der Unfallursachen vor, berichtete jetzt der ACE Auto Club Europa, der sich dabei auf Daten des Statistischen Bundesamtes beruft.



Noch weitaus gravierender wirkt sich der zu feste Druck aufs Gaspedal auf die Zahl der Verkehrsopfer aus: Nahezu 40 Prozent der Verkehrstoten starben 2009 bei Unfällen infolge überhöhter Geschwindigkeit, teilte der ACE in Stuttgart weiter mit.

Auch fast 27 Prozent der Schwerverletzten gehen auf das Konto von Rasern. Gemessen an der Einwohnerzahl ereigneten sich die meisten Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit laut ACE-Studie auf den Straßen von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Schleswig-Holstein. Die wenigsten Tempounfälle passierten hingegen in Brandenburg und Berlin.

ACE kritisiert Verkehrspolitik – Europäer sehen überhöhtes Tempo als Problem

Der ACE kritisierte die Verantwortlichen in Bund und Ländern, sie gingen gegen Raserei häufig nur mit „gebremstem Schaum“ vor. Auch hätten sie es seit mehr als einem Jahr versäumt, die dringenden Empfehlungen des Deutschen Verkehrsgerichtstages aufzugreifen und umzusetzen. Das Beratergremium aus Juristen und Verkehrsunfallexperten hatte nach Angaben des ACE unter anderem vorgeschlagen, im Interesse der Unfallverhütung und zur Tempoüberwachung die neue Methode „Section Control“ auf gesetzlicher Grundlage und im Rahmen rechtsstaatlicher Regeln zu erproben. Bei „Section Control“ wird die Geschwindigkeit nicht nur auf einen Punkt hin gemessen, sondern über einen längeren Abschnitt hinweg. Der ACE monierte, Bund und Länder zögerten und verschleppten die geforderte Erprobung, was nicht zu verstehen sei. Der Club wies zudem auf eine von der Europäischen Kommission beauftragten und kürzlich von ihr veröffentlichten Studie hin, wonach 8 von 10 Europäern (78 Prozent), überhöhte Geschwindigkeiten als wesentliches Sicherheitsproblem betrachten.


Tempounfälle: Rheinland-Pfalz unrühmlicher Spitzenreiter

Vor allem junge männliche Verkehrsteilnehmer sind überproportional an unfallträchtigen Temposünden beteiligt. Je älter Fahrer oder Fahrerin, desto sicherheitsbewusster wird offenbar die eigene Geschwindigkeit eingeschätzt. Im Vergleich zum Fahrzeugbestand sind Motorradfahrer deutlich häufiger an Unfällen beteiligt, die auf unangemessenes Tempo zurückzuführen sind.

Beim Blick auf die Unfallzahlen der einzelnen Bundesländer aus dem Jahr 2008 zeigen sich nach Darstellung des ACE gravierende regionale Abweichungen. Gemessen an der Zahl von 1 Million Einwohner ab 14 Jahren passieren in Berlin mit 450 Crashs die wenigsten Tempounfälle. Auch Brandenburg (552) und Niedersachsen (619) liegen mit ihren Unfallraten klar unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 778 Unfällen. Massiv aufs Gas getreten wird dagegen offenbar in Schleswig-Holstein (1.006) und Thüringen (1.148). Unrühmlicher Spitzenreiter bei den Geschwindigkeitsunfällen ist mit 1.272 tempobedingten Unfällen mit Personenschaden pro 1 Million Einwohner ab 14 Jahren das Bundesland Rheinland-Pfalz. Der ACE wollte nicht völlig ausschließen, dass sich bestimmte Besucher des Nürburgrings von der dortigen Rennatmosphäre so sehr animieren lassen, dass deren riskante Nachahmungsversuche später im Crash endeten.


Volkssport Tempo – Flensburg führt Buch

Die Tatsache, dass im Laufe der vergangenen Jahre die Zahl der Tempounfälle massiv zurückgegangen ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zu schnelles Fahren sich offenbar zum Volkssport entwickelt hat. Fast 5,2 Millionen Führerscheinbesitzer waren im Jahr 2009 im Flensburger Verkehrszentralregister eingetragen, weil sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit massiv überschritten hatten.


Höhere Bußgelder für Raser

Der ACE erinnerte an die seit 1. Februar 2009 in Kraft gesetzte Strafverschärfung für Raserei. Wer außerorts mehr als 51 Kilometer pro Stunde (km/h) zu schnell fährt, muss 240 (statt zuvor 150) Euro zahlen, bei 61 km/h sogar 440 (statt 275) Euro. Innerorts wird bei Tempoverstößen die Bußgeldschraube noch um einige Windungen höher gedreht; Geschwindigkeitsverstöße werden hier mit bis zu 680 Euro (statt 425) bestraft, hinzu kommen noch vier Punkte und drei Monate Fahrverbot.
Wer die Autobahnrichtgeschwindigkeit von 130 km/h überschreitet, begeht zwar keine Ordnungswidrigkeit, kann aber bei einem Unfall sich grundsätzlich nicht auf ein „unabwendbares Ereignis“ berufen. Er hat wenigstens einen Teil des fremden und eigenen Schadens selbst dann zu tragen, wenn ihn kein Verschulden trifft, erläuterte der ACE.

Dazu ACE-Infografik zum Download unter www.ace-online.de/grafiken

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