(openPR) Nachhaltigkeit ist gefragt, nicht niedrige Qualitätsstandards
Hannover. „Die Forderung des Arbeitgeberverbandes Pflege nach einer Greencard für ausländische Pflegekräfte ist in Wirklichkeit nichts weiter als ein versteckter Ruf nach gesenkten Anforderungen an die Qualität der Pflege“, betont Angela Willamowius, Geschäftsführerin der AWO Wohnen&Pflegen. Die Arbeiterwohlfahrt beschäftigt sich – wie alle frei gemeinnützigen Träger in der Altenpflege – schon seit langem mit dem immer akuter werdenden Fachkräftemangel in der Pflege. „Gefragt sind nachhaltige Lösungen, die die Qualität sogar noch verbessern und nicht senken“, sagt Axel Plaue, Vorsitzender der AWO Bezirksverband Hannover e.V. „Wer sich in der Vergangenheit vor der Ausbildung gedrückt hat, auch heute die Ausbildung weitestgehend den gemeinnützigen Trägern überlässt, aber bei drohendem Pflegekräftemangel als erstes nach einer Greencard für Billigkräfte schreit, der verhält sich unanständig!“
Deswegen fordert die AWO auch, dringend die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres fortzusetzen. "Wir beklagen den Fachkräftemangel in der Pflege und gleichzeitig soll ein nachweisbar erfolgreiches Förderinstrument für Umschüler zur Altenpflege abgeschafft werden", erklärt Angela Willamowius. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu streichen, mit denen die Ausbildung von AltenpflegerInnen voll finanziert wird. Die Förderung auch des dritten Ausbildungsjahrs war im Rahmen des Konjunkturprogramms II befristet eingeführt worden und soll ab 2011 wieder wegfallen.
Mit der Förderung des 3. Ausbildungsjahres hat sich die Zahl der Umschüler von rund 5000 im Jahr 2008 auf 8.300 in 2009 deutlich erhöht. Profitiert haben vor allem Langzeitarbeitslose - sowie die gesamte Pflegebranche, die teils händeringend nach qualifiziertem Pflegepersonal sucht.
"Im Zusammenspiel mit der demografischen Entwicklung und der Alterung unserer Gesellschaft wächst die Zahl der Pflegebedürftigen. Zugleich gibt es jetzt schon in etlichen Regionen einen Fachkräftemangel in der Altenpflege", erläutert Axel Plaue. "Ebenso suchen viele Menschen einen krisenfesten Beruf und eine solide Ausbildung mit guten Perspektiven - deshalb muss diese erfolgreiche Ausbildungsförderung, die allen Seiten dient, unbedingt weitergeführt werden."
Im Gegensatz zu den privaten Pflegeanbietern haben die Wohlfahrtsverbände immer die Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften vorangetrieben. Gleichzeitig hat sich die AWO sehr für eine Verbesserung in der Qualität der Pflege eingesetzt. „ Eine Vertiefung in der Qualifizierung ist notwendig, denn die Krankheitsbilder sind heute vielfältiger, ebenso aber auch die Möglichkeiten, den älteren Menschen zu helfen und sie zu unterstützen“, sagt Angela Willamowius. „Allein der große Bereich der Demenzerkrankungen zeigt doch, dass für die Betreuung viel Wissen und Erfahrung vorhanden sein muss.“
Axel Plaue macht deutlich: „Altenpflegeberufe brauchen ein besseres Image, eine ausgezeichnete Ausbildung, gute Arbeitsbedingungen und eine auskömmliche Bezahlung, damit eine Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung sichergestellt werden kann. Wer über sein eigenes Altern nachdenkt wird sich mit Sicherheit wünschen: in Würde und Selbstbestimmung alt werden und für den Fall der Fälle eine gute Pflege und Betreuung. Das aber braucht gute Konzepte und kostet nun einmal Geld.“













