(openPR) Roh Moo-hyun: Frieden wichtiger als Wiedervereinigungspläne
Der südkoreanische Staatspräsident Roh Moo-hyun, der von Sonntag an Deutschland besucht, ist jederzeit zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-il bereit. Jedoch müsse, sagte Roh der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe), die Initiative dazu von Nordkorea ausgehen. Roh lobte die seiner Ansicht nach flexiblere Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber Nordkorea, das sich vor kurzem zur Atommacht erklärt hatte. Auf die Frage, ob Washington direkte Gespräche mit Pjöngjang anbieten solle, sagte der Präsident: „Es ist jetzt nicht die Zeit, von den Vereinigten Staaten zusätzliche Schritte zu fordern. Zuerst müssen die Nordkoreaner an den Verhandlungstisch zurück.“
Die Wiedervereinigung des geteilten Korea ist nach Rohs Ansicht schwieriger als in Deutschland. Das liege vor allem an der extrem unterschiedlichen Wirtschaftskraft von Nord und Süd. Deshalb werde der Annäherungsprozeß eine längere Zeit in Anspruch nehmen. Als erste Stufe schwebt Roh die Errichtung einer Konföderation vor. Vorbild könne hier die Europäische Union sein. Dafür sei die Zeit aber noch nicht gekommen. Roh: „Ich bin der Meinung, daß ein stabiler Zustand des Friedens wichtiger ist als alle Wiedervereinigungspläne.“
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