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Indien: Polizeigewalt gegen indigene Demonstranten

02.06.201016:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Indien: Polizeigewalt gegen indigene Demonstranten
Bewaffnete Polizisten konfrontieren Demonstranten im  Chandia Dorf, Kalinganagar, Odisha. © Samadrusti
Bewaffnete Polizisten konfrontieren Demonstranten im Chandia Dorf, Kalinganagar, Odisha. © Samadrusti

(openPR) Survival International, die Organisation für die Rechte indigener Völker, fordert eiligst eine Untersuchung der zunehmenden Gewalt gegen indigene Gruppen im Bundestaat Odisha in Indien.

Die Polizei hat in Menschenmengen geschossen, die unter anderem gegen das Unternehmen TATA demonstrierten. Jaguar, Land Rover, Corus und Tetley gehören TATA an. Survival ist besorgt, dass Proteste gegen das Unternehmen Vedanta Resources im gleichen Bundesstaat ebenfalls gewaltsam enden könnten.



Letzten Monat eröffnete die Polizei das Feuer auf indigene Gruppen, die gegen ein geplantes Stahlwerk von TATA auf ihrem Land demonstrierten. Ein Mann kam dabei ums Leben, weitere wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich in der Kalinganagar Region im indischen Bundesstaat Odisha (ehemals Orissa).

Laxman Jamuda, ein Mitglied des Munda Volkes, starb. Mindestens neun weitere Personen wurden verletzt, als die Polizei und private Milizsoldaten in die Menge der Demonstranten schossen. Der Protest richtete sich gegen das Stahlwerk und den damit einhergehenden Straßenbau.

Chandramohan, der Neffe des verstorbenen Laxman Jamuda, sagte: „Die Polizei griff an, vertrieb uns aus unserem Dorf und schlug uns alle zusammen – alte Frauen, Kinder und kleine Mädchen. Mein Onkel trug mein Kind auf dem Arm, als man ihm in den Rücken schoss. Selbst meine kleine Tochter wurde von einen Splitter in die Wange getroffen."

Odishas Behörde unterstützt aktiv Unternehmen wie TATA, Vedanta und POSCO bei Projekten, die kein Einverständnis von den Bevölkerungsgruppen bekommen konnten, auf deren Land sie verwirklicht werden sollen.

Jema Hanaka, eine der Frauen, die von Polizisten geschlagen wurden, berichtete: „Ein kräftiger Polizist begann zu schreien ‚Reißt alle Häuser nieder’... Wir sagten ihm, alles was wir haben, ist hier: unser Zuhause, die Feuerstelle, die Farm, der Garten, die Familie, alles. Der Polizist verspottet uns und sagte, wir wären arme Bettler und er würde unsere Häuser um jeden Preis zerstören ... Dann griff die Polizei uns von allen Seiten her an und schlug uns brutal zusammen.“

Die indigene Bevölkerung der Kalinganagar Region ist vehement gegen das TATA Projekt und protestiert seit Jahren dagegen. 2006 wurden mindestens 12 Indigene getötet, als die Polizei auf Demonstranten schoss. Im März diesen Jahres gab es 20 Verletzte, als die Polizei und andere das Feuer auf ein Dorf der indigenen Baligotha eröffneten. Zeugen sagten aus, dass die Häuser zerstört wurden und Kerosin in Trinkwasserbrunnen geschüttet wurde.

Die Industrialisierung des Bundesstaates führte zu weiteren Unruhen und polizeilichen Razzien. In der Provinz Jagatsingpur kämpfen Bauern seit 5 Jahren gegen ein POSCO Stahlprojekt. In diesem Monat durchbrach die Polizei die bisher friedlich verlaufenden Demonstrationen mit Tränengas und Schlagstöcken.

Die Dongria Kondh von den Niyamgiri Bergen in Odisha protestieren auch gegen eine auf ihrem Land geplante Mine von Vedanta Resources. Die Regierung von Odisha unterstützt Vedanta, obwohl sich die Dongria Kondh ausdrücklich gegen die Mine ausgesprochen haben. Die Polizei hat wiederholt lokale Demonstranten verhaftet, die gegen Vedantas Tagebau und die dazugehörige Raffenerie protestierten. Mitarbeiter von Survival haben Berichte über Schläger erhalten, die diejenigen einschüchtern, die sich gegen das Unternehmen aussprechen. Survivals Mitarbeiter wurden selbst von Schlägern verfolgt und beschimpft, als sie die Region vor 6 Monaten besuchten.

Survival befürchtet eine Verschlechterung der Situation hin zu einem offenen Gewaltausbruch, wenn Vedanta seine Pläne nicht sofort ruhen lässt.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte: „Die Gewalt muss aufhören. Große wirtschaftliche Projekte indigenen Völkern gegen deren Willen aufzuzwingen ist ganz einfach Unrecht und kann nur in einer Katastrophe enden.“


Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6033

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