(openPR) Der Ölpreis hat seit Wochenbeginn rund 7 USD an Wert eingebüsst, was einer der stärksten Rückgänge der letzten Monate ist. Gleichzeitig steigt der Wert der US-Währung auf CHF 1.12, was seit einem Jahr nicht mehr der Fall gewesen ist. Für den Schweizer Heizölpreis bedeutet dies eine Seitwärts-Bewegung, da der teurere Dollar den Ölpreis-Vorteil mehr oder weniger kompensiert. Die starken Veränderungen sind auf die Verunsicherung zurückzuführen, welche die Aktien- und Rohwarenmärkte mit der Griechischen Schuldenkrise erfasst hat. Nicht neu ist, dass andere Länder wie Spanien oder Italien oder Portugal ebenfalls an derselben Krankheit leiden wie Griechenland. Neu ist, dass deswegen eine europäische Schuldenkrise die wirtschaftliche Zukunft des Kontinentes bedrohen soll. Direkte Folge davon ist eine Flucht von Anlagegeldern in derzeit als sicher geltende, andere Anlageformen. Damit ist z.B. der Dollar oder Anlagen in Dollars gemeint. Die Umschichtung erhöht in den Zielmärkten die Nachfrage und den Preis. Ein höherer Dollar verteuert für Investoren ausserhalb dieser Währung dann den Preis für Ölzertifikate und drückt auf deren Nachfrage. Womit sich der Kreis der Argumentations-Kette schliesst. Was man daraus auch erkennt, ist die Tatsache, dass der Handel mit Ölpapieren, die bis zu 15 Mal die Hand wechseln, bis der darauf festgeschriebene Tropfen Öl auch tatsächlich konsumiert wird, mit der realen Ölwelt keinen direkten Zusammenhang haben muss. In der realen Ölwelt blicken wir auf eine veritable Überversorgung. Auf volle Vorratslager. Auf ungenutzte Förderreserven von 6 Mio. Fass pro Tag. Auf eine schwache weltweite Nachfrage, welche derzeit nur durch das chinesische Wirtschaftswachstum an einem weiteren Einbruch gehindert wird. Gemessen an der realen Versorgungs- und Nachfrage-Situation müsste der Ölpreis also weiter korrigieren und der Preisrutsch dieser Woche wäre bloss ein Anfang dafür gewesen. In den vergangenen 15 Monaten haben allerdings die spekulativen Wetten auf weiter steigende Ölpreise genau dies erfolgreich verhindert, befeuert von den historisch tiefen Leitzinsen, welche diese Spekulationen nahezu kostenlos ermöglichten. Denkbar ist, dass die unübersehbaren Probleme Europas nun auf die Spekulations-Lust drücken und der Ölpreis doch noch dorthin fährt, wo er eigentlich derzeit hingehört: eine Etage tiefer.













