(openPR) »Kinder kriegen die Leute sowieso«, begründete Konrad Adenauer seine Ablehnung einer familienpolitischen Ergänzung der Rentereform von 1956.
Dieser Irrtum ist inzwischen offensichtlich: Seit 1972 sterben in Deutschland mehr Menschen als geboren werden. Ohne weitere Zuwanderung werden in fünfzig Jahren in Deutschland nur noch 51 Millionen Menschen leben, im Jahr 2100 nur noch 24 Millionen — so viele wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Doch nicht das Aussterben der Deutschen scheint das Problem, sondern das Zahlenverhältnis von jungen und alten Menschen: Der Altenquotient, also die Relation der Zahl der 65-Jährigen und Älteren bezogen auf die Zahl der 20- bis 64-Jährigen, steigt bis zur Jahrhundertmitte in Westdeutschland von 28 auf 54 Prozent, in Ostdeutschland von 28 auf 62 Prozent.
Das neue Themenheft der Blätter der Wohlfahrtspflege untersucht den demografischen Wandel in Deutschland und die Folgen für die Gesellschaft, das Sozialsystem und die Sozialwirtschaft. So untersucht Karin Scharfenorth vom Sozial- und Seniorenwirtschaftszentrums in Gelsenkirchen die wirtschaftlichen Chancen einer steigenden Zahl alter Menschen und berichtet über bisherige Erfahrungen mit sozialen Dienstleistungsangeboten, die von den Senioren selbst bezahlt werden. Eine zentrale Erkenntnis: Kommunikation und Geselligkeit sind wichtige Ergänzungen für Seniorendienstleistungen und entscheiden nicht unbeträchtlich über deren Erfolg. Aber Kommunikation und eine Plattform für soziale Kontakte als alleiniges Angebot hat sich in verschiedenen Pilotprojekten, beispielsweise zur Bild- und Fernsehtelefonie, nicht bewährt.









