(openPR) Wie schnell ist nichts passiert, lautet ein beliebter Bürokratenscherz. Drei Jahre nach PISA ist zwar manches in Bewegung geraten, aber grundlegende Änderungen im Denken und in den Strukturen sind nicht zu erkennen.
Noch immer geht es in Bildungsdiskussionen in erster Linie um die Schule, die nicht neu gebaut, sondern saniert werden soll. Dabei hat doch gerade die PISA-Studie gezeigt: Ein gegliedertes Bildungssystem mit leistungshomogenen Gruppen führt nicht zu Spitzenleistungen. Schülerinnen und Schüler aus Ländern mit integrierten Schulsystemen verfügen durchgängig über ein höheres Kompetenzniveau. In kaum einem anderen Land hängen Bildungsbeteiligung und Lernerfolg der Mädchen und Jungen so stark von deren sozialer Herkunft ab wie in Deutschland. Familiäre Bildungsbenachteiligungen werden in unserem Bildungssystem nicht ausgeglichen, sondern verstärkt.
Die aktuelle Bildungsdebatte drehe sich fast nur um die Schule, moniert ein neues Themenheft der Blätter der Wohlfahrtspflege. Andere Lernorte, außerschulische Akteure und informelle Lernprozesse müssten jedoch stärker berücksichtigt werden. Für die Soziale Arbeit, für die Kinder- und Jugendhilfe böte sich jetzt die Chance, ihren Bildungsanspruch im Lichte der Förderung bürgerschaftlichen Engagements zu präzisieren. Insbesondere in der Kooperation mit der Schule ergeben sich neue Möglichkeiten und Chancen, formelle und informelle Bildungsprozesse miteinander zu verbinden und zu einem erweiterten Bildungsverständnis beizutragen.











