(openPR) Die schweren Missbrauchsfälle, die derzeit die Medien beherrschen, beschäftigen auch Steffi Jöst sehr. Denn die Lindauerin unterstützt als Kinderschutzbeauftragte und als Vorstand des gemeinnützigen Vereins Jugendhilfe Phöinix Kinder und Jugendliche aus sozial auffälligen Familien.
Steffi Jöst betreut Kinder, die in ihrer Familie Gewalt erlebt haben, die körperlich oder sexuell missbraucht wurden. Diese Kids reagieren sehr verschieden: Die einen flüchten aus der Familie und leben auf der Straße, andere werden aggressiv, verschlossen oder kontaktscheu.
Gemein ist diesen Jugendlichen, dass ihnen meist nur geholfen werden kann, wenn sie ihre Familie verlassen und fern von ihrem Heimatort in einer Betreuungsstelle leben können. Diese „individuelle, flexible, ambulante und stationäre Hilfe zur Erziehung“, so der Fachausdruck, bietet der Verein Jugendhilfe Phöinix, dessen Geschäftsstelle für Süddeutschland sich in Lindau befindet und von der Sozialpädagogin und Kinderschutzbeauftragten Steffi Jöst geleitet wird.
„Die Kinder benötigen ein intaktes Umfeld. Das finden sie in Familien, bei Paaren oder auch Einzelpersonen“, erklärt Steffi Jöst.
„Der Bedarf ist leider da“, sagt die Sozialpädagogin nachdenklich. Daher suche sie ständig engagierte Menschen, die 10- bis 17-jährigen Kinder für einen längeren Zeitraum aufnehmen. Voraussetzung ist natürlich Kompetenz, also Erfahrung in der Jugendhilfe und eine entsprechende Ausbildung. „Für die Kids ist eine neue Familie ein Neustart. Sie lernen wieder richtiges Sozialverhalten, gehen wieder regelmäßig zur Schule, gewinnen Vertrauen und erarbeiten sich Selbstvertrauen“, berichtet die Sozialpädagogin. All das müsse der Betreuer aber auch vermitteln können.
Für die jungen Leute ist es ein neues Zuhause. Für jene, die sie aufnehmen, ist es eine neue Arbeitsstelle. Denn die Kompetenz wird honoriert. Die Helfer - in der Regel sind dies Pädagogen, Sozialpädagogen oder Erzieher - sind bei Phöinix freiberufliche Mitarbeiter. Die Unterstützung der Jugendlichen erfordere Flexibilität, Geduld und Ausdauer, weil der Verein mit schwierigsten Kids arbeite, die nicht in Gruppen untergebracht werden können. „Diese Jugendlichen, die viel mitgemacht haben, können nur individuell betreut werden“, stellt Steffi Jöst klar. Diese individuelle Betreuung sei sehr erfolgsversprechend und werde von vielen Jugendämtern deswegen bevorzugt.
Kompetenz und Qualität verlangt der Jugendhilfe-Verein Phöinix natürlich auch von den eigenen Mitarbeitern. Um noch besser helfen zu können, wurde Steffi Jöst zur Kinderschutzbeauftragten ausgebildet. Sie wird gerufen, wenn der Verdacht der "Kindeswohlgefährdung" vorliegt. Wenn beispielsweise eine Erzieherin in ihrem Kindergarten oder ein Lehrer in der Schule einen Missbrauchsverdacht hegt, kann sie als neutrale Kinderschutzbeauftragte den Fall prüfen und beurteilen.
„Intern ist das natürlich auch von Vorteil, wenn eine mit Kindern und Jugendlichen arbeitende Einrichtung eine solche Fachstelle aufweisen kann“, sagt das Vorstandsmitglied des Vereins, der Kinder in Familien in ganz Deutschland betreut und diese Betreuung natürlich auch beaufsichtigt.












