(openPR) In diesen Tagen und Wochen finden auch in Darmstadt Aktionen im Rahmen des „bundesweiten Bildungsstreiks 2009“ statt. Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) Darmstadt steht den Forderungen und Aktionen im Rahmen dieses „Streiks“ sehr differenziert gegenüber.
Mit Blick auf die Situation an der Technischen Universität Darmstadt nehmen wir daher zum „Bildungsstreik“ in Darmstadt Stellung und richten die folgenden Forderungen sowohl an Studenten und Studentenvertreter wie auch an die Hochschulleitung:
Hochschulpolitische Mittel müssen ausgeschöpft werden!
Forderungen nach Veränderungen an der Universität gehören zunächst in Universitätsversammlung und Senat. Hier erwarten wir von allen Vertretern – Studenten, Professoren und Hochschulmitarbeitern – Gesprächsbereitschaft, Offenheit und ein grundsätzliches Verständnis für die Positionen der anderen.
Ziele müssen deutlicher kommuniziert werden!
Der größte Teil der Studenten ist nicht über die Ziele und Forderungen des „Bildungsstreiks“ informiert. Von unseren Kommilitonen, die für sich reklamieren, die Interessen aller Studenten zu vertreten, fordern wir transparent zu kommunizieren, für welche Veränderungen an der TU Darmstadt sie eintreten.
Semesterbeiträge für Studenten verwenden!
Zu Recht wird gefordert, dass die Universität ihre finanziellen Mittel zum Wohle der Studenten an der TU Darmstadt einsetzt. Gleiches erwarten wir aber auch vom ASTA! Wenn auf der einen Seite jedes Jahr fünfstellige Beträge zur Unterstützung von „Bildungsstreiks“ ausgegeben werden und auf der anderen Seite die Semesterbeiträge durch den ASTA angehoben werden, dann ist das nicht der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld der Studenten, den wir von unseren Interessensvertretern erwarten!
Wer lernen will, muss lernen können!
Einen Informationsstand im TU-Empfangsgebäude, Karo 5, einzurichten und dort den Dialog mit Studenten und Mitarbeitern zu suchen, unterstützen wir. Für Hörsaalbesetzungen und die Blockade von Lehrveranstaltungen haben wir jedoch kein Verständnis. Eine Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen wird nicht durch Boykott und Blockade erreicht.
Bachelor-/Mastersystem weiterentwickeln!
Wir stimmen zu, dass das Bachelor-/Mastersystem sowie die Umsetzung des Bologna-Prozesses alles andere als perfekt sind. Die Forderung vieler „Bildungsstreikender“ nach einer Abschaffung von Bachelor und Master müssen wir jedoch zurückweisen. Wir sehen in einheitlichen Abschlüssen große Chancen für den Bildungsraum Europa, die es durch eine konstruktive Diskussion noch weiterzuentwickeln gilt.
Protest muss friedlich sein!
Wir unterstützen es, wenn Schüler und Studenten von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen und sich für Verbesserungen in ihrem Umfeld einsetzen. Jegliche Demonstrationen und Proteste müssen jedoch ohne Einschränkung friedlich und gewaltfrei ablaufen. Durch Sachbeschädigung, Haus- oder Landfriedensbruch – wie bei vergangenen „Streiks“ geschehen – wird sich nichts an Schulen und Universitäten verbessern, die berechtigten Anliegen vieler Schüler und Studenten werden jedoch unglaubwürdig.
Weitere Informationen über die Liberale Hochschulgruppe Darmstadt finden Sie im Internet unter www.lhg-darmstadt.de
Darmstadt, den 17.11.2009






