(openPR) Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) lehnt die diesjährige Neuauflage des bundesweiten Bildungsstreiks ab und fordert alle hochschulpolitischen Akteure auf, dem gleichzutun. Die Initiative ist weder demokratisch legitimiert, noch packt sie die wesentlichen Probleme in der deutschen Hochschullandschaft an der richtigen Stelle an.
Der Bundesvorsitzende des LHG, Johannes KNEWITZ, begründet die Distanzierung der LHG: "Der bundesweite Bildungsstreik stilisiert hochschulpolitische Probleme zur Systemfrage! Das ist Unsinn! Ob mein Studiengang gut konzipiert ist oder nicht bewegt sich nicht im Spannungsfeld von Kommunismus und Kapitalismus. Die Leute, die da auf der Straße demonstrieren und nach mehr Mitbestimmung rufen, haben meist noch nie für eine Fachbereichsrats- oder Studentenparlamentswahl kandidiert. Natürlich ist beim Bolognaprozess einiges falsch gelaufen, eben das muss jetzt korrigiert werden. Aber das ist eine Aufgabe, die Studenten und Dozenten in 95% der Fälle vor Ort an den Universitäten zusammen lösen müssen. Der Bildungsstreik instrumentalisiert ernst zu nehmende Probleme von Studenten in ganz Deutschland und macht eine parteipolitisch motivierte Linkskampagne daraus!"
Darüber hinaus kritisiert KNEWITZ die fehlende Rücksichtnahme auf Kommilitonen. An vielen Universitäten verhinderten die Bildungsstreiker im letzten Jahr den Zutritt zu Seminarräumen und Hörsälen. KNEWITZ dazu: "Es ist doch widersinnig mehr Bildung zu fordern und gleichzeitig die Teilnahme an Vorlesungen zu verhindern". Darüber hinaus sieht der LHG auch die Gefahr, dass es - wie 2009 - zu Gewalt gegen Menschen und Sachen kommen kann. KNEWITZ: "Auch wenn das nur vereinzelt der Fall sein mag, muss sich das der Bildungsstreik insgesamt zurechnen lassen." KNEWITZ weiter. "Der Bildungsstreik ist eine gern gesehene Gelegenheit für linksautonome Trittbrettfahrer irgendwo draufzuhauen. Sachliche Diskussionen finden in so einer Atmosphäre leider fast nicht statt!"






