(openPR) Was von Experten und Politikern seit Jahren gefordert wird, soll jetzt in Dortmund Wirklichkeit werden: deutscher Sprachunterricht für türkische Imame. Seit dem 2. November 2009 lernen erstmalig 17 Imame an türkischen Moscheen aus Dortmund und Umgebung (von Hamm bis Essen) in einem Intensivkurs die deutsche Sprache. Die meisten von ihnen sind erst vor kurzem aus der Türkei gekommen und haben dort noch keinen Deutschunterricht erhalten.
Das Modellprojekt wird gemeinsam getragen von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in Köln, dem Türkischen Generalkonsulat in Essen und der Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen in Dortmund. Die Träger sehen in ihm einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Integration türkischer Muslime und ihrer Moscheen in die deutsche Gesellschaft.
Der einjährige Intensivkurs findet in der Dortmunder Merkez-Moschee statt. Die beiden pädagogisch verantwortlichen Dozenten wurden von der Auslandsgesellschaft NRW als Lehrkräfte verpflichtet. Der Kurs umfasst 768 Unterrichtsstunden und wird von Montag bis Donnerstag, jeweils vormittags, erteilt. Der Freitag bleibt unterrichtsfrei, weil sich die Imame auf Freitagsgebet und Predigt vorbereiten müssen. Ein Zertifikat am Ende des Lehrgangs soll ihnen bescheinigen, dass sie imstande sind, einfache deutsche Texte zu verstehen und sich an alltäglichen Gesprächen in deutscher Sprache aktiv zu beteiligen.
Ein besonderer Schwerpunkt des Unterrichts liegt auf der Befähigung der Imame, islamisch-religiöse Sachverhalte in deutscher Sprache darzustellen. Dadurch soll vor allem erreicht werden, was ebenfalls seit langem von Politik und Öffentlichkeit gefordert wird: in der Moschee auch auf Deutsch zu predigen. In Zukunft sollen die Imame – zusätzlich zum türkischen Predigttext – eine Kurzfassung der Predigt in deutscher Sprache vorbereiten und vortragen. Dadurch soll auch das Verständnis der deutschen Aufnahmegesellschaft für die Werte des Islam gefördert werden.
Der Dortmunder Modellversuch versteht sich als Pilotprojekt. Der Einführungslehrgang in die deutsche Sprache soll den ersten Schritt zu einer umfassenderen Weiterbildung türkischer Imame bilden, die auch Informationen über die deutsche Gesellschaft und Kultur einschließt. Die DITIB als die größte türkisch-islamische Organisation in Deutschland gibt damit einen Impuls auch für weitere ähnliche Initiativen anderer islamischer Verbände und Organisationen.














