(openPR) Jubelchöre – Bilder von erdrückenden Umarmungen fremder Menschen aus Ost und West – Tränen des Glücks und überschäumende Freude, das waren landauf und landab bewegende Eindrücke vom Fall der Mauer. Sie fiel und nahmen Menschen Qual und Angst, Verzweiflung und Not. Dies alles ist schon 20 Jahre her.
Aktuell schlagen die Medien wieder Purzelbäume in ihren Berichterstattungen. Zeitzeugen erinnern sich, die Bilder von gestern leben wieder auf.
Als eine, die außerhalb dieses Unrechtssystems aufgewachsen ist, verlangt es mir viele Fragen ab, wenn Zeitzeugen berichten. Doch die Sprachlosigkeit siegt, über die offenbar werdenden menschlichen Abgründe. Gleichzeitig steigt mein Respekt ins Unermessliche vor Menschen, die sich nicht haben beugen lassen. Den totalitären Staat hinter sich gelassen, mussten genau diese Menschen ihre Überlebensfähigkeit erneut unter Beweis stellen: Das neue Leben in unserer demokratischen Gesellschaft.
Die Spielregeln dieser Gesellschaft sind für mich selbstverständlich. Ein Geschenk, mit dem man pfleglich umgeht. Aber wie muss Demokratie auf Menschen wirken, die Unrecht überstanden haben und jetzt erleben müssen, wie die Täter von damals sich wieder in Ämtern und Posten etabliert haben. Natürlich ohne sich und ihre Stellung in der früheren DDR zu offenbaren. Die Garde der Verschweiger siegt wieder und das mit großer Selbstverständlichkeit. Die Mauer war gefallen und jetzt galt es zu überleben.
Fähige Menschen in verantwortungsvollen Positionen – ja! Aber nicht aufgebaut auf einer Lüge. Die Möglichkeit der kritischen Auseinandersetzung ist eine demokratische Grundregel. Sie scheint auf der Strecke geblieben zu sein. Oder?
Vergessen ist nicht gut! Das Vergeben, ist aber die Botschaft des Christentums. Die, die Unrecht getan haben, sollten sich dem demokratischen Votum des Volkes stellen. Das ist Stärke, daraus kann sich etwas Neues entwickeln.
Meine Tränen von damals und meine Achtung heute gilt den mutigen Menschen, die für den Kampf nach Freiheit für sich und Andere alles in Kauf genommen haben.
Sie gilt es zu stärken - über all auf der Welt.











