(openPR) Fast jeder Befragte lehnt es ab, sich mit höherer Miete an Investitionen des Vermieters zu beteiligen
München – Gerade ein halbes Prozent der Deutschen will Energieeinspar-Projekte des Vermieters mit höherer Miete unterstützen. Jeder vierte Befragte fordert, dass der Staat umweltschonende Technik finanziell fördern soll. 22,6 Prozent sprechen sich für energieeinsparende Maßnahmen aus, solange für sie keine Kosten entstehen. Dagegen kann sich mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen, Strom bzw. Wasser sparende Haushaltsgeräte zu kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des VdW Bayern (Verband bayerischer Wohnungsunternehmen).
Eine klare Mehrheit der deutschen Mieter möchte durch eigenes Verhalten dazu beizutragen, die Umwelt zu schonen. Etwa 60 Prozent streben an, in der Wohnung weniger Strom und Wasser zu verbrauchen – vor allem Haushalte mit einem monatlichen Netto-Einkommen von weniger als 1.000 Euro (74,7%).
„Bei unseren Mitgliedsunternehmen machen die Betriebskosten mittlerweile knapp ein Drittel der Kaltmiete aus. Ganz klar, dass Menschen mit geringem Einkommen diese hohen Kosten mit niedrigem Energieverbrauch kompensieren möchten“, kommentiert der Chef des VdW Bayern, Heinz-Werner Götz, das Ergebnis.
Mit Haushaltsgeräten Strom sparen
In der Befragung sprechen sich 52 Prozent für den Kauf von Strom sparenden Haushaltsgeräten aus. „Bemerkenswert ist, dass die Quote bei den über 60-jährigen Bewohnern mit rund 62 Prozent und den Zwei-Personen-Haushalten mit über 59 Prozent deutlich höher liegt“, stellt Götz fest.
Bei den Ostdeutschen überwiegt die Bereitschaft mit 58,2 Prozent zum Kauf solcher Geräte (Westdeutsche: 50%). Bei Mietern, die monatlich über weniger als 750 Euro netto verfügen, sinkt der Zuspruch auf 37 Prozent. Hingegen ist die Resonanz bei Einkommensbeziehern ab 2.000 Euro netto monatlich mit rund 60 Prozent höher. Laut einer Umfrage des EMNID-Instituts ist der persönliche Energieverbrauch der Deutschen bei
Elektrogeräten mit 39% am höchsten.
Energiepreise durch Sondertarife senken
Viele Energieversorgungs-Unternehmen planen erneut, die Preise anzuheben. Dennoch scheuen sich die meisten Mieter davor, einen günstigeren Anbieter zu suchen. Lediglich 28,6 Prozent können sich vorstellen, ihren Stromversorger zu wechseln. Je höher das monatliche Netto-Einkommen, umso mehr Menschen sind dazu bereit. Darunter sind überdurchschnittlich viele Selbstständige (40,4%) sowie Menschen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren (37,1%).
Die meisten Menschen wüssten nicht, dass viele Stadtwerke und andere etablierte Stromversorger günstige Sondertarife anbieten, erklärt der Verbands-Chef. Wer einen möglichen Wechsel androht, könne in den Vorteil dieser Tarife kommen. Bis zu 200 Euro jährlich ließen sich im Einzelfall einsparen.
Aufwand und Ertrag in sinnvollem Verhältnis
Solange sie kein Geld ausgeben müssen, ist mehr als ein Fünftel der Deutschen (22,6%) für Energie sparen – besonders die 40- bis 49-Jährigen (33%). Nur ein halbes Prozent der Befragten würde sich durch höhere Miete an energieeffizienten Modernisierungs-Investitionen des Vermieters beteiligen. Am meisten davon Selbständige, Freiberufler und Landwirte (3,5%). „Dabei würde es sich für die Menschen unterm Strich viel mehr rechnen, wenn sie energiesparende Projekte ihres Vermieters unterstützen, als Strom sparende Geräte im Supermarkt zu kaufen. Hier muss noch dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden“, erklärt Götz.
Mehr als jeder vierte Deutsche (28,4%) vertritt in der Umfrage die Ansicht, dass der Staat umweltschonende Technik fördern sollte. Allerdings sind in den Neuen Bundesländern nur 21,4 Prozent dieser Meinung. „Finanzielle Lasten müssen auf Vermieter, Mieter und Staat gleichmäßig verteilt werden“, fordert Götz. Deshalb sei wichtig, dass Maßnahmen zur Energieeinsparung mit „vertretbarem Aufwand“ erfolgen und Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stünden. Bei besonderen staatlichen Auflagen müsse das Land auch entsprechend fördern.








