(openPR) Für kurze Zeit war das Renaissanceschloß Gifhorn Wohnsitz der Celler Herzöge. Mit seinen wuchtigen Eckbastionen und unterirdischen Wallgängen galt das Welfenschloß als uneinnehmbar und ist auch tatsächlich nie erobert worden. Die ständigen Ausstellungen des Museums im Schloß werden zum überwiegenden Teil im Kommandantenhaus präsentiert, das sich dem Besucher neben dem Foyer öffnet. Hier wohnte vor allem im 17. Jahrhundert der Schloßhauptmann: daher der Name des Schloßflügels. Ein zentrales Thema der Ausstellung ist die Geschichte des Gifhorner Welfenschlosses, das 1539 bis 1549 die Residenz von Herzog Franz von Braunschweig war. Fragmente nobler Gläser, teurer Keramiken und prachtvoller Ofenkacheln vermitteln einen Eindruck vom höfischen Glanz dieser Zeit. Die in fünf Abteilungen gegliederten ständigen Ausstellungen des Museums geben dem Besucher einen Einblick in die historische Entwicklung der Südheide Gifhorn von der Urzeit bis zur Gegenwart. Die prähistorischen Sammlungen zeigen den Übergang der Lebensweise des Menschen vom nomadisierenden Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauern. Neben Zeugnissen zur Adelsherrschaft in der Region ist die Gifhorner Schlossgeschichte ein weiteres zentrales Austellungsthema. Entstehung und Entwicklung städtischer Siedlungen am Beispiel Gifhorns werden in der stadtgeschichtlichen Abteilung dargestellt. Drei Lebens-, Wohn- und Arbeitsweisen, die vor allem für das 19. und 20. Jahrhundert charakteristisch sind, vermitteln einen Eindruck von den gesellschaftlichen Veränderungen, die durch den Industrialisierungsprozess in Gang gesetzt wurden. Im Dachgeschoss des Kommandantenhauses ist die Museumsabteilung „Tier und Landschaft“ untergebracht. Zahlreiche Fossilien geben Aufschluß über die Entwicklung der Erde und ihrer Lebewesen im allgemeinen und der Landschaft dieser Region im besonderen. In anschaulich gestalteten Vitrinen mit zahlreichen Präparaten wird die Tierwelt dieses Landstriches vorgestellt.
Insofern bildet der große Wolf, der 1956 in der Nähe von Gifhorn erlegt wurde, zwar eine Ausnahme; dennoch ist er eine beliebte und besonders von Kindern gern gesehene Attraktion der naturkundlichen Abteilung. Bei Kindern und Eltern ist das Historische Museum beliebt, da auch eine Museumsrallye angeboten wird. Dieses Museums-Quiz wird für verschiedene Altersgruppen angeboten. Die Schlosskapelle, die ebenfalls zum Museum gehört, tritt als eigenständiger Baukörper zwischen zwei Schloßflügeln in Erscheinung. Die Kapelle präsentiert historische und zeitgenössische Sakralkunst. Das Altarbild „Der ungläubige Thomas“ ist ein Werk von Johannes Grützke, ein bedeutender zeitgenössischer Künstler. Zu den bemerkenswertesten Exponaten des Museums gehört die „Rethener Kreuzigungsgruppe“ von Levin Storch, eines der hervorragenden Werke niedersächsischer Sakralkunst des späten Mittelalters. In dem großen Gewölbekeller, der „Museumskasematte“, dem früheren Zugang zur nördlichen Bastion, finden Sonderausstellungen und Vorträge statt. Als Synonym für besondere musikalische Erlebnisse hat sich im kulturellen Leben der Region die in der Schlosskapelle veranstaltete Reihe der KapellenKonzerte etabliert.















