(openPR) Über 1.200 Besucher des Intel Friday Games in Dresden konnten am vergangenen Freitag den 1. „Jugendschutztalk vor Ort“ miterleben. Gleichzeitig wurde das Interview mit Gerald Jörns über den IPTV-Sender ESL TV live ins Internet gestreamt. Damit startete der „Jugendschutztalk vor Ort“ der Computerspielberatung.de und der Initiative Gamers against Rejection erfolgreich.
„Ich hätte da mal ´ne Frage“, so wandten sich viele Gäste des „Jugendschutztalkes vor Ort“ an den Diplompädagogen und Jugendschutzexperten Gerald Jörns sowie an Volker Dorn, den Initiator der Initiative Gamers against Rejection. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen rund um das Thema Jugendschutz bei Computer- und Videospielen zu diskutieren. In kleineren und größeren Runden ging es in der lauschigen Talkecke heiß her, denn kein brisantes Thema wurde ausgelassen. Natürlich stand die Forderung zum Killerspielverbot der Innenminister im Fokus des Interesses. Dabei wurde deutlich, dass die Gamer den deutschen Jugendschutz durchaus als den härtesten weltweit empfinden und keine weitere Verschärfung für notwendig halten. Man war sich einig, dass die Spiele nicht zu einer Steigerung der Gewaltbereitschaft führen.
Als Ärgernis empfanden einige Spieler, dass bei den Spielinhalten Zensur betrieben werde und es speziell geschnittene Versionen für den deutschen Markt gebe. Hier verdeutlichte der Medienpädagoge Gerald Jörns, dass er den Begriff der Zensur in diesem Zusammenhang für unangebracht hält. „Zensur grenzt eine politische Meinungsfreiheit ein und unterdrückt die Menschenrechte. Es kann nicht sein, dass Gamer diesen Begriff der Zensur mit ihrer Ansicht verwechseln“, so Gerald Jörns in seinem engagiert vorgetragenen Einwand.
Im weiteren Gesprächsverlauf erläuterte Gerald Jörns, dass es sich bei den zerstückelten Versionen eher um das Unvermögen der Programmierer handelt. Wenn sie eine USK-18er-Freigabe für das Spiel erhalten wollen, um vom Handel gelistet zu werden, sollten sie sich auch bei der Umsetzung Mühe geben und den deutschen Gamern keine halbfertigen Produkte unterschieben. Jörns verdeutlichte ebenso, dass es bei der USK keinerlei Schnittauflagen gebe, sondern das Alterskennzeichen immer nur für das vorlegte Spiel vergeben oder ggf. verweigert werde.
Immer wieder wurde auch nach dem Ablauf des USK-Prüfverfahrens gefragt und erstaunt zur Kenntnis genommen, dass der Staat längst am Prüftisch des USK-Gremiums Platz genommen hat. Als neuen Hinweis nahmen alle Gesprächsteilnehmer die Information mit, dass der Ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden immer ein Vetorecht hat.
Als Randthema wurde die Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien angesprochen. Wenn der Staat durch Testkäufer den Verkauf an 18-jährige Spieler sicherstellen will und dort auch drastische Strafen androhe, sei eine Indizierung nicht mehr notwendig. Das war die einhellige Ansicht der Gamer. Erwachsene Spieler würden sich dann nicht entmündigt fühlen, so ein Teilnehmer aus der Runde.
Im Verlauf des Abends fanden sich neben den Spielern auch einige Vertreter der Eltern-LAN-Veranstaltung am Stand des „Jugendschutztalks vor Ort“ ein und es entstand ein generationsübergreifender Diskussionsprozess. Herauszustellen ist nach Ansicht der Initiatoren des Talks Gerald Jörns und Volker Dorn, dass die „Gamer-Generation nicht politisch stigmatisiert und diffamiert werden möchte und dass sie durchaus bereit sind, sind für jüngere Geschwister und künftige Kinder Verantwortung zu übernehmen.
Mit der Projektreihe „Jugendschutztalk vor Ort“ startet die Computerspielberatung.de eine neuartige Veranstaltungsreihe so genannter niedrigschwelliger medienpädagogischer Konzepte. Dabei entsteht nach den Vorstellungen des Diplompädagogen Gerald Jörns „ein Dialog auf Augenhöhe“. Die Computerspielberatung.de will die Besucher der ESL Pro Series, der Bundesliga für Computerspiele und anderer Veranstaltungen weder stigmatisieren noch bevormunden, sondern Informationen über aktuelle Fragen des Jugendschutzes vermitteln. „Die 16- bis 24-jährigen Besucher betrachte ich als Multiplikatoren des Jugendschutzes. Sie sind damit eine wichtige medienpädagogische Zielgruppe.“, so Gerald Jörns zu den Motiven des „Jugendschutztalkes vor Ort“. Aber auch bei akuten Nöten steht der erfahrene Pädagoge den Besuchern als Berater zur Verfügung und kann ggf. Kontakte zu Beratungsstellen vermitteln.
Im Vorfeld der künftigen Abendveranstaltungen lädt die Computerspielberatung.de noch Jugendschutzexperten und andere Pädagogen zu einem medienpädagogischen Erfahrungsaustausch ein. Alle Besucher dieses geschlossenen Talks können im Anschluss die Wettkämpfe des Intel Friday Night Games besuchen.
Der „Jugendschutztalk vor Ort“ wird auf den weiteren Veranstaltungen der Intel ESL Pro Series als kompetente Anlaufstelle in allen Fragen des Jugendschutzes beteiligt sein.
Weitere Veranstaltungstermine:
Intel Friday Night Game #3 – 11.09.09 Bochum – Ruhrcongress
Intel Friday Night Game #4 – 06.11.09 Offenbach – Stadthalle (Termin urspr. 18.09.)
Intel Friday Night Game #5 – 02.10.09 Berlin – Postbahnhof
Intel Friday Night Game #6 – 16.10.09 Köln – Tanzbrunnen
Intel Friday Night Game #7 – 23.10.09 Essen – Grugahalle
Intel Friday Night Game #8 – 30.10.09 Hamburg – CCH
Intel Friday Night Game #9 – 13.11.09 München – Tonhalle
ESL Pro Series Finals 15 – 12.12. – 13.12.09 Köln – Expo XXI


















