(openPR) Eine Studie von OpSec Security (vormals P4M) in Kooperation mit der TU München zeigt Motive für Fälschungskauf im Internet auf – akuter Handlungsbedarf für Markeninhaber
München, 30. Juli 2009. Dass Produktpiraterie weltweit zunimmt und sich die Situation in Zeiten der Wirtschaftskrise weiter verschärft, ist bekannt. So hat sich die Anzahl der Ware, die der Zoll an den Außengrenzen der EU sichergestellt hat, im vergangenen Jahr mit 178 Millionen mehr als verdoppelt.* Doch was bewegt Verbraucher dazu, bewusst gefälschte Produkte zu kaufen und wann würden sie das Risiko eingehen, eine potenzielle Fälschung zu erwerben? Aufschluss über relevante Faktoren liefert eine jüngst durchgeführte Studie der Firma OpSec Security (vormals P4M – Die InternetAgenten) in Zusammenarbeit mit der TU München**. Ausführlicher analysiert wurden dabei die Branchen Elektronik, Kleidung und Spielwaren.
Insgesamt 84 Prozent der 454 Befragten, die an der Online-Umfrage teilnahmen, kaufen Elektronikprodukte im Internet. Damit ist diese Produktgruppe beim Online-Shopping die mit Abstand beliebteste. Gut jeder Zweite (51 %) bestellt online Kleidung und fast ein Viertel der Befragten (23 %) erwirbt Spielsachen im Internet. Auffällig ist, dass sich im Bereich Kleidung die Online-Shops der Markenhersteller besonders großer Beliebtheit erfreuen – bei ihnen kaufen mit 42 Prozent die meisten Kleidungskäufer ein – während für Elektronik- und Spielzeugkäufer Amazon die beliebteste Shopping-Plattform ist.
Der Kauf von Fälschungen und damit verbundene Gefahren
Nach eigenen Angaben achten weit mehr als die Hälfte der Befragten bei allen drei Produktkategorien darauf, keine Fälschungen zu kaufen (Elektronik: 80 %, Kleidung: 67 %, Spielwaren: 69 %). Schon einmal absichtlich Elektronikfälschungen und gefälschte Spielwaren gekauft zu haben, gaben lediglich sechs Prozent der Umfrageteilnehmer zu. Im Bereich Kleidung fällt die Zahl der Fälschungskäufer mit 17 Prozent jedoch fast dreimal so hoch aus. Dabei denken unter den Kleidungskäufern mit 67 Prozent die meisten, dass von gefälschter Kleidung Gefahren ausgehen können. Erschreckend ist, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Elektronik- (52 %) und Spielwarenkäufer (59 %) glauben, dass gefälschte Produkte mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein könnten. Dies zeigt, dass viele Verbraucher sorglos mit Fälschungen umgehen, obwohl die Gefahren unter Umständen lebensbedrohlich sein können.
Starker Preisdruck aufgrund der Preissensibilität der Verbraucher
Als Hauptgrund für den Kauf von Fälschungen vermutet die überwiegende Mehrheit der Befragten für alle drei Branchen, dass die Originalprodukte zu teuer seien (Elektronik: 89,6 %, Kleidung: 88,5 %, Spielwaren: 84 %). Diese Preissensibilität – insbesondere während der momentanen Wirtschaftskrise – führt dazu, dass der Druck auf seriöse Anbieter immer größer wird, da sie sich gegenüber Fälschern und Grauimporteuren behaupten müssen. „Gerade der Preiskampf im Elektronikbereich ist im Internet äußerst hoch, da hier sehr viele Schnäppchenjäger unterwegs sind“, weiß Vera Mund, Social Content Specialist bei OpSec Security. Auffällig und zu gleich beunruhigend ist, dass knapp ein Viertel der Elektronikkäufer (23,8 %) und 18,3 Prozent der Kleidungskäufer glauben, dass Verbraucher Fälschungen kaufen, um sie anschließend weiterzuverkaufen, was zu einer Straftat führen würde. „Durch unsere Arbeit wissen wir, dass z.B. auf asiatischen B2B-Plattformen bereits kleine Mengen an Fälschungen bestellt werden können, die dann oftmals bei eBay weiterverkauft werden“, sagt Vera Mund.
Neben dem Preis spielen beim Kauf von Fälschungen aber auch psychologische Faktoren, wie zum Beispiel Prestige oder Gruppenzwang eine wichtige Rolle – insbesondere bei Kleidung. So denken mehr als die Hälfte der Befragten, dass gefälschte Kleidung aus Prestigegründen (55,7 %) und Gruppenzwang (54,6 %) gekauft würde.
Alarmierend für Markenhersteller ist, dass 39 Prozent der befragten Elektronikkäufer und immerhin ein Viertel der Kleidungs- (25,8 %) und Spielwarenkäufer (24 %) glauben, dass Verbraucher Fälschungen möglicherweise kaufen, weil sowohl die Fälschung als auch das Original oftmals in den gleichen Fabriken in China hergestellt würden. Somit sei es ja egal, was man kaufe. Daraus könnte man schließen, dass Konsumenten über ein mangelndes Qualitätsbewusstsein verfügen bzw. glauben, dass eine Fälschung genauso hochwertig sei, wie ein in China produziertes Original-Markenprodukt.
Hohe Risikobereitschaft beim Kauf potenzieller Fälschungen
In einem Experimentteil sollten die Umfrageteilnehmer entscheiden, zu welchem Preis sie einen iPod, eine Levis Jeans und ein Lego-Set in einem dubiosen asiatischen Online-Shop kaufen würden. Dafür wurden ihnen Screenshots der jeweiligen Angebote gezeigt. Dass es sich dabei jeweils um eine Fälschung handelte, wussten sie zwar nicht, aber aufgrund des unseriös erscheinenden Anbieters lag der Verdacht nahe. Trotzdem wäre bei diesem Test bei allen drei Produkten mehr als die Hälfte der Befragten (iPod: 63,9 %, Levis Jeans: 55,5 %, Lego-Set: 55,9 %) das Risiko eingegangen, eine Fälschung zu erstehen. „Diese hohe Risikobereitschaft, eine potenzielle Fälschung zu erhalten, widerspricht der allgemeinen Einstellung der befragten Verbraucher zum Kauf von Fälschungen“, sagt Vera Mund. „Besonders im Elektronikbereich fällt der Widerspruch stark auf – obwohl 80 Prozent der Befragten angaben, darauf zu achten, keine Fälschung zu kaufen, wären knapp 64 Prozent auf das Angebot des dubiosen chinesischen Online-Shops eingegangen.“ Auffällig ist zudem, dass knapp 30 Prozent aller 454 Befragten für den iPod (UVP: 149 Euro) des zweifelhaften asiatischen Anbieters 90 bis 130 Euro und somit einen relativ hohen Preis bezahlt hätten. Dieses Ergebnis entspricht dem Trend zu teuren, gut gemachten Fälschungen, den die Mitarbeiter von OpSec insbesondere im Elektronikbereich beobachten.
Die Studie zeigt, dass Unternehmen neben den finanziellen Einbußen durch Produktpiraterie auch mit anderen nicht zu unterschätzenden Problemen zu kämpfen haben. Diese sind auf die Einstellung der Verbraucher zum Kauf von Fälschungen zurückzuführen. Erschreckend ist auch, dass 60 Prozent der Befragten, die schon einmal absichtlich eine Fälschung erstanden haben, denken, dass dies strafbar sei. Daraus ergibt sich, dass Strafen Verbraucher nicht unbedingt vom Fälschungskauf abschrecken würden. Daher können sich Unternehmen nicht darauf verlassen, dass lediglich eine Verbesserung der Gesetzeslage die Schäden durch Marken- und Produktpiraterie einschränken würde. Äußerst wichtig ist, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst aktiv werden und gegen den Handel mit Fälschungen vorgehen. „Mit Hilfe unserer verschiedenen, eigens entwickelten Technologien unterstützen wir Markenhersteller dabei, Fälschungen und Graumarktware im Internet aufzuspüren, Auktionen mit illegaler Ware zu stoppen und ihre Vertriebswege abzusichern. So können Unternehmen den Schaden, der durch Marken- und Produktpiraterie entsteht, eindämmen und haben die Möglichkeit, strafrechtlich gegen Fälscher und nicht autorisierte Händler vorzugehen“, sagt Vera Mund.
* Quelle: www.europa.eu
** Online-Umfrage von OpSec Security GmbH in Kooperation mit der TU München unter 454 Teilnehmern, die mindestens einmal in sechs Monaten im Internet einkaufen, zum allgemeinen Kaufverhalten, zur Einschätzung des Risikos, das von gefälschten Produkten ausgeht, und zu möglichen Motiven/Gründen, die Verbraucher zum Kauf von Fälschungen veranlassen. Das Durchschnittsalter der Befragten liegt bei 27 Jahren, 67 % der Befragten sind männlich, 33 % weiblich. Zur Hypothesenaufstellung wurde zuvor eine qualitative Fokusgruppenbefragung durchgeführt.










