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S-Bahn-Chaos muss zum Umdenken führen

20.07.200912:16 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Seit Wochen schon verbringen die Fahrgäste der Berliner S-Bahn ungezählte Stunden mit dem Warten auf überfüllten Bahnsteigen. Neueste Verlautbarungen lassen keine Besserung erhoffen, im Gegenteil, das Ausma? des Chaos bei der S-Bahn wird sich noch drastisch verschärfen.



Auch Studierende der Universität Potsdam sind von diesem Chaos betroffen. Ungefähr die Hälfte der Studierenden haben ihren Wohnsitz in Berlin und sind damit von der S-Bahn abhängig. Hinzu kommen die Potsdamer Studierenden, die von ihren Wohnorten in der Innenstadt ebenfalls die Berliner S-Bahn nutzen. Der Campus Griebnitzsee ist beispielsweise von Berlin oder dem Bahnhof Babelsberg aus nur mit der S-Bahn erreichbar. Die ohnehin überlastete Regionalbahn, die zwischen den Potsdamer Campus fährt, wird nun noch stärker belastet werden. Pünktliches Erscheinen an den Seminar- und Vorlesungsorten wird zur Glückssache.

Die Ma?nahme der Bahn, Wagenmaterial aus anderen Bundesländern zu organisieren und als Verstärkung auf den Gleisen der Fernbahn zwischen Ostbahnhof und Potsdam Hauptbahnhof fahren zu lassen, ist ein erster Schritt. Allerdings sind sämtliche Campus der Universität nicht mit diesen Bahnen erreichbar, zumindest für Griebnitzsee besteht weiterhin eine Abhängigkeit von der S-Bahn.

Die Bahn plant seit Jahren den Börsengang. Ihr gesamtes Unternehmen musste sich in dieser Zeit auf jenes Ziel ausrichten. Privatisierungsgegner der Bahn haben immer wieder die britische Bahn als Negativbeispiel für die Folgen von Privatisierung angeführt. Dort bekommt man als Gegenleistung für exorbitant hohe Fahrpreise eine unsichere und unverlässliche Bahn. Diese Warnungen haben sich jetzt in unserer Region bestätigt. Sicherheit, die auch regelmä?ige technische Wartung beinhaltet, kostet Geld. Dieses Geld wollte die S-Bahn, die seit langer Zeit ansehnliche Gewinne einfährt, sparen. Die Zuschussgelder des Landes Berlin, also Gelder, die von uns allen bezahlt werden, leitete die S-Bahn an den Mutterkonzern Deutsche Bahn weiter, um deren Gewinne zu steigern. Die S-Bahn unterlag derweil einer extremen Sparpolitik. Auf der Suche nach Einsparpotential, im Hinterkopf immer die neoliberalen Phrasen der „Effizienz“ und der „schlanken Unternehmen“, zogen die Wirtschaftsberater durch die Einrichtungen der Bahn, schlossen Werkstätten und entlie?en das Wartungspersonal. Wartungsintervalle wurden ausgedehnt, Kosten um jeden Preis gesenkt. Die Folgen dieser „effizienten“ Wirtschaftsweise sind nun für alle spürbar.
Seit Ende des zweiten Weltkriegs gab es in Berlin und Umland kein solches Chaos mehr bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das, was neoliberaler Dogmatismus und Gewinnwahn angerichtet haben, konnte bisher nur ein Weltkrieg übertreffen.

Die Linke.SDS in Potsdam fordert die Bahn dazu auf, die Studierenden der Universität – wie auch sämtliche andere Fahrgäste – für den Ausfall der Züge und die massive zusätzliche Belastung zu entschädigen. Auch die Studierenden besitzen bezahlte Fahrausweise. Zudem muss ein Umdenken beginnen. Der öffentliche Personennahverkehr gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge, seine Bedeutung ist selten so deutlich geworden, wie zur jetzigen Zeit, wo er nicht zur Verfügung steht. Neoliberale Ideologie zerstört diese Daseinsvorsorge planmä?ig. Die S-Bahn muss wieder für Wartung und Sicherheit des Materials sorgen. Das ist nur mit Mitarbeitern geeigneter Qualifikation und Zahl möglich. Diese Sicherheit kostet Geld, ist jedoch eindeutig den Gewinninteressen von Investoren vorzuziehen
Mit einfachen Parolen, wonach es für alle durch Konkurrenz preiswerter und besser wird, dass ein Privatunternehmen am besten wirtschaftet, dass die Effizienz gesteigert wird, gingen die marktradikalen Demagogen lange Zeit auf Bauernfang. Die Situation bei der S-Bahn zeigt das Gegenteil: die einzigen, die vom Privatisierungswahn der Bahn profitieren, sind die wenigen Börsenspekulanten. Alle anderen, die Fahrgäste, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und durch die Folgen verspäteter und ausgefallener Züge letztlich auch die gesamte Volkswirtschaft, verlieren. Der Neoliberalismus hat mal wieder gezeigt, dass er nicht imstande ist, länger als zwei oder drei Jahren in die Zukunft zu blicken. Sein Streben nach kurzfristigen Gewinnen macht langfristiges volkswirtschaftliche intelligentes Handeln unmöglich. Die öffentliche Hand, letztlich wir alle, werden durch diese Ideologie planmä?ig enteignet. Der ?PNV gehört in öffentliche Hand. Schluss mit dem Privatisierungswahn, Schluss mit dem neoliberalen Geschwätz, das uns lange genug für dumm verkauft hat.

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