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Bundespräsident liest Sparkassen die Leviten

(openPR) Die Sparkassen wollten sich eigentlich feiern – doch der Bundespräsident goss Wasser in den Wein. Auf einer Festveranstaltung in Berlin forderte Horst Köhler die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute auf, aus den Fehlern der Finanzmarktkrise zu lernen. Die Sparkassen sollten zu alten Tugenden zurückkehren. Dabei gab er konkrete Empfehlungen.



Eigentlich wollten die Sparkassen feiern - doch der Bundespräsident las den Sparkassen lieber die Leviten und stellte eine eigene Agenda für die öffentlich-rechtlichen Institute auf.

„Suchen Sie das Gespräch mit denen, die sich in der Vergangenheit schlecht beraten fühlten“, „haben Sie die Größe, Fehler zuzugeben und lernen Sie daraus“, sagte Köhler, der zwischen 1993 und 1998 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) war.

Das Wort Lehman Brothers nahm Köhler zwar nicht in den Mund – der Bezug lag aber auf der Hand. Gleich mehrere große Institute wie beispielsweise die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) oder Hamburger Sparkasse (Haspa) hatten Tausenden Kunden Lehman-Zertifikate empfohlen, die nach der Pleite der US-Investmentbank wertlos wurden. Die Fraspa hat sich mittlerweile mit zehn Mio. Euro an den Schäden, die ihren Kunden entstanden sind, beteiligt, ebenso die Haspa.

„Der Zeitgeist hat vor den Sparkassen nicht halt gemacht“, sagte Köhler in seiner Rede anlässlich des 125. Geburtstags des DSGV und des 200. Geburtstages der Sparkassen. Selbstkritisch räumte DSGV-Präsident Heinrich Haasis ein, dass die Sparkassen dafür Sorge tragen müssten, dass das besondere Vertrauen der Kunden in die Sparkassen erhalten bleibe.

Auch wenn sich die Sparkassen in der Finanzmarktkrise bislang relativ gut geschlagen haben, besteht für die Institute nach Köhlers Einschätzung keinerlei Anlass zur Selbstgerechtigkeit. Dagegen spreche auch die „bedrückende Lage" der Landesbanken. Der Bundespräsident hält eine Konsolidierung der noch sieben selbstständigen Landesbanken für zwingend erforderlich. Dafür werben die Sparkassen als Miteigentümer zwar schon seit Jahren, doch gegen den Widerstand der Bundesländer konnten sie bislang nichts ausrichten.

Wenig hält Köhler dagegen von der Idee, die Sparkassen mit anderen Instituten zu fusionieren, um größere Einheiten zu formen. Sparkassen seien ihrer Idee nach „ein Anker in der Globalisierung“. Daher sei auch das Regionalprinzip der Sparkassen nicht überholt.

International wirbt Köhler für die Schaffung einer staatlichen Ratingagentur in Europa. Investoren glauben indes nicht, dass es dazu kommt. „Dafür mahlen die bürokratischen Mühlen viel zu langsam“, sagt Alexander Ohl, Fondsmanager bei Union Investment. Auch die etablierten Ratingagenturen sehen den Vorstoß des Bundespräsidenten gelassen: „Um an den globalen Kapitalmärkten Gewicht zu haben, muss eine Ratingagentur auch global ausgerichtet sein; von daher sehen wir nationale Agenturen nicht als ebenbürtige Konkurrenten“, sagt Torsten Hinrichs, Deutschlandchef von Standard & Poor's.

Staaten als Träger von Ratingagenturen kann sich Hinrichs nicht vorstellen: „Staaten haben selbst Ratings und sind zudem Investoren, von daher wären die Interessenkonflikte sehr groß.“ Ohl von Union Investment hält dagegen zumindest theoretisch den Staat als Träger einer Ratingagentur für geeignet, weil Staaten nicht auf Gewinne angewiesen sind: „Somit würden Rating-Exzesse vermieden, die aus profitorientiertem Handeln der Ratingagenturen als privatwirtschaftlichen Unternehmen entstanden sind.“

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