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Betriebliche Kitas erhalten geringere Zuschüsse als städtische - Stuttgarter Gemeinderäte nehmen Stellung

26.05.200908:40 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Betriebliche Kitas erhalten geringere Zuschüsse als städtische - Stuttgarter Gemeinderäte nehmen Stellung
Vorne von li. nach re.: Waltraud Weegmann (KiND e.V.), Annette Sawade (SPD), Christina Metke (CDU), Rose von Stein (FDP). Hinten: Ralf Caspary (Moderator, SWR), Werner Wölfle (Bündnis 90 / Die Grünen)
Vorne von li. nach re.: Waltraud Weegmann (KiND e.V.), Annette Sawade (SPD), Christina Metke (CDU), Rose von Stein (FDP). Hinten: Ralf Caspary (Moderator, SWR), Werner Wölfle (Bündnis 90 / Die Grünen)

(openPR) Betriebskita? - Pech gehabt. Ein Betreuungsplatz dort kostet Eltern oft deutlich mehr als das, was sie in einer städtischen Einrichtung zahlten – oder die Unternehmen müssen in die Tasche greifen. Während einer Podiumsdiskussion erklärten Stuttgarter Gemeinderäte den Grund für die Ungleichbehandlung. Der ist schlicht: zu wenig Geld. Investiert werde da, wo die Betreuungslage am schlechtesten sei. Die Diskussion zeigte: Um überhaupt nennenswerte Zuschüsse zu ergattern, müssen Kitas in die Bedarfs­planung aufgenommen werden. Fehlende Transparenz und Verlässlichkeit dabei sorgen für eine prekäre Finanzierungssituation in den Kitas „Spatzennest“ und „Forscher­zwerge“. Der Vorschlag von Werner Wölfle (Bündnis 90 / Die Grünen): „80 Prozent Zuschuss wie für kirchliche Träger.“



Stuttgart (eos) – Stuttgarter Familien, die ihr Kind in einer betrieblichen Kindertagesstätte betreuen lassen, müssen dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen, als Eltern, die einen öffentlichen Betreuungsplatz ergattern konnten. Vielfach sind es neben den Eltern dann auch die Unternehmen, die die Differenz schultern. Diese Ungleichbehandlung von öffentlichen und betrieblichen Einrichtungen stößt bei Unternehmen, Eltern und Trägern auf Unverständnis. Der Stuttgarter Kita-Trägerverein KiND e.V., der in der Landeshauptstadt sechs Kinderhäuser betreibt, lud fünf Gemeinderäte aus den unterschiedlichen Fraktionen am vergangenen Dienstag zu einer Podiumsdiskussion in die Oskar-Lapp-Akademie nach Stuttgart-Vaihingen ein, um die Problemlage zu umreißen und Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

„Erst einmal Plätze schaffen“
Der Grundkonflikt läge nicht in der Frage, ob gleich bezuschusst würde oder nicht, sagte CDU-Stadträtin Christina Metke in ihrem Eingangsstatement. Angesichts des Ausbaubedarfs ginge es zunächst einmal darum, trotz begrenzter Ressourcen Plätze zu schaffen. „Das bestehende System noch zu verbessern, ist dann die Kür“, meinte sie. Stadträtin Rose von Stein (FDP) wies darauf hin, dass sich die Situation verbessert habe. Dass dies durchaus nicht für alle Einrichtungen gilt, machten Publikumsbeiträge deutlich: Das Max-Planck Institut (MPI) in Stuttgart eröffnete unlängst seine Einrichtung „Forscherzwerge“. Sie wurde – wieder Erwarten – nicht in die Bedarfsplanung aufgenommen. „Bei uns reisen Forscher aus Indien an und schauen verwundert auf diese prekäre Kinderbetreuungssituation“, berichtete eine MPI-Mitarbeiterin und ergänzte: „Wie Stuttgart so ein international konkurrenzfähiger Wissenschaftsstandort sein möchte, ist mir schleierhaft.“

Unternehmen: „Kinderbetreuung wird uns zu teuer“
Für Unternehmen sei das Engagement für Kinderbetreuung doch eine Win-win-Situation, gab die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Annette Sawade zu bedenken. KiND e.V.-Vorstand Klaus Hagmann, Werksleiter beim Druckfarbenhersteller Flint Group in Stuttgart-Feuerbach, sah das etwas anders: „Sicher profitiert ein Unternehmen von der Möglichkeit, Kinder betriebsnah betreuen lassen zu können – im Moment ist dies aber eher nicht unser Problem. Wir unterstützten den Umbau des Kinderhauses Spatzennest finanziell, aber das sollte es dann gewesen sein. Das Spatzennest ist nämlich eine öffentliche Einrichtung – aber nach wie vor nicht in der Bedarfsplanung. Unser Kita-Engagement kostet uns daher viel mehr als wir ursprünglich dachten und steht jetzt ernsthaft auf dem Prüfstand.“ Ein betroffene Mutter pflichtete bei: „Ich hätte gerne einen Krippenplatz in einer städtischen Einrichtung gehabt. Leider standen wir auf Platz 180 der Warteliste und hatten keine Chance in absehbarer Zeit einen zu bekommen. Jetzt geht mein Kind ins Spatzennest – das ist für uns – wegen der geringeren Zuschüsse deutlich teurer. Warum wird der Platz für unser Kind nicht so bezuschusst wie in anderen Einrichtungen?“

Ein „grüner“ Vorschlag: betriebliche Kitas gleich bezuschussen wie kirchliche
„Der Idealzustand wäre auch für uns: Wenn eine Kita da ist und Kinder sie nutzen, fließt der Zuschuss automatisch“, sagt Werner Wölfle, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen. „Doch das kann sich die Stadt nicht leisten: Wir haben doppelt so viele Anmeldungen von Trägern wie unsere Finanzierungsmöglichkeiten hergeben.“ Trotzdem kann Wölfe sich vorstellen, Unternehmen, die durch ihre Investitionen die Stadt entlasten und die benötigten Betreuungsplätze daher für die öffentlichen Haushalte günstiger schaffen, bei der Bezuschussung entgegen zu kommen: „80 Prozent, das bekommen die kirchlichen Träger auch. Wäre das ein Angebot?“, fragte er. KiND e.V.-Geschäftsführerin Waltraud Weegmann nickte: „Da könnten wir uns sicher treffen.“

Bedarfsplanung überdenken
„Wir nehmen aus dieser Diskussion mit, dass wir uns die Kriterien für die Bedarfsplanung noch einmal anschauen müssen“, fasste Metke zusammen. „Die Finanzierung muss transparenter werden und Unternehmen brauchen mehr Verlässlichkeit.“

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