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Warnsignale aus dem Gehirn

07.05.200914:12 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Warnsignale aus dem Gehirn
Dr. Bonnert:
Dr. Bonnert: "Wer Warnsignale für einen Schlaganfall erkennt und schnell handelt, kann schlimmeres häufig verhindern"

(openPR) Reichshof-Eckenhagen, 07. Mai 2009. Jedes Jahr erleiden rund 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Der Hirninfarkt ist damit die dritthäufigste Todesursa-che und darüber hinaus eine der häufigsten Ursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter. „Die meisten unserer Patienten berichten, der Schlaganfall habe sie ‚wie aus heiterem Himmel’ getroffen“, sagt Dr. Jürgen Bonnert, Chefarzt der Neurologie am MediClin Re-ha-Zentrum Reichshof, anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai. „Wenn wir dann über konkrete Vorboten des Schlaganfalls aufklären und nachfragen, ob diese im Vorfeld auftraten, bestätigen rund drei Viertel unserer Patienten mindes-tens eines der typischen Symptome.“ Warnsignale sendet der Körper meist dann, wenn das Gehirn vorübergehend nicht richtig durchblutet wird. „Eine eindeutige War-nung ist die kurzzeitige einäugige Blindheit“, erläutert Dr. Bonnert. „Sie ist zwar nicht das am häufigsten auftretende Symptom, kündigt dafür aber einen nahenden Schlag-anfall unmissverständlich an.“ Die vorübergehende Blindheit hat meist eine Erkrankung des Herzens als Ursache: Das sogenannte „Vorhofflimmern“, eine Herzrhythmusstö-rung, kann die Geschwindigkeit des Blutstroms verlangsamen und so die Entstehung von Blutgerinnseln bewirken. Diese werden unter anderem ins Gehirn verschleppt, wo sie eine Arterie verstopfen (Embolie) und so einen Schlaganfall auslösen können.



Lähmungserscheinungen oder Taubheit in den Extremitäten sind ein häufig auftreten-des Warnsignal und deuten auf eine Mangeldurchblutung des Gehirns hin. „Wenn ein Arm oder Bein länger als eine halbe Stunde taub bleibt, sollte man sich dringend in ärztliche Behandlung begeben“, rät Dr. Bonnert. Ähnlich verhält es sich bei Sprachstö-rungen. „Dabei werden diese häufig gar nicht vom Betroffenen selbst wahrgenommen, sondern von dessen Gesprächspartner. Sobald man bei seinem Gegenüber eine Sprachstörung bemerkt, sollte man ihn unbedingt darauf aufmerksam machen und dazu animieren, sich sofort untersuchen zu lassen.“ Weitere Warnsignale können sein: extrem starke und erstmalig auftretende Kopfschmerzen – gerade bei Menschen, die üblicherweise keine Kopfschmerzen haben –, Gleichgewichtsstörungen mit und ohne Schwindelgefühl, Hör- und Lesestörungen, Gangunsicherheit sowie Einknicken der Beine.

Risikofaktoren minimieren und sinnvoll vorbeugen
Bei den Risikofaktoren für Schlaganfälle unterscheidet man zwischen veränderbaren und nicht veränderbaren Faktoren. Die bedeutendsten veränderbaren Risikofaktoren sind anhaltender hoher Blutdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, chronischer Alkoholgenuss, körperliche Mangelbewegung und Diabetes. Nicht veränderbare Risi-kofaktoren sind insbesondere das Alter, das Geschlecht (bei Männern liegt das Risiko um 24 bis 30 Prozent höher), erbliche Belastung und die ethnische Zugehörigkeit.

Wer Zivilisationskrankheiten wie Schlaganfall wirkungsvoll vorbeugen möchte, sollte regelmäßig sportlich aktiv sein. Von großem Nutzen sind Ausdauersportarten wie Fahr-radfahren, Schwimmen, Joggen oder Walken. Sie eignen sich nachweislich zur Ge-wichtsregulation und haben einen günstigen Einfluss auf Blutzucker, Fettstoffwechsel und Bluthochdruck. Ausdauersportarten alleine sorgen allerdings noch nicht für ein optimales Training des gesamten Organismus; sie sollten mit motorisch komplexen Sportarten kombiniert werden. „Tanzen, Schwimmen, Turnen oder Gymnastik sind aufgrund ihrer hohen Komplexität hervorragend geeignet, auch im höheren Alter zahl-reiche Bewegungsschablonen sowie Vernetzungen und Verschaltungen im Gehirn anzulegen“, so Dr. Bonnert. Diese Sportarten sind nicht nur genauso effektiv zur Sen-kung des Arteriosklerose-Risikos wie Ausdauersportarten, sie bringen einen weiteren Vorteil mit sich: „Motorisch anspruchsvolle Sportarten sind abwechslungsreich und sorgen für eine anhaltend hohe Motivation. Am besten ist daher eine Kombination aus Ausdauer und Komplexität.“

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