(openPR) Volksbund: Kapitel Zweiter Weltkrieg kann auch nach über 60 Jahren noch nicht geschlossen werden
Das Massengrab mit 753 jüdischen Opfern, das in Jamlitz vermutet wird, verdeutlicht einmal mehr“, so Reinhard Führer, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., „dass das Kapitel Zweiter Weltkrieg auch nach über 60 Jahren noch nicht geschlossen werden kann. Es zeigt auch die Verpflichtung der Lebenden, jedem Opfer eine würdevolle letzte Ruhestätte zu ermöglichen.“
Im Fall Jamlitz in Brandenburg wacht Rabbi David Schmidl von der Internationalen jüdischen Beerdigungsaufsicht darüber. Er wird darauf achten, dass auf dem Gelände die religiösen Richtlinien eingehalten werden. Bei gefallenen Soldaten und Zivilopfern im In- und Ausland nimmt sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. dieser Gräber aus Kriegszeiten an.
Gräberfund – Was ist zu tun?
Mit Respekt erweist man den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft die letzte Ehre. Die Totenruhe darf deshalb nicht durch Souvenirjäger und Grabräuberei gestört werden. In Deutschland und auch in vielen anderen Staaten ist das strafbar. Wenn ein Fund gemacht wird, muss dieser umgehend gemeldet werden. Eine private Bergung ist ebenfalls illegal. Auch das Mitnehmen von „Andenken“ ist unzulässig. Gefundene Gegenstände sind keine Souvenirs! Das Verändern des Fundortes macht die Identifizierung der Toten und damit die Benachrichtigung der Hinterbliebenen schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.
Volksbund unterstützt Angehörige bei der Suche nach Vermissten, bei der Identifikation von Gefallenen und bei der Trauerarbeit
Nicht nur in Brandenburg gab es gerade in den letzten Monaten des Krieges viele Opfer zu beklagen, viele davon gelten als vermisst – auf deutscher wie auf alliierter Seite. Das ist ein großes Problem für die Hinterbliebenen, denn ohne diese letzte Gewissheit haben sie Schwierigkeiten mit diesem Kapitel abzuschließen. Bis heute werden immer wieder Gräber gefallener Soldatengefunden. Dank der Erkennungsmarken, die jeder Soldat tragen musste, können viele noch heute mit Hilfe des Volksbundes identifiziert werden.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sorgt aber nicht nur für eine Identifizierung, sondern darüber hinaus für eine angemessene letzte Ruhestätte. Hinterbliebene erhalten dadurch einen Ort für ihre Trauer. Die Pflege der Kriegsgräber und die Gedenkfeiern des Volksbundes helfen den Angehörigen der Kriegstoten bei dieser Trauerarbeit. Gleichzeitig sind sie ein bleibendes und wichtiges Mahnmal für Frieden und Versöhnung und nicht zuletzt gegen den Krieg – und das muss auch das Ziel Jamlitz sein.


















