(openPR) Die Gerichte und Staatsanwaltschaften in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr in Straf- und Gnadenverfahren Geldauflagen in einer Gesamthöhe von 27,7 Millionen Euro verhängt. Wie die auf Geldauflagenmarketing spezialisierte Berliner Agentur Pro Bono Fundraising mitteilte, nahm das Gesamtaufkommen der Geldauflagen damit im Vergleich zu 2007 um rund 41 Prozent zu. 22,3 Millionen Euro flossen an gemeinnützige Einrichtungen (hier ist ein Zuwachs von 44,8 Prozent zu verzeichnen!), 5,4 Millionen Euro in die Staatskasse. Der deutliche Anstieg des Gesamtaufkommens ist vor allem auf den Landgerichtsbezirk Stuttgart zurückzuführen, wo sich das Aufkommen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifachte - auf insgesamt 6,7 Millionen Euro.
Mathias Kröselberg, Geschäftsführer von Pro Bono Fundraising GmbH & Co. KG geht davon aus, dass es sich hier nicht um einen einmaligen Effekt handelt: „Im Rahmen unseres Monitoringverfahrens beobachten wir seit Jahren die Entwicklung der Geldauflagen. Durch die hohen Zuweisungen aus Steuer- und Wirtschaftstrafsachen ist hier – besonders seit dem letzten Jahr – ein augenfälliger Zuwachs zu verzeichnen.“
In der Tat gibt es einige Beispiele aus 2008, die für die Entwicklung eines Trends sprechen: Allein in der bekannten Liechtenstein-Steueraffäre hat die Bochumer Staatsanwaltschaft einen Betrag von rund sechs Millionen Euro verhängt. Im Mai 2008 verurteilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart einen großen Montageartikelanbieter zu einer Geldauflage von 1,5 Millionen Euro, im August verhängte das Amtsgericht Düsseldorf eine Geldauflage von rund 250.000 Euro gegen den Chef eines Industrieanlagenherstellers und im November wurde dem Chef eines Baukonzerns eine Geldauflage von
500.000 Euro auferlegt.
Entgegen dem Trend im Spenderbereich steigen die Zuweisungen an gemeinnützige Einrichtungen. Über 120 Millionen Euro Geldauflagen gingen aktuell an bundesweit tätige Spendenorganisationen und regionale Einrichtungen für gemeinnützige Zwecke.









