(openPR) Berlin, 8. April 2009. – Erziehung ist ein brisantes Thema. Was ist gute und was ist schlechte Erziehung? Wer erzieht überhaupt – die Eltern, die Schule, die Kindergärten, die Großeltern, die Freunde oder gar das Fernsehen? Wer soll, wer darf erziehen? Es gibt wohl niemanden, der keine Meinung zum Thema Erziehung hat. Einerseits wurden alle Menschen als Kinder einmal erzogen und haben inzwischen vielleicht auch selber Kinder, die es zu erziehen galt oder noch gilt. Andererseits gibt es immer wieder Berichte über Erziehungsprobleme im Fernsehen, in Zeitungen oder anderen Medien, die bei der Mehrheit den Eindruck entstehen lassen, es sei überall schlecht um die Erziehung unserer Kinder bestellt.
Dem aktuell überwiegend düsteren Erziehungsbild der Bevölkerung widersprechen die Befunde des GENERATIONEN-BAROMETERs 09. Kernbefund ist aus Sicht des FORUMs FAMILIE STARK MACHEN: Dort wo Familien viel Zeit miteinander verbringen, wo die Mitglieder Zuneigung und Liebe erfahren, dort ist der Zusammenhalt besonders groß (97 Prozent) und weniger Eltern klagen über Erziehungsprobleme
BREITER WANDEL DER ERZIEHUNGSZIELE
Das GENERATIONEN-BAROMETER 09 zeigt zudem eindrücklich eine Veränderung der Erziehungsziele. Die einst sehr wichtigen Erziehungsziele wie Pünktlichkeit (heute von 68 Prozent der jungen Eltern als Erziehungsziel angestrebt), gutes Benehmen (88 Prozent), Ordnung (66 Prozent) stehen auch heute noch hoch im Kurs. Es flankieren sie jedoch noch eine Reihe weiterer Ziele, die für frühere Generationen nachrangig waren: Selbstbewusstsein (bei der Erziehung der heute Erwachsenen erst von 42 Prozent der Eltern angestrebt, heute von 89 Prozent der jungen Eltern), Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten (einst 35 Prozent, heute 78 Prozent), gute Bildung (einst 49 Prozent, heute 77 Prozent) oder Durchsetzungsvermögen (einst 42 Prozent, heute 71 Prozent).
KOMMUNIKATION STATT KÖRPERLICHER STRAFEN
Dieser Wandel in den Erziehungszielen entspricht einem in der Studie deutlich sichtbaren Wandel in der Eltern-Kind-Beziehung. Sie ist heute stark geprägt von Kommunikation, von einem partnerschaftlichen Miteinander. Körperliche Strafen treten fast vollständig in den Hintergrund. Gewalt ist für heutige Eltern kein Mittel der Erziehung. Vielmehr geht es ihnen um die Beförderung des Selbstwertgefühls ihrer Kinder, ihres Selbstbewusstseins und um die Entfaltung ihrer Fähigkeiten.
ERZIEHUNGSKOMPETENZEN VON ELTERN STÄRKEN
Nur wenige Eltern fühlen sich in Erziehungsfragen häufiger unsicher (8 Prozent). Und während nur eine Minderheit der Bevölkerung den Einfluss der Eltern auf die Erziehung für ausreichend hält (35 Prozent) empfinden 80 Prozent der befragten Eltern von Kindern unter 16 Jahren ihren Einfluss als groß genug. Bei all den positiven Befunden in der Breite dürfen aber vorhandene Erziehungs- und Schulprobleme nicht verdrängt werden. Aus Sicht des FORUMs FAMILIE STARK MACHEN ist es in diesen Fällen notwendig, neben der von vielen Seiten geforderten finanziellen Entlastung von Familien und einer weiteren Verbesserung der familienbezogenen Infrastruktur, die elterliche Erziehungskompetenz zu stärken.
Prof. Dr. Hubertus Brantzen, Vorsitzender des FORUMs FAMILIE STARK MACHEN: „Wie 2006 zeigt das GENERATIONEN-BAROMETER 2009 deutlich, dass die Situation der Familien in der Breite nicht dem überwiegend düsteren Bild in der Öffentlichkeit entspricht. Natürlich wird in Familien auch manchmal gestritten. Aber das bestimmt in der Regel nicht das meist gute Klima: Die Mitglieder verbringen viel Zeit miteinander. Sie schätzen gemeinsame Mahlzeiten, tauschen sich aus, unternehmen viel zusammen und verstehen sich gut. Wer Erziehungs- und Schulprobleme angehen will, muss die Familien stärken.“
Diese und weitere Presseinformationen und Infografiken finden Sie unter www.familie-stark-machen.de.











