(openPR) MTK hessischer Pilotkreis bei Behördennummer 115 - Gall: 150 Anrufe am ersten Tag
Rund 150 Bürger haben die Behördenrufnummer 115 nach Angaben von Landrat Berthold Gall gestern im Main-Taunus-Kreis genutzt. Die Telefonnummer, unter der verschiedenste Behörden-Auskünfte erteilt werden, war um 8 Uhr morgens freigeschaltet worden. Der MTK nimmt als einzige Kommune in Hessen an einem bundesweiten Pilotprojekt teil. Bund, Länder und Kommunen erproben zunächst zwei Jahre lang die einheitliche Behördennummer. Das Auskunftssystem soll kontinuierlich ausgebaut werden. „Der schnellste Weg zur Behörde geht übers Telefon“, so Gall. „Als hessischer Pilotkreis setzen wir unsere ganze innovative Kraft ein, damit dieser Weg noch schneller wird.“
Bürger im Kreis, die nicht wissen, wer an welchem Ort für ihr Anliegen zuständig ist, brauchen jetzt nur noch die 115 wählen. Dort teilt ihnen das elfköpfige Team des Main-Taunus-Kundenservice mit, an wen sie sich wenden müssen, und hilft auch bereits mit ersten Informationen, etwa zu Öffnungszeiten und nötigen Unterlagen. Wer etwa wissen möchte, wo er einen neuen Personalausweis besorgen, sein Auto anmelden oder Elterngeld beantragen kann, erhält dort die entsprechende Auskunft über Kommunen- und Behördengrenzen hinweg. Über eine Wissensdatenbank kann das Serviceteam weitere Auskünfte abrufen oder auch Rückrufe oder Antwortmails von den Behörden vermitteln.
Laut Heidrun Simon, 115-Projektleiterin beim Kreis, konnten von den knapp 150 am Starttag eingegangenen Anrufen alle abschließend beantwortet werden. Die Fragen seien ganz unterschiedlich gewesen: „Ein Bürger wollte zum Beispiel sein Auto umschreiben lassen, ein weiterer einen Schwerbehindertenausweis beantragen und ein dritter Sperrmüll entsorgen.“
Erreichbar ist die 115 den Angaben zufolge werktags von 8 bis 18 Uhr. Ein Anruf kostet sieben Cent pro Minute aus dem Festnetz; dies sei von der Deutschen Telekom so vorgegeben. Leider könne die 115 aufgrund der Struktur des Telefonnetzes derzeit von Anrufern aus Ortsnetzen, die über die Kreisgrenzen hinausreichen, noch nicht genutzt werden. Die Vorwahlnetze 069, 06173 und 06174 würden im weiteren Verlauf des Projekts angeschlossen. Derzeit könne die 115 aber bereits von rund 95 Prozent der Bürger genutzt werden.
Nicht vorgesehen sei die 115 für allgemeine Notrufe, für die nach wie vor die 110 und die 112 zur Verfügung stünden. Auch blieben die Zentralnummer des Kreishauses (06192/201-0) und die Hotline 06192/201-333. Zudem könnten die Bürger nach wie vor die Mitarbeiter im Kreishaus unter deren Durchwahlnummern erreichen. Die 115 sei auch per Mobilfunk verfügbar: So könne beispielsweise ein Hamburger, der im Auto im MTK unterwegs ist, per Handy vom MTK-Service auch Informationen über Behörden in Hamburg erhalten.
„Den Bürgern verschafft die 115 Übersicht, spart Zeit und sichert verlässliche Informationen“, fasst Gall zusammen. „Für die Verwaltung ist die 115 ein weiterer Schritt zu mehr Bürgerfreundlichkeit und Effizienz.“ Er wertet die 115 auch als Beleg dafür, dass das Kreishaus „zu einem Service- und Informationszentrum“ geworden sei. Alleine bei den bisherigen zentralen Servicenummern im Kreishaus gingen pro Jahr rund 110.000 Anrufe ein. Hinzu kämen Hunderttausende von Anrufen in den einzelnen Ämtern.
Mit dem Projektstart seien noch nicht alle Informationen aus Behörden verfügbar, so der Landrat. „Aber es ist ein lernendes System, und das Angebot wird permanent verbessert. Je mehr Bürger die 115 nutzen, desto mehr wird dieser Lernprozess beschleunigt.“
Das 115-Projekt wurde am Dienstag (24. März) in Berlin von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble offiziell gestartet. Landrat Berthold Gall war mit Vertretern der anderen teilnehmenden Verwaltungen bei der Eröffnung in der Bundeshauptstadt anwesend. Bundesweit können rund zehn Millionen Bürger die 115 nutzen.
Im Kreishaus-Foyer weist eine große 115 mit Informationsmaterial die Bürger auf den neuen Service hin. Die Zahl als Blickfang wurde von Schülern der Brühlwiesenschule Hofheim gestaltet.









