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Expertentelefon zum Thema Zeckenstiche

26.03.200915:28 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) In welcher Jahreszeit sind Zecken gefährlich? Welche Krankheiten übertragen Zecken? Wie kann ich mich vor Zeckenstichen schützen? Wer übernimmt die Kosten einer Impfung? Antworten auf diese und weitere Fragen geben am Donnerstag, 2. April, Fachleute am Expertentelefon Zeckenstiche. In der Zeit von 10 bis 12 Uhr beantworten Dr. Robert Lange und Dr. Steffen Tobisch von der Borreliose-Initiative Berlin-Brandenburg und Sybille Kursen von der BKK·VBU Fragen rund um den gemeinen Holz-bock. Die Experten sind unter der Rufnummer 030 / 7 26 12 – 20 00 zu erreichen.



Übertragbare Krankheiten
Sobald die Temperaturen wieder steigen, beginnt auch die Zeckensaison. Schon bei Temperaturen zwischen acht und zehn Grad Celsius warten Zecken auf Grashalmen o-der im Unterholz auf einen Wirt, der sie im Vorbeigehen abstreift und mitnimmt. Meist ist ein Zeckenstich harmlos, aber die Tiere können auch Überträger gefährlicher Krankheiten - wie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder der Lyme-Borreliose - sein.

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Borrelientragende Zecken kommen in allen Teilen Deutschlands vor, durchschnittlich jede fünfte bis zehnte Zecke (abhängig vom Entwicklungsstadium Larve, Nymphe, erwachse-ne Zecke) hat die Erreger in sich. Die Erkrankung verläuft in drei Stadien und führt zu Veränderungen der Haut, Entzündungen an den Gelenken sowie Beeinträchtigungen des Nervensystems. Als Hinweis auf die Erkrankung gilt eine sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle (Wanderröte). Gegen Borreliose gibt es keine Vorbeugung. Behandelt wird die Krankheit mit Antibiotika.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die die Hirnhaut, das Hirngewebe, die Nervenwurzel oder das Rückenmark betreffen kann. Die Erkrankung zeigt sich zwischen drei und acht Tagen nach dem Zeckenstich durch Kopf- und Glieder-schmerzen. Zusätzlich sind Fieberschübe möglich. In Deutschland gibt es Gegenden, in denen Zecken, die mit dem FSME-Virus infiziert sind, gehäuft auftreten. Diese Risikoge-biete befinden sich in weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs und vereinzelt in Hes-sen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Experten schätzen, dass dort ein bis fünf Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich tragen. Schutz vor der Erkrankung bietet nur eine Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen, die in den Risikogebieten leben oder sich dort für längere Zeit aufhalten, sich impfen zu lassen.
Tipps zur Vorbeugung

1. Meiden Sie möglichst hohe Gräser, Gebüsch und Unterholz, denn Zecken fallen nicht etwa – wie oft behauptet – vom Baum, sondern warten in diesen Bereichen auf ihren Wirt, von dem sie beim Vorbeigehen abgestreift werden.

2. Suchen Sie nach dem Spaziergang unbedingt Kleidung und Körper nach Zecken ab. Vergessen Sie dabei nicht den Kopf, die Ohren und den Rücken. Die Tiere sollten innerhalb von zwölf Stunden entfernt werden, da das Infektionsrisiko für die Borreliose mit der Saugdauer steigt. Anschließend sollte die Zecke unbedingt getötet werden, weil sie auch ohne Blut lange überleben kann.

3. Tragen Sie helle und geschlossene Kleidung. Festes Schuhwerk, lange Hosen und Socken, die über die Hosenbeine gezogen werden, erschweren es Zecken, eine Fläche zum Blutsaugen zu finden.

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