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Die Krise der Rating-Agenturen

Bild: Die Krise der Rating-Agenturen

(openPR) Neben Hedge-Fonds, Investmentbankern und (Bank-)Managern müssen sich gegenwärtig auch die Rating-Agenturen überaus kritische Fragen zur Sorgfalt ihrer Analysen und zu ihrer Mitverantwortung beim Entstehen spektakulärer Blasen gefallen lassen. Schließlich haben die offenkundigen Defizite ihrer Bewertungsmethoden – insbesondere im Bereich der struktu-rierten Finanzprodukte – dazu geführt, dass private und institutionelle Investoren Vermö-genswerte in Milliardenhöhe verloren haben; einzelne Staaten sind in Folge der Finanzkrise sogar in finanzielle Bedrängnis geraten.



Die Kritik an den Rating-Agenturen ist freilich nicht neu: Große Zweifel an der Rolle der Rating-Agenturen auf den internationalen Kapitalmärkten gab es beispielsweise bereits nach der Asienkrise sowie den Insolvenzen von Enron und Parmalat. In allen Fällen entbrannte eine politische Debatte über die Marktmacht und die mangelnde Transparenz der Rating-Agenturen. Zudem gab es in den letzten Jahren sowohl in der EU als auch in den USA diverse Initiativen zu einer stärkeren Regulierung der Rating-Agenturen. Große geschäftliche Nachteile erlitten die Agenturen dadurch allerdings bisher nicht: Regulatorisch umgesetzt wurden vor allem solche Vorschriften, die dem freiwilligen Verhaltenskodex der der Internationalen Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) entsprachen; für die führenden internationalen Agenturen bedeutetet dies eine faktische Bestätigung ihrer Geschäftspraxis und ihrer methodischen Arbeitsweise. Gleichwohl ist die Intensität des jetzigen, weltweiten Unmuts über die Rating-Agenturen ein Novum und wird nicht ohne Folgen für die Zukunft der Ratingbranche bleiben. Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die Rating-Agenturen vor einem Wendepunkt stehen:

1. Bis zur Finanzkrise galten Rating-Agenturen größtenteils als ein politisches Nischenthema für Finanzexperten. Durch die Finanzkrise sind Rating-Agenturen einer breiteren, politisch interessierten Öffentlichkeit bekannt geworden – und zwar als Mitverantwortliche für diese ökonomischen Verwerfungen. Das erhöht den politischen Handlungsdruck auf die Regierungen, eine schärfere Regulierung voranzutreiben.
2. Bei früherem Fehlverhalten der Rating-Agenturen blieben die ökonomischen Folgen zumeist regional begrenzt. Da die Kritik an den Rating-Agenturen sich diesmal an ihrer zu guten Bewertung komplexer, weltweit gehandelter Finanzprodukte entzündet hat, sind nicht nur die finanziellen Auswirkungen der Krise globaler Natur. Vielmehr besteht unter den führenden Wirtschaftsnationen eine relativ hohe Bereitschaft, eine grenzüberschreitende Regulierung der Rating-Agenturen umzusetzen. Erkennbar war dies etwa beim Treffen der G20 Ende Februar in Berlin.
3. Besonders die EU ist zu einer härteren Gangart bereit – notfalls auch im Alleingang. Entsprechende Pläne auf EU-Ebene wurden letzen Sommer bekannt: Die Kommission legte einen Gesetzentwurf vor, der deutlich schärfer ist als der IOSCO-Verhaltenskodex und die Regulierung in den USA.

Vieles spricht also dafür, dass die Rating-Agenturen mit ernsten regulatorischen Konsequenzen rechnen müssen. Auch für die Platzhirschen Standard & Poor`s, Moody’s und Fitch Ratings dürften die verschärfte Regulierung diesmal gravierende Änderungen mit sich bringen. Wie stark die Agenturen betroffen sein werden, hängt natürlich von der konkretren Ausgestaltung dieser Regulierungsvorschriften ab. Nach dem Willen der EU-Kommission sollten die Rating-Agenturen ihre Methoden zur Bonitätsbewertung veröffentlichen und ihre Interessenkonflikte transparent machen. Zudem sollten Rating-Agenturen künftig auch strafrechtlich belangt werden können. Vorgeschlagen wurde weiterhin eine europäische Registrierungspflicht für die Rating-Agenturen. Im Falle schwerwiegender Fehler könnte den Agenturen dann ihre Zulassung für eine Tätigkeit in der EU entzogen werden. Des Weiteren sollte überprüft werden, bei welchen Vorschriften in der Kapitalmarktregulierung auf Ratings verzichtet werden kann.

Die Pläne der EU würden jedenfalls ein einfaches „weiter so“ der Rating-Agenturen deutlich erschweren – was nur zu begrüßen wäre! Allerdings sollte nicht nur der Gesetzgeber Lehren aus dem Versagen der Rating-Agenturen ziehen. Vielmehr sollten Fondsmanger wie private Anleger künftig eine größere Skepsis gegenüber dem Urteil von Rating-Agenturen oder anderen Analysten aufbringen. Denn eigene Sorgfalt, viel Fleiß sowie ein gesunder Menschenverstand bleiben der beste Schutz vor stumpfsinnigem Herdenverhalten mit bitterbösem Ende.

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