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Universität Potsdam - Du kommst hier nicht rein

04.03.200917:29 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Universität Potsdam - Du kommst hier nicht rein

(openPR) Universität Potsdam plant Master-Zulassungsbeschränkungen

In der nächsten Sitzung der Senatskommission für Lehre und Studium (LSK) am 24. März steht ein Entwurf der geplanten Zulassungsordnung für alle nicht lehramtsbezogenen Masterstudiengänge an der Universität Potsdam zur Diskussion. Mit diesem Entwurf sollen die Vorgaben zur Erstellung der einzelnen fachspezifischen Studienordnungen festgeschrieben werden. Ein gewichtiges Regelungswerk also - alle Punkte dieser Zulassungsordnung gelten dann für jedes Studienfach an der Universität Potsdam.

Fragwürdig ist daher der Versuch der Universitätsleitung in dieser Ordnung feste Zulassungshürden zu etablieren. Eine Vorgabe an die Studienordnungen ist die mögliche Einführung der Zulassungsvoraussetzung, entweder nur diejenigen Studierenden zum Masterstudium zuzulassen, die einen besseren Bachelor-Abschluss als 2,6 erreichen konnten oder aber zu den besten zwei Dritteln des Jahrgangs zählen. "Da können die Studierenden schon mal abzählen: Eene meene meck, und du bist weg. Jede/r Dritte wird aussortiert", fasst Florian Piepka, AStA-Referent für Campuspolitik, den Entwurf zusammen.

Viele Studierende sind aufgrund der geplanten Regelung verunsichert. Fassungslose und wütende Anfragen erreichen täglich das Büro des Studierendenausschusses. Der Grundtenor aller Erkundigungen ist die Frage nach dem Sinn einer solchen restriktiven Regelung. Da hilft es sich zu erinnern: Im vergangenen Jahr fand im November eine Demonstration von Studierenden aus ganz Brandenburg vor dem Landtag in Potsdam statt. Damals ging es darum restriktive Vorgaben im Brandenburgischen Hochschulgesetz (BbgHG), wie eben die Master-Zulassungsbeschränkungen und Zwangsexmatrikulationen, zu verhindern. Das Vorhaben ist gescheitert, die Politik hört ihre BürgerInnen nicht und verabschiedete sogar den falschen Entwurf eines ungerechten Gesetzes.

Genau diese verabschiedeten und rechtskräftigen Vorgaben setzt die Universität Potsdam jetzt um. Zwangsexmatrikulationen wurden mit der Verabschiedung der Rahmenprüfungsordnung bereits am vergangenen Dienstag in der LSK auf den Weg gebracht, Master-Zulassungshürden sollen folgen. "Dass die Universität Potsdam nur wenige Wochen nach der Verabschiedung des neuen Hochschulgesetzes ausgerechnet das umsetzt, was nach Angaben der Regierungskoalition in den Landtagssitzungen eigentlich nie passieren sollte, zeugt einerseits von der Glaubwürdigkeit der Brandenburger Regierungskoalition und andererseits davon, wessen Interessen in diesem Hochschulgesetz berücksichtigt wurden: Es sind die überforderten Hochschulverwaltungen, die in ihrem selbst mitverschuldeten Elend der Mangelverwaltung den bzw. die einzelne Studierende völlig aus dem Blick verloren haben. Inzwischen kämpfen wir nur noch um eine Hochschule mit einem halbwegs menschlichen Antlitz", erklärt AStA-Referent Tamás Blénessy.

"Bildung und nicht etwa die Braunkohle ist die wichtigste Ressource unseres Landes. Und in Brandenburg bemühen sich Politik und Hochschulen ein Drittel aller Studierenden von der Erlangung des akademischen Grades "Master" abzuhalten. Eine Schande, dass kurzfristige finanzielle Interessen den Abwärtstrend in der Entwicklung Brandenburgs festschreiben sollen", lautet ein pessimistisches Resümee des AStA-Referenten für Studienbedingungen, Sebastian Schultz.

Aber das man zu den besten zwei Dritteln seines Jahrgangs gehört, reicht noch nicht aus um einen Masterplatz zu erhalten. Wenn die Zahl der verfügbaren Plätze die Zahl der BewerberInnen übersteigt, werden Rangreihen der Studierenden gebildet. Dabei werden Punkte vergeben, für Zensuren, Auslandsaufenthalte, aber auch auf "nachgewiesene Exzellenz" und Motivationsschreiben, in denen unter anderem Beweggründe und Ziele bei der Wahl des Universitätsstandortes Potsdam herauszustellen sind. Außerdem können Studienordnungen vorsehen, dass Bewerbungsgespräche geführt werden oder Empfehlungsschreiben von Dozenten notwendig sind. "All diese Regelungen öffnen Willkür Tür und Tor. Freiheit der Berufswahl, ein Grundrecht, wird mit Füßen getreten durch die Etablierung objektiver Berufswahlbeschränkungen", fasst Florian Piepka die geplante Rahmenzulassungsordnung für Masterstudiengänge an der Universität Potsdam zusammen.

Bleibt im Sinne aller Studierenden zu hoffen, dass die Universität Potsdam zur Vernunft findet. Falls nicht, werden Gerichte über diese Frage entscheiden: Vor zwei Wochen hat der AStA der Universität Potsdam zwei Normenkontrollverfahren beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Die oben beschriebenen Regelungen, Notengrenze sowie Quotenregelung, werden exemplarisch an den Zulassungsordnungen der Masterstudiengänge Betriebswirtschaftslehre und Informatik beklagt.

Zum Beginn des Sommersemesters wird der AStA der Universität Potsdam eine Kampagne unter dem Titel "Master für Alle" starten, welche die Studierenden über diese aktuellen Entwicklungen hinzu einer entmenschlichten und sozial ungerechten Hochschule informieren soll.

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