(openPR) Der aktuelle Anstieg der Geburtenzahlen ist für die Katholische Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung noch kein ausreichender Beleg für eine familienfreundlichere Gesellschaft. „Es kommt nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität im Umgang mit Familien und vor allem mit Müttern an“, sagt Bundesgeschäftsführerin Margot Jäger in Freiburg. In der KAG sind 23 Kliniken und 400 Beratungsstellen zusammengeschlossen. Das Jahresergebnis der Arbeitsgemeinschaft dokumentiert die gesundheitliche Belastung von Familien: Im vergangenen Jahr haben 11.500 Mütter und 16.000 Kinder an einer Maßnahme der Müttergenesung teilgenommen. Das ist eine Zunahme um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„Der Bedarf an stationärer Hilfe ist hoch. Nachdem die Krankenkassen die Müttergenesung wieder als Pflichtleistung aufgenommen haben, zeigt sich in Zahlen, wie groß die gesundheitliche Belastung der Mütter in Deutschland ist“, so Jäger. In der Vergangenheit haben verschiedene Gesundheitsreformen die Frauen verunsichert und vielfach dazu geführt, dass sie erst gar keinen Antrag mehr bei ihrer Krankenkasse gestellt haben.
„Wenn so viele Mütter durch ihre Mehrfachbelastung erkranken, sehe ich in puncto Familienfreundlichkeit noch Potenzial“, sagt Margot Jäger. Für sie sind vor allem die Alleinerziehenden auf besondere Hilfen angewiesen. Sie stellen die größte Gruppe der Teilnehmerinnen bei Mutter-Kind-Maßnahmen. „Hier spüren wir sehr deutlich, dass die Hilfen für Alleinerziehende vor Ort nicht ausreichend sind“, berichtet Jäger und verweist auf den Familienreport des Bundesfamilienministeriums, der für Alleinerziehende ein besonders hohes Armutsrisiko feststellt.
Weil Familien unter dem besonderen Schutz des Staates stehen, sieht der Gesetzgeber für kranke Mütter Maßnahmen der speziellen Vorsorge oder Rehabilitation vor – alleine oder für Mutter und Kind. In den Beratungsstellen ist im vergangenen Jahr deutlich zu spüren gewesen, dass die Müttergenesung wieder fester Bestandteil der Pflichtleistungen der Krankenkassen geworden ist. Für die Frauen bedeutet dies mehr Sicherheit darüber, welche Angebote und Leistungen ihnen zustehen. Die Beraterinnen bestätigen, dass die Kassen nicht mehr so restriktiv über Anträge entscheiden wie in der Vergangenheit.
Bei den Einrichtungen fiel die Wahl überdurchschnittlich häufig auf Kliniken der KAG Müttergenesung. Jäger führt dies auf den hohen Qualitätsanspruch und den ganzheitlichen Ansatz innerhalb der therapeutischen Ketten aus Beratung, stationärem Aufenthalt und Nachsorge zurück. Dies werde von Patientinnen und Krankenkassen geschätzt, so Jäger.






