(openPR) Etwa 70 Prozent der mehr als zwei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause von ihren Angehörigen versorgt. Oftmals sind es die Frauen, die diese Aufgabe übernehmen. Doch nur die wenigsten haben eine pflegerische Ausbildung für diese Hilfe rund um die Uhr. Die Folge sind körperliche und seelische Überlastungen, weil die eigene Gesundheit in den Hintergrund rückt. „Rückenschmerzen, chronische Erschöpfung und Depressionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen von pflegenden Frauen“, weiß Margot Jäger, Bundesgeschäftsführerin der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung. Gerade Frauen, die neben der Pflege noch in der aktiven Erziehungs- und Familienverantwortung stehen, leiden in besonderer Weise unter der Mehrfachbelastung und der fehlenden Zeit für die eigene Gesundheit. Darum bietet die KAG Müttergenesung in ihren Kliniken spezielle Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für pflegende Frauen an.
Im Pflegealltag stellen viele Frauen eigene Bedürfnisse hinter die des Kranken zurück. „Einen chronisch kranken, behinderten oder dementen Menschen zu betreuen, ist ein Vollzeit-Job mit hoher körperlicher und seelischer Belastung“, weiß Schwester Hildegard Braun, Leiterin der Fachklinik St. Marien in Wertach. „Dass Mütter-Kuren auch Pflegenden zustehen, ist leider viel zu wenig bekannt“, bedauert sie. Die Fachklinik St. Marien bietet spezielle Termine für pflegende Frauen an. Dabei geht es neben der therapeutischen Arbeit auch um Informationen, wie sich die Frauen im Paragrafen-Dschungel der Pflegeversicherung besser zurecht finden.
Wenn Frauen einen Angehörigen pflegen, zögern sie bei einer Erkrankung häufig mit dem Gang zum Arzt. Der Spagat zwischen Familie und Pflege fordert zusätzlich. „Bei einem Großteil der Frauen ist die Grenze der Belastbarkeit längst überschritten. Sie sind am Ende ihrer Kräfte“, so Schwester Hildegard. Während einer Mütter-Kur lernen die Frauen, sich in ihrem Alltag bewusst Auszeiten zu nehmen und aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun. „Darüber hinaus hilft es vielen Frauen, sich mit anderen über ihre Sorgen und Nöte auszutauschen. Endlich erfahren sie Aufmerksamkeit und Verständnis.“ Schwester Hildegard freut sich, dass viele Frauen auch nach dem Aufenthalt in Wertach in Kontakt bleiben.
Weitere Informationen und Termine zu den Angeboten der KAG Müttergenesung für pflegende Frauen gibt es bei der Telefonhotline 0180/ 140 0 140 (3,9 Cent pro Minute).










