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Hans-Jörg Bullinger wird 60

01.01.200410:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) 8. April 2004 - Professor Hans-Jörg Bullinger wird am 13. April 60 Jahre alt. Der Arbeitswissenschaftler und Technologiemanagement- Experte ist seit Oktober 2002 Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Zurzeit engagiert sich Bullinger intensiv für eine Innovationsoffensive. Als Mitglied der »Partner für Innovation« treibt er die Initiative tatkräftig voran.



Hans-Jörg Bullinger wurde am 13. April 1944 in Stuttgart geboren. Nach Volks- und Mittelschule absolvierte er bei der Daimler-Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim eine Lehre als Betriebsschlosser und war dort anschließend als Betriebsmechaniker tätig. Danach besuchte er die Technische Oberschule in Stuttgart.

Vom Lehrling bei Daimler-Benz zum Professor der Arbeitswissenschaft1966 begann er an der Universität Stuttgart ein Maschinenbaustudium. Nach dem Diplom wurde Hans-Jörg Bullinger im Jahre 1974 mit Auszeichnung zum Dr.-Ing. promoviert. Nur vier Jahre später hatte er die Habilitation erfolgreich abgeschlossen. 1971 begann er als wissenschaftlicher Assistent an dem von Professor Hans-Jürgen Warnecke geleiteten Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF der Universität Stuttgart. Seit 1975 war er außerdem als Leiter der Hauptabteilung Unternehmensplanung am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA tätig.

1980 erfolgte die Berufung zum ordentlichen Professor für Arbeitswissenschaft / Ergonomie an die Universität Hagen. 1981 wurde Bullinger Leiter des neu gegründeten Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart und 1982 ordentlicher Professor für Arbeitswissenschaft an der Universität Stuttgart. 1991 übernahm er außerdem die Leitung des an der Universität Stuttgart neu eingerichteten Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT, das durch einen Kooperationsvertrag mit dem IAO verbunden ist.

Im Herbst 2002 musste Bullinger die Leitung dieser beiden Institute an seinen Nachfolger Professor Dieter Spath übergeben, denn er war zu höheren Aufgaben berufen worden: Er trat am 1. Oktober 2002 das Amt als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft an.

Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Hans-Jörg Bullinger hat in Stuttgart den größten deutschen Institutsverbund für Arbeitswissenschaft, Organisation und Technologie-management aufgebaut, der in einzigartiger Weise unterschiedliche Disziplinen vereint und mit der industriellen Praxis verknüpft. Da-rüber hinaus hat er die Hochschule mit innovativen Lehrangeboten bereichert. Mit neuen interdisziplinären Lehrinhalten wie dem in Deutschland einmaligen Studiengang »Technologiemanagement« ist es ihm gelungen, neue für Wissenschaft und Praxis wichtige Lehrinhalte in die Ingeniereurausbildung an der Universität Stuttgart einzubringen. Bullinger hat über 1 000 Studien- und Diplomarbeiten, mehr als 40 Promotionen und mehrere Habilitationen betreut.

Beleg für die überaus erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit ist die Vielzahl und Vielfalt seiner Publikationen. Bullinger verfasste unter anderem Bücher zu den Themen »Mensch - Arbeit - Neue Technologien«, »Arbeitssystem- und Arbeitsmittelgestaltung«, »Fabrik der Zukunft«, »Konstruktions- und Entwicklungsplanung«, »Integrierte Bürosysteme«, »Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechnung für Ingenieure«, »Target Management«, »Dienstleistungen - Innovation für Wachstum und Beschäftigung«, »Office 21«, »Business Communities«, »Wissenspool Innovation« und »Technologiemanagement«. Jüngste Veröffentlichung ist das Buch zum Jahr der Techik »Trend-barometer Technik«, das über 100 innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen vorstellt.

Kennzeichen von Bullingers Forschungen ist die konsequente Ausrichtung auf den »Mensch als Maß der Technik«. Bei allen Bestrebungen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu steigern, stellt er den Menschen in den Mittelpunkt. Frühzeitig hat er die Bedeutung der menschengerechten Arbeitsgestaltung wissenschaftlich untersucht und in die Praxis umgesetzt. Damit hat er einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsqualität in Deutschland geleistet. Hervorzuheben sind die Modelle zur Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie zur Entwicklung von Gruppenarbeit. Mit dem Modell einer lernenden Organisation mit flachen Hierarchien und einem hohen Maß an Selbstverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Bullinger einen Beitrag zur Entwicklung moderner Organisationsstrukturen für die künftige Wissensgesellschaft geleistet. Bullinger arbeitet sehr eng mit der Wirtschaft, vor allem mit der mittelständischen Industrie, zusammen und unterstützte viele Unternehmen bei der erfolgreichen Teilnahme am globalen Wettbewerb.

Bullinger geht es darum, Zukunftsvisionen nicht nur aufzuzeigen, sondern tragfähige Realisierungsmöglichkeiten zu entwickeln. Er wirkt als Vordenker und Initiator künftiger gesellschaftlicher Entwicklungen auch konkret bei der Gestaltung gesellschaftlich wichtiger Entscheidungen der Gegenwart mit. So hat er die öffentliche Diskussion der vergangenen Jahre um die Entwicklung der Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft entscheidend mitgeprägt und die Debatte um die alternde Gesellschaft um wichtige Aspekte bereichert. Sein derzeitiger Schwerpunkt liegt auf einer Innovationsoffensive für Deutschland. Er ist überzeugt, dass wir in Deutschland nur als innovative und kreative Nation bestehen können. Der globale Wettbewerb wird über die »Brainpower« der Menschen entschieden. Deren Kreativität und Erfindungsreichtum gilt es zu erschließen und in den Unternehmen und Verwaltungen in die Praxis umzusetzen. Vordringlichste Aufgabe der Gesellschaft ist für Bullinger, neue Arbeitskonzepte für unsere Gesellschaft zu entwickeln. Der Weg dahin führt über Innovationen und damit über den entscheidenen Faktor Mensch. Derzeit ist er als unermüdlicher Botschafter unterwegs, um die Innovationsoffensive in Wirtschaft und Wissenschaft voranzutreiben.

http://www.fraunhofer.de/presseinfo

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