(openPR) Die Wirtschaftskrise wird auch den Wirtschaftsraum Lichtenfels nicht unberührt lassen. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für Oberfranken Bayreuth nach der Auswertung ihrer aktuellen Konjunkturbefragung. Die Umfrageergebnisse zur aktuellen Geschäftslage sind nach wie vor positiv: 19% der befragten Lichtenfelser Unternehmer beurteilen ihre aktuelle Lage positiv, nur 8% negativ. Die Lichtenfelser Wirtschaft setzt sich damit gemeinsam mit Bayreuth klar von der Einschätzung in den anderen Regionen ab, die deutlich negativer ausfallen. Skeptisch fällt dagegen der Blick in die Zukunft aus: Nur 12% der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Lichtenfels rechnen mit einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäftslage, 39% befürchten eine Verschlechterung. „Die Unternehmer sind wegen der Entwicklung der Weltwirtschaft verunsichert. Viele planen verhalten, weil niemand solide abschätzen kann, wie sich das Jahr entwickeln wird“, so Wilhelm Wasikowski, Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums Lichtenfels (IHG), in einer ersten Stellungnahme zu den Ergebnissen.
Der weltweite Konjunktureinbruch trübt die Stimmung in der oberfränkischen Wirtschaft ein. Vor allem Automobilhersteller und -zulieferer haben weltweit mit Produktionsrückgängen und Kurzarbeit auf die Absatzkrise reagiert. Viele Investitionsvorhaben sind gestoppt oder verschoben und auch die Bankenkrise ist noch nicht überwunden – mit allen Konsequenzen für das Kreditgeschäft. Der IHK-Konjunkturklimaindikator fällt um fast neunzehn auf 89,6 Punkte. Von den Turbulenzen betroffen sind derzeit vor allem die oberfränkische Industrie und die Transportwirtschaft. Dabei ist Insbesondere das Auslandsgeschäft deutlich ins Stocken geraten. Noch weitgehend unbeeindruckt von der Krise zeigen sich aktuell der Einzelhandel, die Dienstleistungs- sowie die Tourismusbranche.
Industrie: Ausbleibende Auftragseingänge und Kurzarbeit
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftlage in Stadt und Landkreis Lichtenfels fällt besser als im oberfränkischen Durchschnitt aus. Aktuell beurteilen 19% der befragten Unternehmen ihre derzeitige Lage positiv (Oberfranken: 24%), nur 8% negativ (Oberfranken: 25%). Aber: Bei 35% der Befragten hat sich die Ertragslage seit dem Herbst verschlechtert. „Gerade in der Industrie und hier vor allem in der Kfz-Zulieferbranche sind die Auswirkungen deutlich zu spüren. Zahlreiche Industriebetriebe mussten wegen ausbleibender Aufträge mit Kurzarbeit reagieren“, erläutert Wolfram Brehm, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik. Unmittelbar vom Auftragsmangel betroffen sei auch die Transportwirtschaft.
Zukunftserwartung von Skepsis geprägt
Deutlich pessimistischer fällt der Blick der Lichtenfelser Wirtschaft auf die künftige Entwicklung aus: Nur noch 12% (Oberfranken: 16%) der Unternehmen erwarten für 2009 einen Aufwärtstrend, 39% sind dagegen pessimistisch (Oberfranken: 35%). Zwar planen 91% der Unternehmen im Raum Lichtenfels für die kommenden Monaten Investitionen (Oberfranken: 86%), dies werde allerdings kaum positive Effekte auf den regionalen Arbeitsmarkt haben. Im Wirtschaftsraum Lichtenfels gehen nur 8% (Oberfranken: 7%) der befragten Unternehmen von einer zunehmenden und 58% (Oberfranken: 37%) von einer abnehmenden Anzahl der Beschäftigten aus. Wasikowski ist sich aber sicher, dass die mittelständisch geprägten Unternehmer ihr möglichstes tun werden, um gerade die Stammbelegschaft dauerhaft zu halten. „Wenn die Unternehmen die Kurzarbeit dazu nutzen, ihre Mitarbeiter zu qualifizieren, können wir sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen“, so der Wirtschaftsvertreter. „Die meisten unserer Unternehmen sind gut aufgestellt und in der Lage, auch eine zeitlich befristete Nachfrageflaute zu überstehen“.
Wasikowski: „Lage nicht schlechter reden als sie ist“
„Noch nie war es so schwierig, eine zuverlässige Prognose zu erstellen“, so Wasikowski. Zu viele unkalkulierbare Indikatoren beeinflussen die weitere Entwicklung. Weltweit bemühen sich Regierungen, National- und Weltbanken um eine Stabilisierung der Lage. Nicht alle Maßnahmen seien Ziel führend, doch unter dem Strich führen die Konjunkturprogramme zu deutlichen Impulsen. Auch die Bemühungen zur Stabilisierung der Banken haben eine Struktur bekommen. Hinzu komme der gesunkene Ölpreis als Konjunkturprogramm.
Unternehmerische Zuversicht Wilhelm Wasikowski ein: „Die Lage ist ernst, aber wir dürfen sie auch nicht schlechter reden als sie ist. Unsere mittelständisch geprägten Familienunternehmen stehen auf einem soliden Fundament und haben bereits viele Krisen überwunden.“ Gemeinsam und entschlossen müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber jetzt handeln, um die schwierige Phase zu überstehen“, so Wasikowski. Auch die Tarifparteien könnten mit maßvollen Tarifabschlüsse einen Teil zur Überwindung der Krise beitragen.











