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Privater Emissionshandel rückt in greifbare Nähe

08.12.200816:01 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Hessischer Schornsteinfegerverband stellt Gesamtergebnisse des Modellprojekts zum privaten Emissionshandel vor und strebt jetzt Genehmigungsverfahren an

Wiesbaden, 8. Dezember 2008 – Privater Emissionshandel könnte schon bald Realität werden. 197 hessische Wohnungseigentümer haben bewiesen, dass sich mit entsprechenden energetischen Sanierungsmaßnahmen am Gebäude sehr große Mengen klimaschädliches CO2 einsparen lassen. Das eingesparte CO2 könnte, gäbe es ein akkreditiertes Handelssystem für Kleinemittenten, in den Emissionshandel eingebracht werden. Pro Jahr könnten die Hauseigentümer dann je nach Maßnahme mehrere hundert Euro erlösen und darüber hinaus einen positiven Beitrag zur Einhaltung der Vorgaben des Kyoto-Protokolls leisten. In Wiesbaden stellte jetzt der Projektinitiator, der Landesinnungsverband Schornsteinfegerhandwerk Hessen (LIV), den Abschlussbericht des zwei Jahre dauernden Modellprojekts vor: In den 197 Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern sowie Wohnblocks in Hessen wurde eine CO2 Reduktion von durchschnittlich 55 Prozent erreicht. Insgesamt wurden mehr als 2.500 Tonnen CO2 eingespart, wovon rund die Hälfte, 1.200 Tonnen CO2, dem Emissionshandel zugeführt werden könnten.



Bislang kann lediglich die Großindustrie durch energetische Verbesserungen ihrer Produktionsanlagen vom Emissionshandel profitieren. Doch damit Deutschland den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren und die Vorgaben des Kyoto-Protokolls erfüllen kann, macht sich der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Hessen für den privaten Emissionshandel stark. Im Modellprojekt „EmSAG Emissionsankauf durch Schornsteinfeger für energetische Verbesserungen in Anlagentechnik und der Gebäudehülle“ wurde untersucht, inwieweit CO2-Einsparungen privater Haushalte ermittelt und zertifiziert werden können. 42 Schornsteinfeger mit Zusatzausbildung zum Gebäudeenergieberater stellten hierfür die Energiebilanz der 197 Wohngebäude vor und nach der energetischen Sanierung fest. Dabei wurden alte Heizkessel ausgetauscht und oft auch die Gebäudefassade gedämmt. „Die Ergebnisse von EmSAG stimmen uns zuversichtlich, denn in der Gesamtauswertung kamen etliche Tonnen eingespartes CO2 zusammen. Diese Menge ist für einen Handel mit Emissionen nicht ausreichend, da eine Mindestmenge bei 20.000 Tonnen liegt. Wenn das Prinzip EmSAG deutschlandweit in die Praxis umgesetzt und zahlreiche Haushalte daran beteiligt werden, dann würde die handelbare Mindestmenge schnell erreicht“, erklärt Landesinnungsmeister Hans-Werner Schech. Der Privathandel funktioniert auf dem Prinzip des „Pooling“: Kleine Mengen CO2 werden zu einer größeren, handelbaren Menge zusammengefasst. Nachdem das hessische Modellprojekt das Potenzial eines privaten Emissionshandels erfolgreich aufzeigen konnte, strebt der LIV die Umsetzung auf Bundesebene an. „Unser Wunsch ist es jetzt, die Voraussetzungen für die Einleitung eines Genehmigungsverfahrens zu schaffen.“

Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt EmSAG vom Bremer Energie Institut, das unter anderem die Akzeptanz der Teilnehmer untersuchte und zu dem Ergebnis kam, dass durch finanzielle Anreize bei 80 Prozent der Befragten das Interesse, CO2 einzusparen steigt. Dr.-Ing. Claus-Dieter Clausnitzer erklärt hierzu, dass 85 Prozent der Befragten es als wichtig empfinden, ein Feedback zur Höhe ihrer erreichten CO2-Einsparungen zu erhalten.


Ergebnisse des EmSAG-Abschlussberichts

Von den 197 Gebäuden in Hessen, die für EmSAG untersucht wurden, waren 65 Prozent Einfamilienhäuser, 20 Prozent Wohnblocks, acht Prozent Zweifamilienhäuser und sieben Prozent Mehrfamilienhäuser. Insgesamt wurden aufgrund energetischer Sanierungsmaßnahmen 55,5 Prozent eingespart. Dies entspricht einer beachtlichen Menge von 2526,5 Tonnen CO2. Davon könnten rund 1200 Tonnen dem Emissionshandel zugeführt werden. Im Durchschnitt wurde für jedes Gebäude der CO2-Ausstoß um 12,8 Tonnen reduzieren. Bei Ein- bis Zweifamilienhäuser gelang eine jährliche Reduktion von sechs bis acht Tonnen, Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks erzielten durchschnittlich eine Einsparung zwischen 14 und 21 Tonnen. „Wäre privater Emissionshandel schon 2009 möglich, dann erhielten Hauseigentümer für jede handelbare Tonne CO2 bares Geld. Über mehrere Jahre gesehen, kommt hier eine stattliche Summe zusammen. Ganz abgesehen davon, werden die Heizkosten durch die Sanierung drastisch reduziert, höhere Behaglichkeit, und das guten Gefühl, einen großen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt geleistet zu haben“, fasst Landesinnungsmeister Hans-Werner Schech die Vorteile des privaten Emissionshandel zusammen.

Das Projekt des Landesinnungsverbandes Schornsteinfegerhandwerk Hessen wurde gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Umweltallianz Hessen sowie dem Hessischen Umweltministerium und dem Hessischen Wirtschaftsministerium.

Weitere Informationen:
www.emsag.org

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