(openPR) Vortrag „Vom Kyotoprotokoll zum europäischen Emissionshandel – und Ausblick“, Dr. Hans-Jürgen Nantke, Fachbereichsleiter Emissionshandel, Umweltbundesamt Berlin, beim TELI-Forum Stuttgart
Stuttgart, 22. Oktober 2009 - Mit dem Kyotoprotokoll, das im Jahr 2012 ausläuft und über dessen Nachfolger derzeit verhandelt wird, haben sich die Vertragsstaaten nicht nur zu einer Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen verpflichtet. Sie haben darüber hinaus Verfahren eingeführt, mit denen Vertragsstaaten ihre Reduktionsziele zum Teil in anderen Ländern erzielen können. Der „Clean Development Mechanism“ zum Beispiel bietet den Vertragsstaaten ein flexibles Instrument, um Treibhausgase dort einzusparen, wo es für sie am günstigsten ist.
Zum 1. Januar 2005 ist in den EU-Mitgliedsstaaten ein umfassenderer Mechanismus in Kraft getreten, der die Idee der finanziellen Anreize für Klimaschutzmaßnahmen weiterführt: der Emissionshandel für Kohlendioxid (CO2). Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vergeben eine limitierte Zahl von Emissionsrechten an Unternehmen bestimmter Sparten. Diese Zertifikate können international gehandelt werden und geben dem Ausstoß von Treibhausgasen einen Marktpreis. In der ersten Handelsperiode 2005 bis 2007 gab es europaweit noch deutlich zu viel Zertifikate, daher herrschte keine Knappheit im Markt und der Preis verfiel. Die Emissionsobergrenzen wurden für die zweite Handelsperiode 2008 bis 2012 europaweit deutlich gesenkt, das deutsche Budget um ca. zehn Prozent, so dass nun der Anreiz steigt, technische Minderungsmaßnahmen durchzuführen und so anlagenspezifisch CO2 einzusparen.
Die EU-Kommission will ihre Klimaschutzziele auch mit Hilfe des Emissionshandels erreichen: So sollen die gesamten Treibhausgas-Emissionen der EU im Jahr 2020 um 20 Prozent unter denen des Jahres 1990 liegen, falls es zu einem anspruchsvollen internationalen Kyoto-Nachfolgeabkommen ab 2013 kommt, sogar um 30 Prozent. Der Emissionshandel soll dazu einen überproportionalen Beitrag leisten.
„Der europäische Emissionshandel wird in der dritten Handelsperiode (2013 bis 2020) deshalb weiter ausgebaut.“ sagte Dr. Hans-Jürgen Nantke, Fachbereichsleiter Emissionshandel beim Umweltbundesamt auf dem TELI-Forum in Stuttgart. Wesentliche Innovationen sind dabei die Erweiterung auf zusätzliche Anlagenarten sowie die Einbeziehung weiterer Treibhausgase. Auch der Luftverkehr wird in Zukunft - bereits ab 2012 - in den Emissionshandel der Europäischen Union miteinbezogen.









