(openPR) Mehr als 200 Unternehmen präsentierten sich jetzt bei der wohl wichtigsten Small-Cap-Veranstaltung in Deutschland: Das Eigenkapitalforum in Frankfurt am Main. Nach den Präsentationsmarathons suchten wieder zahlreiche Unternehmen aus dem In- und Ausland das Gespräch mit potenziellen Investoren. Einen Ausblick in das nächste Jahr wagten dabei wenige Unternehmen - vor dem Hintergrund der Finanzkrise war ihnen das wohl zu sehr mit einem Risiko behaftet.
Weiteres Tabuthema bei den Small-Caps: der aktuelle Aktienkurs. "Der spielt in keiner Weise wieder, was wir leisten", sagt zum Beispiel Uwe Pfeiffer, Finanzvorstand der Hamburger Kromi Logistik AG. Der traditionsreiche, klassische Werkzeughändler aus der Hansestadt "verwandelte" sich im Laufe der Jahre zu einem "Tool-Manager", der Unternehmen sein logistisches Werkzeug-Know-how im Outsourcing-Verfahren zur Verfügung stellt.
Um Wachstumsstrategien finanziell darzustellen und die Banken eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent verlangten, entschlossen sich die Hamburger für einen Börsengang. Im März 2007 war es soweit: Mit einem Emissionspreis von 20 Euro wurde die Kromi AG im Prime-Standard gelistet. 12 Millionen Euro konnten beim Börsengang eingesammelt werden. Aktuell notiert der Kurs um die sechs Euro.
CFO Pfeiffer ficht das nicht an. Der (internationale) Markt für die Kromi-Dienstleistungen sei dar. "15 Prozent aller Produktionsprozesse kommen zum Stillstand, weil Werkzeuge nicht verfügbar sind. Da kann dann ein Bohrer für 10 Euro eine Maschine, die 1 Millionen Euro kostet, lahmlegen", macht Pfeiffer das an einem markanten Beispiel deutlich.
Darüber hinaus, so der Kromi-Finanzexperte weiter, sei bekannt, dass das Management eines produzierenden Unternehmens sich nur in den seltensten Fällen um das Thema "Werkzeuge" kümmere. Hinzu komme als weitere Schwachstelle, dass der (Werkzeug)Einkäufer eines solchen Unternehmens lediglich über den "Preis" definiert werde. Und an dieser Stelle greifen die Kromi-Experten ein. Von der Entwicklung eines Werkzeugs über die Administration bis hin zur Bereitstellung helfen sie den Unternehmen dessen Kosten in diesem Bereich zu reduzieren. Im aktuellen Geschäftsjahr hat die Kromi AG mit 76 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro erzielt.
Mit Erlösen von rund 9,3 Millionen Euro kalkuliert die Fair Value-Reit-AG im aktuellen Geschäftsjahr. Das Münchener Unternehmen konzentriert sich auf den Erwerb sowie die Vermietung, Bestandshaltung und Veräußerung von Gewerbeimmobilien in Deutschland. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit sind vor allem Büro-, Logistik- und Einzelhandels-Immobilien in deutschen Regionalzentren.
Als REIT-AG ist die Fair Value von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit und profitiert beim Immobilieneinkauf von dem diesem so genannten "Exit-Tax-Privileg". Besonderheit des Geschäftsmodells der Fair Value ist, neben Direktin-vestitionen in Immobilien, der Erwerb von Beteiligungen an Geschlossenen Immobilienfonds.
"Wir halten derzeit Beteiligungen an 82 Immobilien in ganz Deutschland", erklärt Frank Schaich, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, gegenüber der Anlage-Trends.de-Redaktion. Die Fair-Value-Reit AG ist mit einer wirtschaftlichen Eigenkapitalquote von rund 50 Prozent ausgestattet, wie Schaich weiter erläutert. Den Wert der Beteiligung an den Immobilien beziffert er mit 615 Millionen Euro. "Unser Vermietungsstand liegt bei rund 95 Prozent bei einem Zeitfenster von knapp sieben Jahren", so Schaich. Die Rendite, die das Unternehme abwerfe liege bei 8,2 Prozent.
Die Fair-Value-Reit-AG ist im Prime Standard seit November 2007 gelistet. Der Emissionspreis notierte bei 8 Euro. Aktuell kosten die Aktie rund 3,50 Euro.
Das Eigenkapitalforum ist nach eigenen Angaben international die größte Informations- und Netzwerkplattform für Eigenkapital suchende Unternehmen. Reto Francioni, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Börse, untermauerte die Relevanz des Themas Eigenkapitalfinanzierung: "An den Chancen der Globalisierung kann nur teilhaben, wer über eine ausreichende Eigenkapitalbasis verfügt. Es ist notwendig, um die Produktionskapazitäten auszubauen, die Entwicklungsbudgets zu erhöhen und die internationale Präsenz zu verbessern", sagte Francioni.
Das Mitglied des Vorstandes der KfW Bankengruppe, Wolfgang Kroh, er-gänzte: "Die Stärkung des mittelstandsorientierten Beteiligungskapitalmarktes ist eine zentrale Aufgabe für die KfW-Mittelstandsbank. Gerade jetzt ist es wichtig, zu verhindern, dass der Mangel an Kapital dazu führt, dass aufstrebende wachstumsorientierte Unternehmen ihre Ideen nicht in marktfähige Produkte umsetzen können. Neben der ausreichenden Versorgung des Mittelstandes mit Fremdkapital muss daher auch die Stärkung der Eigenkapitalausstattung des Mittelstands auf der förderpolitischen Agenda ganz weit oben stehen."
Das Eigenkapitalforum bot den rund 5.000 Teilnehmern Podiumsdiskussionen, Vorträge und Workshops zu den Themen Unternehmensfinanzierung und Kapitalmarktregulierung. In Länderforen präsentierten sich Unternehmen aus China, Russland und GUS, Indien und Bulgarien. Rund 210 börsennotierte Unternehmen stellten ihre Ergebnisse für das 3. Quartal im Rahmen von Investoren- und Analystenkonferenzen vor.
Seit 1996 organisieren die Deutsche Börse und die KfW als Förderbank zweimal jährlich das Deutsche Eigenkapitalforum. Die Herbstveranstaltung richtet sich an Unternehmen in der Later Stage-Finanzierungsphase und an gelistete Unternehmen. Im Frühjahr stehen vor allem Unternehmen in der Early Stage- und Wachstumsphase im Mittelpunkt der Messe.
(ATN/Dieter Hintermeier)
Info:
http://www.anlage-trends.de/megatrends/events/eigenkapitalforum-2008.html









