(openPR) Insgesamt 3 Veranstaltungen mit dem Thema: "Futtermittelsicherheit, Ökonomie, Tiergesundheit" wurden in Grimma (bei Leipzig), Groß-Kreuz (bei Berlin) und Todendorf (bei Rostock) von der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) erfolgreich absolviert. In den Beiträgen der Referenten kam deutlich zum Ausdruck, dass alle Institutionen zusammenarbeiten müssen, um "gesunde" Lebensmittel verbrauchergerecht, tierschutzgerecht und auch ökonomisch effizient zu produzieren. Dr. Helmut Schafft, Leiter des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), führte die Wichtigkeit der "europäischen Lebensmittelsicherheit" aus. "Seit dem Jahre 2000 wurde ein umfassendes rechtliches Regelwerk geschaffen, welches sicherstellen soll, dass die Lebens- und Futtermittel "sicher" sind. Das Konzept dieser EU-Lebensmittelsicherheitspolitik basiert auf einer Verknüpfung aller Herstellungs- und Produktionsstufden miteinander: Futter- und Lebensmittel werden entlang der Herstellungs- und Warenketten vom Erzeuger bis zum Verbraucher verfolgt", so Dr. Schafft in seinen Ausführungen. "Futtermittel, die nicht sicher sind, dürfen nicht in den Verkehr gebracht oder an zur Lebensmittelgewinnung dienenden Tieren verfüttertet werden". Selbst jedem "gefühlten Risiko" der Verbraucher ist nachzugehen und wissenschaftlich zu belegen, ob das Risiko besteht, bzw. ob eine Gefahr davon ausgehen kann. Richtschnur bei der Bewertung gesundheitlicher Risiken sind im Wesentlichen biologische, toxikologische sowie ernährungsphysiologische Aspekte und Fragestellungen. Das hat natürlich auch wichtige Konsequenzen für z.B. die produzierte Milch auf den Milchviehbetrieben und den Masttieren für die Rindfleischproduktion. In diesen gibt es aber in der Regel keine Bedenken.
Der österreichische Tierarzt Dr. Franz Geweßler hat in seinem Beitrag eine Fülle von neuen Gedanken und Ideen in Sachen tierärztlicher Tätigkeit und Betreuung erläutert. Seine positiven Äußerungen zur Milchproduktion der nächsten Jahre ("....haltet durch....") werden sicher dazu beitragen, dass der derzeitige Pessimismus in der Milchproduktion - jedenfalls bei den Teilnehmern- etwas abgemildert wurde. Für ihn fangen die Aufgaben der tierärztlichen Bestandsbetreuung bereits bei der Bodenbeurteilung der Ackerflächen an. Der Tierarzt der Zukunft wird bereits hier tätig werden, um "gute Futterqualitäten" zu produzieren, damit die Tiere von Ernährungsschäden frei sind. Mit solchen gesunden Tieren lasse sich "gesunde" Milch produzieren. Kühe mit hohen Leistungen gehören zu den gesündesten Tieren des Betriebes - wenn das Management stimmt.
Prof. Manfred Hoffmann brachte den interessierten Zuhörern den "oxydativen Stress" näher. Der Einfluss von Radikalen bei hoch leistenden Tieren darf nicht unterschätzt werden. Besonders Carotin, Vitamin C und Vitamin E, aber auch Schwefel, Kupfer, Zink, Selen, Mangan und Eisen dienen dem "Abfangen" von freien Radikalen, die eine multifaktorielle krankhafte Belastung und die Herabsetzung der immunologischen Leistungen zur Folge haben.
Der Agraringenieur Stefan Neumann, der ein profunder Kenner der praktischen Rinderernährung ist, traf klare Aussagen zur Grundfutterqualität und "wo denn unsere "Milchviehreserven" liegen", um mit gesunden Kühen hohe Leistungen zu erzeugen. Der tiergesundheitliche Part der Tagung beschäftigte sich intensiv mit Erkrankungen der Aufzuchttiere, wie Husten, Durchfall und die Kokzidiose. Hier zeigen neue Untersuchungen, dass diese oftmals nicht erkannten Darmparasiten die Tierleistungen schmälern. Es stehen aber sichere Untersuchungskits zur Verfügung, um zu testen, ob hier Handlungsbedarf im landwirtschaftlichen Betrieb besteht.
Alles in allem eine sehr runde Veranstaltungsreihe, die den Fachbesuchern viele Anhaltspunkte für die tägliche Arbeit mit den Milchviehherden gegeben hat.













