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Nagelprobe Finanzkrise

17.11.200810:44 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Nagelprobe Finanzkrise

(openPR) Die Finanzkrise könnte zur Nagelprobe der Zivilgesellschaft werden. Präventionsstaat, Überwachungsgesellschaft oder doch wehrhafte freiheitliche Gesellschaftsstrukturen? Wir entscheiden darüber selber. Durch unser Engagement.

Schon seit vielen Jahren ist das US-amerikanische Hypothekengeschäft als hochriskant bekannt. Etwa seit der Jahrtausendwende führe ich in meinem geschäftlichen Leben mit Vertretern verschiedener Kreditinstitute regelmäßig Strategiegespräche im Kapitalanlagebereich. Auch bei den unterschiedlichsten Sichtweisen und Annahmen der verschiedenen Institute bestand wegen eines Sachverhalts immer Konsens: Der US-amerikanische Immobilienmarkt wird kollabieren, weil die Annahme der Wertentwicklung einem Schneeballsystem gleicht - nur der Zeitpunkt des Kollapses war stets strittig.



So gab es die eine Fraktion der tendenziell Marktorientierten, die die Annahme pflegte, dass die Marktteilnehmer einem Zusammenbruch lange entgegenwirken würden, weil ein Zusammenbruch allen Teilnehmern schadet. Die andere Fraktion, die tendenziell eine marktkritischere Herangehensweise bevorzugte, glaubte an einen schnelleren Zusammenbruch, weil schon kleine Turbulenzen Lawineneffekte erzeugen können. Unisono galt aber die Annahme: Umso länger sich der Immobilienmarkt in den USA noch hält, desto schmerzhafter wird der Zusammenbruch.

Die zweite Gruppe war demnach näher an der Realität dran als die erste. Aber es stellt sich gleich eine weitere Frage. Diese in der Bankenbranche lange währende Gewissheit ist sicher auch der Politik bekannt gewesen. Je länger also die erwartete Finanzkrise auf sich warten lies, desto größer wurde die Gefahr, die Folgen nicht mehr beherrschen zu können. Eine Vielzahl von politisch Verantwortlichen werden sicher die letzten Weltwirtschaftskrisen vor Augen gehabt haben.

Hängt der Wildwuchs der Überwachungsmaßnahmen der letzten Jahre gegebenenfalls mit der erwarteten Finanzmarktkrise oder vielmehr deren mutmaßlichen Folgen zusammen? Was im ersten Moment den Ruch einer Verschwörungstheorie hat, folgt prinzipiell einer recht simplen Logik. Ein Staatsgefüge, in dem der Finanzmarkt nicht funktionsfähig ist, ist heutzutage kaum mehr beherrschbar. Steuert man jedoch sehenden Auges auf eine solche Situation zu ohne deren Eintreten verhindern zu können, dürfte der natürliche Reflex sein, sich selbst und seine Interessen zu schützen.

Abgesehen davon, ob dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, dürfte es interessant werden, wie die bereits installierten Instrumente der Überwachung genutzt werden, wenn die Folgen dieser Krise zunehmen. Die OECD berichtet von einem weiteren Auseinanderklaffen relativer Armut und relativen Reichtums in Deutschland. Hinzu kommen die ‘working poors’, bei denen die Differenz zwischen Arbeitlohn und möglichen Sozialtransfers nicht nur kleiner wird sondern teilweise schon negativ ist, wenn aufstockende Mittel nicht in Anspruch genommen werden. Dieser Effekt wirkt in Zeiten knapper Ressourcen zusätzlich dämpfend auf die Sozialtransfers. Kommt nun noch eine wachsende Arbeitslosigkeit hinzu – und damit ist bei den derzeitigen Konjunkturaussichten zu rechnen – wird die Lage instabiler und die Verteilungskämpfe härter.

Die US-amerikanische Konjunktur wird mindestens für einen Zeitraum von fünf Jahren darben, eher länger. Das jahrzehntelange Leben auf Pump fordert nun sein Tribut. Das Kernproblem sind die fehlenden realen Werte, die durch die Normalisierung der Immobilienpreise wieder nach unten korrigiert wurden. Und abgeschlossen ist dieser Prozess noch nicht. Es gilt abzuwarten, wie hoch die Ausfälle der Kreditkartenunternehmen sein werden und ob in der weiteren Folge auch Versicherer betroffen sind. In der logischen Konsequenz wird man in den USA eine Sparquote aufbauen müssen. Das ist dort nicht erlernt und ist ausschließlich über Konsumverzicht realisierbar - in Zeiten einer massiven Rezession. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich die Schwierigkeiten auszumalen. Und Deutschland ist als Exportnation von einer halbwegs gesunden Konjunktur in den USA abhängig.

Wir befinden uns an einem Scheideweg. Die Rezession wird mindestens für viel Unruhe sorgen. Werden die Überwachungsmaßnahmen angewendet, um für Ruhe in der Bevölkerung zu sorgen und die Mitbürger zu disziplinieren, wird sich zeigen, wie es mit dem demokratischen und freiheitlichen Verständnis hierzulande steht.

Von Uwe Schreiber

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