openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Der Generalverdacht

12.02.200911:13 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Der Generalverdacht

(openPR) Alle Welt redet derzeit vom Datenschutzskandal bei der Bahn AG. Die Gewerkschaftsvertreter erwarten eine Entschuldigung vom Vorstandsvorsitzenden Mehdorn. Dieser beschreibt die Notwendigkeit, Korruption zu bekämpfen und erklärt, dass man übereifrig war. Was soll das? Was bringt es? Geht das nicht auch anders?



Dieser so genannte Skandal dürfte sich in Deutschland wohl fast täglich ereignen. Jedes größere Unternehmen macht regelmäßig verschiedene Arten von Datenabgleichen, um Korruption, Diebstahl, Veruntreuung und andere geschäftsschädigende Praktiken im Unternehmen selbst aufzudecken. Dass der größte Schaden durch die eigenen Mitarbeiter verursacht wird, ist seit Jahren bekannt.

Unsere Regierung macht es uns doch vor: Einen Generalverdacht zu hegen, scheint doch völlig legitim zu sein. So, wie jeder Bürger zum potenziellen Straftäter wird und deshalb seine Kommunikation und vieles mehr überwacht werden muss, wird eben jeder Mitarbeiter zum potenziellen Schadensverursacher des Unternehmens, welches ihn beschäftigt. Unsere Regierung schafft das Klima, das es möglich macht, dass ein solches Denken um sich greift.

Auf der Suche nach einer Lösung bietet es sich an, im Unternehmen ein Klima zu schaffen, welches auf Missbrauch ausgerichtetes Verhalten massiv erschwert. Eine wirklich gelebte Unternehmenskultur, die sich nicht nur auf ‚Mission Statements’ in Hochglanzbroschüren beschränkt, ist dafür die Grundlage. Die Definition von Grundwerten des täglichen Miteinanders, wie Toleranz, Wertschätzung, Vertrauen, Offenheit und Respekt kann ein Anfang sein. Sie umzusetzen ist ein langer aber lohnender Weg. Das mittlere Management ist bekanntermaßen die größte Hürde, aber sie zu überwinden birgt unermessliche Chancen.

In einem guten Klima mit funktionierender Personalführung, einem kooperativen Führungsstil, der Beachtung der beschriebenen Grundwerte und der Förderung von allen Beteiligten fallen Missbräuche ungleich schwerer und treten demzufolge erheblich seltener auf. Gelingen wird das jedoch nur, wenn es auf allen Ebenen gewollt ist. Die Abkehr von Ellenbogenkarrieren, das Negieren von Hierarchie als Argument und letztlich die Erkenntnis, dass die Gier nach Gehalt, Bonus und Machtposition allein keinen guten Mitarbeiter formt, fällt schwer – besonders im Management.

Paradoxerweise führt eine Unternehmenskultur, die derartige Verhaltensweise ablehnt zu besseren Ergebnissen, zu einem wirtschaftlicheren Handeln und zu weniger Reibungsverlusten. Eine gute Unternehmenskultur zahlt sich aus. Im Falle eines Korruptionsverdachts kann dann gezielt vorgegangen werden. Das wird zum einen deutlich seltener notwendig sein und zum anderen achtet ein präzises zielgerichtetes Vorgehen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Und am wertvollsten: Ein solches Vorgehen wird von den Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit getragen.

Es zeigt sich bei diesem Beispiel deutlich: Die Missachtung von Persönlichkeitsrechten, die unseren Gesetzgeber umtreibt, zieht weite Kreise. Ein Staat kann nicht glaubhaft von den in seinem Wirtschaftsraum angesiedelten Unternehmen ein Verhalten einfordern, welches er selber mit Füßen tritt. Der Skandal bei der Bahn AG ist ein trauriges Beispiel – eines unter Tausenden.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 281387
 856

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Der Generalverdacht“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Freiesinternet

Bild: Wenn der Fokus sich verschiebtBild: Wenn der Fokus sich verschiebt
Wenn der Fokus sich verschiebt
Die Finanzkrise ist nicht nur ein enormes wirtschaftliches Risiko, sie birgt auch ein kaum zu überschätzendes gesellschaftliches Risiko.Ein paar Worte zum Verständnis der Krise: Wenn eine Bank riskante Forderungen hält, so muss Sie diese entsprechend bewerten. Eine solche Bewertung wirkt sich direkt auf die Ertragslage aus und mindert den Gewinn. Will man so etwas vermeiden oder wenigstens abmildern, lässt man sich von einem Sicherungsgeber die Forderung gegen eine Gebühr absichern. Dieses – stark vereinfacht dargestellte - Verfahren nennt m…
Bild: Nagelprobe FinanzkriseBild: Nagelprobe Finanzkrise
Nagelprobe Finanzkrise
Die Finanzkrise könnte zur Nagelprobe der Zivilgesellschaft werden. Präventionsstaat, Überwachungsgesellschaft oder doch wehrhafte freiheitliche Gesellschaftsstrukturen? Wir entscheiden darüber selber. Durch unser Engagement. Schon seit vielen Jahren ist das US-amerikanische Hypothekengeschäft als hochriskant bekannt. Etwa seit der Jahrtausendwende führe ich in meinem geschäftlichen Leben mit Vertretern verschiedener Kreditinstitute regelmäßig Strategiegespräche im Kapitalanlagebereich. Auch bei den unterschiedlichsten Sichtweisen und Annahm…

Das könnte Sie auch interessieren:

Deutsche Umweltstiftung warnt vor falschen Schlüssen aus der PROKON-Affäre
Deutsche Umweltstiftung warnt vor falschen Schlüssen aus der PROKON-Affäre
… und Ausschüttungen eine Art Schneeballsystem, auch die Deutsche Umweltstiftung warnte vor PROKON.“ Dennoch sollte man, so Sommer, grüne Investments nicht unter Generalverdacht stellen: „Natürlich fürchten viele herkömmliche Akteure der Finanzbranche nachhaltige Anlageprodukte als unwillkommene Konkurrenz, deshalb sehen wir mit Sorge, dass auch einige …
Bild: Schüler Union gegen HandyverbotBild: Schüler Union gegen Handyverbot
Schüler Union gegen Handyverbot
… wurden, fordern einige Politiker ein generelles Handyverbot an Schulen. Der 18-jährige Bezirksvorsitzende der CSU-nahen Organisation Maximilian Heiler erklärt dazu: "Alle Schülerinnen und Schüler unter Generalverdacht zu stellen und eine Kollektivstrafe zu verhängen, scheint in unseren Augen der falsche Weg. Mit einem solchen Verbot würde das Problem …
Vorratsdatenspeicherung bleibt wider das Grundgesetz
Vorratsdatenspeicherung bleibt wider das Grundgesetz
assungskonform sei. Ich bleibe bei meiner Auffassung: Die Vorratsspeicherung aller Telekommunikatsdaten ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Sie ist ein unverhältnismäßig tiefer Einschnitt in verbriefte Grundrechte. Und sie stellt obendrein alle Bürgerinnen und Bürger unter einen unbegründeten Generalverdacht. Das ist rechtsstaatswidrig. * * *
Schäuble will „Heimatschutz“ a lá USA
Schäuble will „Heimatschutz“ a lá USA
… verschmelzen. Zivile Einrichtungen, wie das Finanzamt oder die Ausländerbehörden, würden Sicherheitsapparate. Jede Bürgerin und jeder Bürger unterläge einem potentiellen Generalverdacht. Summa summarum geht es um den systematischen Umbau eines demokratischen Rechtsstaates zu einem präventiven Sicherheitsstaat, andere sprechen vom Überwachungsstaat.
Bild: 9. November: Bundestag beschließt neue Stasi-GesetzeBild: 9. November: Bundestag beschließt neue Stasi-Gesetze
9. November: Bundestag beschließt neue Stasi-Gesetze
… Verbindungsdaten unbescholtener Bürger müssen mindestens ein halbes Jahr verdachtsunabhängig aufbewahrt werden, Polizei und Geheimdienste bekommen ungehinderten Zugriff. 82 Millionen Menschen stehen unter Generalverdacht. Grundprinzipien des Rechtsstats sind gebrochen. 09. November 1989: Die Mauer ist gefallen. Die Macht der Stasi gebrochen. Aus der DDR wird ein …
Betreuungsgeld kommt
Betreuungsgeld kommt
… Der EAK Rems-Murr habe sich seit über einem Jahr gegen eine solche Gutscheinlösung ausgesprochen, da diese die selbst betreuenden Eltern diskriminiere und sie unter den Generalverdacht stelle, ihrer Aufgabe der Erziehung und Betreuung ihres Kindes nicht nachkommen zu können. Eine solcher Generalverdacht sei auch deswegen nicht angebracht, weil er sonst …
Bild: Polizisten geraten unter GeneralverdachtBild: Polizisten geraten unter Generalverdacht
Polizisten geraten unter Generalverdacht
Polizisten geraten unter Generalverdacht Mit dem Beschluss, ihre Landespolizei einer Zwangskennzeichnung zu unterziehen, stellt die rot-rote Landesregierung in Berlin die gesamte deutsche Polizei unter Generalverdacht. „Das Argument, man wolle damit schwarze Schafe bei Polizeieinsätzen herausfil-tern ist nicht nur Unsinn und rechtlich grenzwertig zu …
Bild: Claus Schaffer (AfD): "Die Polizei darf nicht unter Generalverdacht gestellt werden"Bild: Claus Schaffer (AfD): "Die Polizei darf nicht unter Generalverdacht gestellt werden"
Claus Schaffer (AfD): "Die Polizei darf nicht unter Generalverdacht gestellt werden"
… Polizisten bis auf weiteres nicht mehr zu Großeinsätzen nach Berlin zu schicken: „Innerhalb Jamaikas hat bislang nur die FDP erkannt, dass man die Polizei nicht unter Generalverdacht stellen darf“ Kiel, 12. Juni 2020 Der polizeipolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jörg Hansen, hat die Landesregierung aufgefordert, Polizisten aus Schleswig-Holstein …
Kinderspitzel und der Staat als moralische Ordnungsmacht
Kinderspitzel und der Staat als moralische Ordnungsmacht
Raucher, Einzelhändler, Autofahrer und Computerspieler unter Generalverdacht der Politik Berlin – Familienministerin Ursula von der Leyen bmfsfj.de wollte Kinder und Jugendliche als „Testkäufer“ von Alkohol, Zigaretten und Gewaltspielen einsetzen, um den Jugendschutz zu verschärfen. Nach heftiger Kritik macht sie jetzt einen Rückzieher: „Ich will jetzt …
Bild: Schikanen aus BrüsselBild: Schikanen aus Brüssel
Schikanen aus Brüssel
… als früher am Straßenverkehr teilnimmt, sind die Unfallzahlen der über 50-jährigen im Verhältnis sogar gesunken.“ Es könne nicht angehen, dass eine ganze Generation unter Generalverdacht gestellt werde, so Weber weiter. Mit einem Führerschein auf Zeit, dessen Verlängerung nur mit einem ärztlichen Attest genehmigt werde, würden alle älteren Autofahrer …
Sie lesen gerade: Der Generalverdacht