(openPR) Anlässlich des unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen stehenden Sondergipfels der Kinder- und Jugendhilfe in Berlin, organisiert vom freien Trägerverband „Sputnik“ und der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, wurde eine schonungslose Analyse der Situation der Kinder- und Jugendhilfe betrieben.
In seinem Vortrag, wie die Qualität der Jugendhilfe in Berlin verbessert werden könne, verwies der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe Georg Ehrmann auf den untragbaren Zustand, dass es weder einheitliche Qualitätsstandards, geschweige denn abgestimmte Diagnoseverfahren in Berlin gäbe. Nicht einmal die Begrifflichkeiten für identische Sachverhalte sind innerhalb einer Stadt gleich. Alkoholismus der Eltern, ein entscheidender Punkt bei der Abklärung einer Kindeswohlgefährdung, wird ebenso wenig standardmäßig abgefragt wie etwaige Vorstrafen oder laufende Strafverfahren gegen Personen des Kindesumfeldes. Entgegen dem eindeutigen Wort-laut des Gesetzes endet in Berlin die Jugendhilfe in den meisten Fällen aus Kosten-gründen bereits mit 18 und nicht mit 21 Jahren. Ehrmann verwies auf die Stadt München, die mit der Einführung von verbindlichen Diagnosestandards die Qualität und Effizienz der Jugendhilfe hervorragend verbessert habe. Insbesondere die dort institutiona-lisierte Einbeziehung der freien Träger bereits in die Entscheidungen der Jugendhilfe hat zu einer deutlichen Verbesserung der Kinder- und Jugendhilfe geführt.
„Berlin muss die Jugendhilfe dringend reformieren. Zur Freude von Herrn Sarrazin geht es hierbei weniger um eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung sondern um eine Qualitätsoffensive, einen Mentalitätswandel und den Mut und Willen, die verkrusteten, ineffizienten und damit auch zu teuren Strukturen der Jugendhilfe des letzten Jahrhunderts endlich auch in Berlin aufzubrechen“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, RA Georg Ehrmann.













