(openPR) München - Der Münchner Krebsforscher Dr. Ulrich Kübler warnt vor der Entnahme von Tumorgewebe per Biopsie. Denn durch die daraus resultierende Verletzung des Tumorgewebes könnte es zu einer Streuung von Tumorstammzellen, die als Auslöser für die Bildung von Metastasen gelten, in die umliegenden Körperregionen kommen. „Eine Biopsie führt immer zur Zerreißung und Quetschung von Gewebe und Blutgefäßen. Es werden immerhin bis zu 40 Meter Kapilarstrecke zerstört. Im anschließenden Heilungsprozess können sich die Tumorstammzellen mit den Blutgefäßen verbinden, was einer Mikrometastasierung entspricht“, erläutert der renommierte Onkologe.
Die gängige Methode zur Gewebeentnahme wird allerdings nicht nur bei Krebserkrankungen angewandt. Eine solche ist jedoch zum Zeitpunkt einer Biopsie nicht immer bekannt. Daher sorgt das potentielle Risiko, durch den Eingriff eine Streuung von Tumorstammzellen auszulösen, immer wieder für Debatten unter den Medizinern, von denen sich natürlich auch Patienten schnell verunsichern lassen. Denn dieses Risiko der biopsieausgelösten Streuung wird von den meisten Ärzten negiert oder in Abrede gestellt, obwohl es sogar die Enzyklopädie Brockhaus als gegeben darstellt, ebenso wie Kübler.
Zumal diagnostische Verfahren existieren, die keine Punktierung benötigen und damit nicht in Verdacht stehen, Metastasierung zu begünstigen. Dazu zählt unter anderem die von Dr. Kübler mit Erfolg angewandte Diagnostische Apherese, mit der per Blutuntersuchung die Existenz von Tumorstammzellen im Organismus nachgewiesen werden kann. „Aber auch die spektroskopische MR kann alternativ angewandt werden“, erläutert Kübler, der die individuelle Behandlung eines jeden Patienten fordert und in München ein Forschungsinstitut leitet.
„Eine effiziente Krebsbehandlung setzt genaues Wissen über die Krebsart und deren Wachstumsverhalten voraus. Eine schonende Entnahme der Zellprobe schützt das durch die Erkrankung geschwächte Immunsystem vor weiteren, gefährlichen und häufig todbringenden Belastungen, die die Metastasenbildung bedingen würde“, so Kübler.
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