openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Tumor zerstört, Prostata erhalten

28.01.201313:13 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Tumor zerstört, Prostata erhalten
Dr. Stephan Neubauer und Dr. Pedram Derakhshani vom Westdeutschen Prostatazentrum
Dr. Stephan Neubauer und Dr. Pedram Derakhshani vom Westdeutschen Prostatazentrum

(openPR) Während bei Brust- oder Nierentumoren organerhaltende Therapien mittlerweile zum Standard gehören, steht diese Art der Behandlung beim Prostatakarzinom noch am Anfang. Doch auch hier geht der Trend künftig dahin, nicht die gesamte Prostata zu entfernen sondern bösartige Areale unter Erhalt des Organs zu beseitigen, so der Tenor auf der jüngsten Tagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Leipzig.

Dank moderner bildgebender Verfahren und spezieller Raster-Biopsien sind Urologen heute in der Lage, nicht nur den Tumor aufzuspüren sondern auch einzelne Tumorherde in der Prostata zu lokalisieren. So können früh entdeckte Tumore auf einen Herd oder ein Areal, wie etwa einen Prostataseitenlappen, begrenzt sein. „Hier macht es wenig Sinn, Betroffenen aufgrund der günstigen Ausprägung des Tumors die Prostata durch eine radikale Operation (Prostatektomie) vollständig zu entfernen“, betont Dr. Stephan Neubauer, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum, zumal Folgekomplikationen die Lebensqualität der Männer erheblich einschränke. So klagten nach einer Studie der GEK1 70 Prozent der Operierten über Erektionsprobleme, 53 Prozent über sexuelles Desinteresse und rund 16 Prozent über Harninkontinenz. Jeder Fünfte bestätigte zudem operationsbedingte Komplikationen wie starke Blutungen oder Darmverletzungen.

Abhilfe schaffen können Techniken, bei denen nicht die gesamte Prostata entfernt, sondern lediglich Teile der Prostata gezielt in den Fokus der Therapie genommen werden. „Einzelne Tumorherde werden präzise zerstört, ohne umliegendes Gewebe in Mitleidenschaft zu ziehen“, erklärt Dr. Neubauer. Der Vorteil der „punktuellen Behandlung“ liegt darin, dass Patienten deutlich geringere Nebenwirkungen für die Behandlung in Kauf nehmen müssen, ohne Einbussen in der Heilung zu befürchten, so der Kölner Urologe.

Brachytherapie geeignet

Als Technik für eine organerhaltende Therapie beim Prostatakarzinom eignet sich vor allem die Brachytherapie. Hierbei werden unter Ultraschallkontrolle kleinste Strahlenquellen (Seeds) direkt in die Prostata gebracht. Das Tumorgewebe wird durch die hochdosierte Strahlung von innen zerstört, während die Prostata als Organ erhalten bleibt. „Durch modernste Computertechnik ist es möglich, die Seeds so präzise in der Prostata zu platzieren, dass der Tumor zerstört aber umliegende Strukturen wie Harnblase und Enddarm geschützt werden“, erklärt Dr. Neubauer. „Je genauer wir anhand der Voruntersuchungen wissen, wo sich die einzelnen Tumorherde befinden, desto gezielter können wir vorgehen und die Nebenwirkungen der Behandlung bis auf ein Minimum reduzieren“.

Doch die Brachytherapie überzeugt nicht nur aufgrund geringerer Folgekomplikationen sondern auch hinsichtlich ihrer Wirksamkeit. Langzeituntersuchungen des renommierten New York Prostate Institutes2 und eigener Daten des Westdeutschen Prostatazentrums3 an Prostatakrebs-Patienten zeigen, dass die Heilungsrate 10-12 Jahre nach Seed-Implantation bei 88 bis 91 Prozent liegt. Bestätigt werden die Ergebnisse durch eine aktuelle Metastudie4 (Zusammenfassung weltweiter Studiendaten), die erstmals belegt, dass die Brachytherapie in allen Krankheitsstadien im Vergleich zu einer Radikal-OP mindestens gleichwertige oder bessere Heilungsraten erzielt

Dr. Neubauer sieht in der organerhaltenden Behandlung von Prostatakrebs mittels Seed-Implantation die Zukunft für Patienten, deren Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt wurde: „Damit können wir Männern mit einem Niedrig-Risiko-Karzinom, die sich aus Unsicherheit vor dem Voranschreiten der Erkrankung gegen die Strategie der aktiven Überwachung (Active Surveillance) entscheiden, eine im Vergleich zur Radikal-OP äußerst schonende aber gleichsam effektive Therapieform anbieten.

Literatur:

1 Barmer GEK Krankenhausreport 2012

22 Kupelian PA et. al.: Radical prostatectomy, external beam radiotherapy or =72 Gy, permanent seed implantation, or combined seeds/external beam radiotherapy for stage T1-T2 prostate cancer. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2004 Jan 1;58(1):25-33.

3Neubauer S, Derakhshani P, Weise C, Spira G: Interstitial low-dose-rate mono-brachytherapy with I125 – relapse-free survival and dosimetric outcome for localised pros-tate cancer in a single European institution. Presented at the Annual Meeting of the EAU, Barcelona, Spain, April 16-20, 2010

4 Grimm P, Ignace Billiet I, Bostwick D et al. Comparative analysis of prostate-specific anti-gen free survival outcomes for patients with low, intermediate and high risk prostate cancer treatment by radical therapy. Results from the Prostate Cancer Results Study Group. BJUI 109, Suppl. 1, 22-29, 2012

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 694204
 2180

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Tumor zerstört, Prostata erhalten“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Westdeutsches Prostatazentrum, Köln

Bild: Prostatakrebs: Westdeutsches Prostatazentrum bietet ZweitmeinungBild: Prostatakrebs: Westdeutsches Prostatazentrum bietet Zweitmeinung
Prostatakrebs: Westdeutsches Prostatazentrum bietet Zweitmeinung
Bestrahlen, operieren, Implantate einsetzen oder erst einmal abwarten? Mehr als 60 000 Männer werden in Deutschland jedes Jahr mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert und stehen vor der schwierigen Aufgabe die „richtige“ Behandlung zu wählen. Zur Therapie des Prostatakarzinoms gibt es heute mehrere Behandlungsmöglichkeiten mit gleichwertigen Heilungschancen. Umso wichtiger ist es, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapieoptionen sorgfältig gegeneinander abzuwägen und auch die eigenen Lebensumstände bei der Therapieentscheidung zu…
Bild: Prostatakrebs: PSA-Test im Kreuzfeuer der KritikBild: Prostatakrebs: PSA-Test im Kreuzfeuer der Kritik
Prostatakrebs: PSA-Test im Kreuzfeuer der Kritik
„Der PSA-Test ist unnütz und mitunter sogar gefährlich.“ Diese Aussage wird fälschlicherweise immer häufiger von den Medien transportiert. So zuletzt auch in der Sendung des RBB Politmagazins Kontraste „Früherkennung bei Prostatakrebs: Das Geschäft mit der Angst“. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU), der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe kritisieren die einseitige Berichterstattung, die zu einer tiefen Verunsicherung der Männer führt. „Die einseitige Darstellung des PSA-Tests…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Fortschritte bei der Diagnose von Prostatakrebs: Kombinationsverfahren erhöht TreffsicherheitBild: Fortschritte bei der Diagnose von Prostatakrebs: Kombinationsverfahren erhöht Treffsicherheit
Fortschritte bei der Diagnose von Prostatakrebs: Kombinationsverfahren erhöht Treffsicherheit
Heidelberg - Mit einer besonderen Kombination von zwei hochmodernen, bildgebenden Verfahren ist die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie in der Lage, eine Krebserkrankung der Prostata äußerst genau, schonend und mit einer minimalen Zahl von Gewebe-Entnahmen (Biopsien) zu diagnostizieren. Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie (wprostata-therapie.de) …
Bild: Minimalinvasiver Eingriff vermindert Risiken bei ProstatakrebstherapieBild: Minimalinvasiver Eingriff vermindert Risiken bei Prostatakrebstherapie
Minimalinvasiver Eingriff vermindert Risiken bei Prostatakrebstherapie
Stuttgart, den 14. September 2012 – Bereits 2005 haben die europäischen und deutschen Urologen- und Patientenverbände den 15. September zum Europäischen Prostata-Tag erklärt. Angesichts der hohen Erkrankungszahlen ist es auch in diesem Jahr wieder wichtig, die Themen Früherkennung und Therapie von Prostatakrebs ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. …
Bild: Zielgenaue Strahlung auf die Prostata/Darm und Blase werden durch Brachytherapie maximal geschontBild: Zielgenaue Strahlung auf die Prostata/Darm und Blase werden durch Brachytherapie maximal geschont
Zielgenaue Strahlung auf die Prostata/Darm und Blase werden durch Brachytherapie maximal geschont
… Disziplin in der High-Tech Medizin rasant weiter entwickelt. Hochmoderne strahlentherapeutische Methoden wie die Brachytherapie (innere Bestrahlung) machen es heute möglich, Tumore der Prostata intensiv zu bestrahlen und gleichzeitig die Nachbarorgane maximal zu schonen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 40 000 Männer an Prostatakrebs. Damit …
Bild: Prostatakrebs: Treffsicher diagnostizieren, punktgenau bestrahlenBild: Prostatakrebs: Treffsicher diagnostizieren, punktgenau bestrahlen
Prostatakrebs: Treffsicher diagnostizieren, punktgenau bestrahlen
Noch präziser, noch wirkungsvoller, noch weniger Nebenwirkungen - das Westdeutsche Prostatazentrum (WPZ) setzt auf fokale, strahlentherapeutische Methoden zur Therapie von Prostatakrebs. Im Fokus stehen dabei ein-zelne Tumorherde, die gezielt zerstört werden, während die Prostata erhalten bleibt. Bei jedem sechsten Mann über 50 Jahre wird heute Prostatakrebs …
Weltweit größte begehbare Prostata geht auf Tour
Weltweit größte begehbare Prostata geht auf Tour
Europaweite Aufklärung über den häufigsten Tumor des MannesProstatakrebs ist der häufigste Tumor des Mannes. Jedes Jahr erkranken in Europa zirka 135.000 Männer daran, in Deutschland über 40.000. Trotz dieser hohen Zahl ist diese Erkrankung oftmals ein Tabuthema. Eine wichtige Aufgabe ist es deshalb, diese Hemmschwelle zu senken und über den Tumor sowie …
Bild: 8. Uro-onkologisches Update-Symposium - Gezielte Therapie für "Minikrebs"Bild: 8. Uro-onkologisches Update-Symposium - Gezielte Therapie für "Minikrebs"
8. Uro-onkologisches Update-Symposium - Gezielte Therapie für "Minikrebs"
Köln, 1. März 2008: Minimale Nebenwirkungen bei optimalen Heilungsraten – dahin geht der Trend neuer Behandlungsverfahren bei Prostatakrebs, so der Tenor beim Uro-onkologischen Symposium in Köln. So genannte fokale The-rapien behandeln nicht mehr die gesamte Prostata, sondern zerstören gezielt einzelne Tumorherde. Hierfür eignen sich hierfür vor allem …
Bild: Größere Treffsicherheit bei der KrebsdiagnoseBild: Größere Treffsicherheit bei der Krebsdiagnose
Größere Treffsicherheit bei der Krebsdiagnose
(Heidelberg 17.01.2018) Prostata-Biopsien sind oft notwendig, aber immer mit Risiken behaftet. Dank moderner Kombinationsverfahren aus Magnetresonanztherapie (MRT) und Ultraschall lässt sich die Zahl der Gewebeentnahmen (Biopsien) auf ein Minimum beschränken. Der große Vorteil: Ist das Ergebnis der bildgebenden Verfahren unauffällig, kann auf eine Biopsie …
Prostatakrebs - weg von der OP hin zur Bestrahlung
Prostatakrebs - weg von der OP hin zur Bestrahlung
Lange Zeit galt die radikale Entfernung der Vorsteherdrüse als einzige erfolgreiche Behandlungsmethode bei Prostatakrebs – und das trotz erheblicher Nebenwirkungen: Jeder 10. Patient kann nach der Operation den Urin nicht mehr halten, fast zwei Drittel leiden an Impotenz. Heute steht mit der Brachytherapie (innere Bestrahlung) eine weitaus schonendere …
Europäischer Prostata-Aktionstag 2005 in Berlin
Europäischer Prostata-Aktionstag 2005 in Berlin
Aufklärung über den häufigsten Tumor des Mannes in der weltweit größten begehbaren Prostata Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V., die European Association of Urology und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. laden zum "Europäischen Prostata-Aktionstag 2005" am 15. September 2005 ins SpreeKarree …
Bild: Fokale Krebstherapie: Neuartige Kombination von Bildgebungsverfahren verbessert die TumorbehandlungBild: Fokale Krebstherapie: Neuartige Kombination von Bildgebungsverfahren verbessert die Tumorbehandlung
Fokale Krebstherapie: Neuartige Kombination von Bildgebungsverfahren verbessert die Tumorbehandlung
(Heidelberg, 10.02.2016) Bei der Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen der Prostata setzen sich schonende Verfahren immer mehr durch. Eine fokale, zielgerichtete Therapie, bei der eine Behandlung auf den Tumor selbst beschränkt bleibt, ohne dass die gesamte Prostata-Drüse entfernt wird, stellt eine wichtige Alternative dar, bei der dem Patienten …
Sie lesen gerade: Tumor zerstört, Prostata erhalten