(openPR) Berlin, 16.10.2008. Das Stop TB Forum fordert mehr und wirksamere Mittel im Kampf gegen die Tuberkulose. Diese Forderung stand im Zentrum einer Informationsveranstaltung im Bundestag. Für die Nichtregierungsorganisationen des Forums ist die unzulängliche Versorgung mit modernen Medikamenten inakzeptabel. Sie fordern Deutschland dazu auf, seinen finanziellen Beitrag zur Erforschung effizienterer diagnostischer, medikamentöser und präventiver Mittel zur Bekämpfung der Tuberkulose drastisch zu erhöhen.
Pro Minute sterben drei Menschen an Tuberkulose – das zu verhindern würde nur einen winzigen Bruchteil der Finanzmittel erfordern, mit denen jetzt die internationale Bankenkrise eingedämmt werden soll.
Informierte Kreise berichteten, dass der Bundestag eine Aufstockung der Gelder für den Kampf gegen die Tuberkulose beabsichtigt. Die im Stop TB Forum zusammengeschlossenen Organisationen fordern von der Bundesregierung, die Mittel für die Erforschung der Tuberkulose von 7,5 Mio Euro pro Jahr auf 63 Mio. Euro aufzustocken, entsprechend dem Beitrag anderer G7-Länder.
Diese Mittel müssen zweckgebunden eingesetzt werden: erstens für die Erforschung eines neuen Schnelltests zur leicht verfügbaren Diagnostik und zweitens für die Entwicklung wirksamerer Medikamente gegen resistente TB-Bakterien. Diese Medikamente müssen dann in den Entwicklungsländern frei und ohne patentrechtliche Einschränkungen verfügbar sein.
Das modernste Medikament der TB-Standardbehandlung ist über 40 Jahre alt. Ein einfacher, billiger und zuverlässiger Schnelltest ist nicht verfügbar. Die fast 120 Jahre alte mikroskopische Untersuchung ist unzureichend und erlaubt keine Resistenztestung. Die BCG-Impfung, vor mehr als 80 Jahren eingeführt, ist nur eingeschränkt wirksam. Wirksame Impfverfahren sind deshalb dringend nötig.
Laut WHO erkranken jedes Jahr mehr als 9 Millionen Menschen neu an Tuberkulose. Die Krankheit fordert jährlich 1,7 Millionen Opfer. Der Anteil von resistenten Erregern steigt dramatisch an, neben der schwer behandelbaren multiresistenten Form (MDR-TB) gibt es bereits eine extrem resistente Form (XDR-TB), die sich kaum noch erfolgreich behandeln lässt.
Ohne angemessene Behandlung wird jeder zweite Patient, der an einer resistenten Tuberkulose leidet, sterben – auch in Deutschland, denn die resistenten Erreger breiten sich schnell und über Grenzen hinweg aus.






