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Zwei Mönche aus dem Kloster Gonchen in Derge getötet

23.07.200822:09 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Mindestens zwei Mönche des Klosters Gonchen im Bezirk Derge (chin. Dege) wurden Berichten zufolge am 12. Juli durch die Schüsse der chinesischen bewaffneten Polizei getötet. Als die Behörden die Mönche an der diesjährigen Aufführung der rituellen Cham-Tänze hindern wollten, kam es zu einer Auseinandersetzung, woraufhin die Sicherheitskräfte auf die unbewaffnete Mönchsversammlung das Feuer eröffneten.


In einem anderen unbestätigten Bericht ist die Rede von einer Detonation im Kloster Derge Gonchen, bei der eine unbekannte Zahl von Mönchen umgekommen oder schwer verletzt worden sein soll. Unklar ist, ob sich die beiden Zwischenfälle, also die Schüsse und die Explosion, gleichzeitig ereigneten und welchem genau die Mönche zum Opfer gefallen sind. Bestätigt wurde jedoch der Tod eines etwa 40jährigen Mönches namens Delok und eines weiteren 20jährigen namens Gyaltsen. Unter den Verletzten befinden sich ein Mönch namens Passang, sowie drei andere, deren Zustand als kritisch bezeichnet wurde. Die Explosion soll heftig gewesen sein, verlautet aus unseren Quellen. Die chinesischen Behörden verschärften daraufhin die Restriktionen für das Kloster und verhängten ein Versammlungsverbot für mehr als zwei Personen.
Wie alle Klöster in Tibet wurde auch Derge Gonchen einer intensiven politischen Umerziehungskampagne unterworfen, bei der von den Mönchen verlangt wird, Seine Heiligkeit den Dalai Lama zu diffamieren und die rote Flagge mit den fünf Sternen auf dem Kloster zu hissen. Wie an anderen Orten in Tibet weigerten sich auch hier die Mönche, der Forderung der Regierung nachzukommen, mit der Begründung, dass diese ihren spirituellen Verpflichtungen zuwiderlaufe. Einmütig widersetzten sie sich der patriotischen Umerziehung und sagten, das Kloster sei nicht für politische Aktivitäten gedacht, daher müsse die Kampagne sofort eingestellt werden, andernfalls würde die gesamte Mönchsgemeinschaft ihr Leben um ihres Glaubens willen hingeben. Unter diesen Umständen könnte es zu den genannten Zwischenfällen gekommen sein.
Am 15. Juni sprach das Mittlere Volksgericht der TAP Kanlho (chin. Gannan) das Urteil über drei Tibeter, die am 11. April wegen ihrer Beteiligung an den friedlichen Protesten im März im Bezirk Machu (chin. Maqu) verhaftet worden waren: Lama Kyab wurde zu 15 Jahren verurteilt, Khechok (30) zu 13 Jahren und Konchok (16) zu 12 Jahren.
Im Bezirk Kardze (chin. Ganzi) nahmen die chinesischen Sicherheitskräfte zwei Brüder fest, die am 11. Juni friedlich protestiert hatten. Lobsang (20) und Dorje (30) hatten Parolen gerufen und Flugblätter verteilt, die Rückkehr Seiner Heiligkeit des Dalai Lama gefordert, sowie Religionsfreiheit, gleiche Rechte für Minderheiten und dass Tibet den Tibetern gehören solle. Beide wurden innerhalb kürzester Zeit von den bewaffneten Polizisten überwältigt, die zudem Dorje ins Bein schossen, so dass er ernstlich verletzt wurde.
Zwei weitere Tibeter (Tashi Dorje aus dem Dorf Lagang Teng und Thupten Phuntsok aus dem Dorf Phukyul Nang, beide im Bezirk Kardze) wurden im Juni verhaftet, weil sie einige Zeit zuvor demonstriert hatten. Vermutlich demonstrierten außer diesen zweien noch mehr, Einzelheiten liegen aber noch keine vor.
Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen anzunehmen:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.

Über den Vorfall berichtete bereits „The Times“ am 18. Juli:
"Chinese impose blackout over new Tibetan monk deaths" http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/asia/article4352651.ece

Auszug: "Zwei Mönche in einem Kloster in Westchina wurden am 12. Juli bei einem Zusammenstoß mit paramilitärischen Kräften getötet, erfuhr The Times aus drei tibetischen Quellen. Das Kloster Gonchen ist eines der bekanntesten der Region und berühmt für den Druck der buddhistischen heiligen Schriften. Als die Mönche zu Ehren des Geburtstags von Padmasambhava oder Guru Rinpoche, dem Gründer des tibetischen Buddhismus, ein Fest begehen wollten, verboten die Behörden ihnen ihre traditionellen Tänze aufzuführen. Daraufhin kam es zu einer Auseinandersetzung.
Was weiter passierte, wird wohl nie ganz ans Licht kommen. Wiederholte Anrufe nach Derge blieben erfolglos, denn die dort kontaktierten Beamten gaben vor nichts von einem Vorfall an diesem Datum zu wissen. Die Informationen aus der Gegend fließen äußerst spärlich, weil die Truppen der Volksbefreiungsarmee in fast jeder größeren und kleineren Ortschaft Straßenblockaden errichtet haben.
Ein Angestellter in einem dortigen Hotel sagte: 'Der Vorfall vom 12. Juli war nur ein Unfall. Alles ist sicher hier'. Ein Regierungsbeamter legte einfach den Hörer auf, als er über den Vorfall befragt wurde. Ebenso weigerten sich die in dem Kloster stationierten chinesischen Kader, Fragen zu beantworten.
Aus tibetischen Quellen verlautet unter der Bedingung von Anonymität, dass Einheiten der paramilitärischen bewaffneten Volkspolizei Schüsse abgefeuert hätten: 'Zwei Mönche kamen dabei ums Leben, sie sind meine Verwandten'.
Die chinesische Regierung ist bestrebt, gerade jetzt kurz vor den Olympischen Spielen, alle Einzelheiten über die Unruhen in tibetischen Gebieten zu unterdrücken, besonders Berichte über Gewaltanwendung mit tödlichem Ausgang."

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