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Der geheime Krieg in Asien

09.07.200817:02 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Der geheime Krieg in Asien
Indonesisches Militär
Indonesisches Militär

(openPR) Der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda hat die Politik seiner Regierung erneut verteidigt, dass ausländische Journalisten und Menschenrechtsbeobachter weiterhin keinen Zugang nach West Papua bekommen. Er sagte kürzlich gegenüber australischen Journalisten: „Sie sollten nicht denken, dass der beschränkte Zugang bedeutet, dass wir etwas verstecken wollen.“

West Papua ist die östlichste Provinz von Indonesien und wurde 1969 offiziell (inoffiziell seit 1963) nach einem umstrittenen Referendum dem Vielvölkerstaat einverleibt. Das haben die Papua nie anerkannt und kämpfen seitdem um ihre Unabhängigkeit. Konservative Schätzungen gehen von über 100.000 getöteten Indigenen aus. In West Papua befindet sich u.a. eine der weltweit größten Gold- und Kupferminen der Welt, betrieben von dem US amerikanischen Konzern Freeport.

Benny Wenda, Papua Führer aus dem Hochland: „Alleine im Jahr 2006 zahlte Freeport 1.6 Milliarden US Dollar Steuern an die indonesische Regierung. Wie glauben Sie sonst kann sich Indonesien die größte Armee in Südostasien leisten?“

Auch die Kirche in West Papua (GKI) schlägt seit Jahren Alarm: Seit dem Beginn der Okkupation des Landes hat die indonesische Regierung den Respekt vor der Sicherheit der Bevölkerung, vor Wahrheit und Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Frieden, Liebe, Demokratie und Gleichheit, den Schutz der Menschenrechte und Menschenwürde der Papuas in der Einzigartigkeit des indigenen West Papua Lebens in eine gewalttätige und quälende „Demokratie“ umgewandelt.

Am 6. Juli 2008 hat sich ein Massaker zum zehnten Mal gejährt, und immer noch hat die indonesische Regierung niemand für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen. Ungefähr 150 Menschen in Biak in West Papua wurden umgebracht und viele mehr verwundet, als Truppen, die auf direkte Anweisung des Oberbefehlshabers der Armee und indonesischen Verteidigungsministers General Wiranto handelten, mit Schnellfeuerwaffen das Feuer auf eine schlafende Menge eröffneten, die sich unter einer gehissten Flagge der Unabhängigkeitsbewegung von West Papua versammelt hatte. Andere Opfer wurden gefoltert und vergewaltigt, bevor sie von Marineschiffen aus über Bord geworfen wurden.

Als der Schweizer Journalist Oswald Iten am 1. Dezember 2000 in der Hauptstadt Jayapura lediglich das Hissen der separatistischen "Morgenstern-Flagge" dokumentieren wollte, wurde er verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Bevor ihn die Behörden nach massivem internationalen Druck frei ließen, wurde er Zeuge von Totschlag und schwersten Folterungen an Papuas.

Im April 2008 hat sich die Asiatische Menschenrechtskommission in ihrem Bericht wie folgt geäußert: Die schweren Menschenrechtsverletzungen im westlichem Papua, die Folter, Unterdrückung der freien Meinungsäußerung, sexuelle Gewalt, unfaire Verhandlungen und willkürliche Inhaftierungen einschließt, werden von der indonesischen Regierung nicht richtig beachtet.

Auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erhält keinen Zutritt nach West Papua. Tausende Papua sind inzwischen vor den schweren Menschenrechtsverletzungen durch die indonesischen Militärs in den Nachbarstaat Papua Neuguinea geflüchtet. Offiziell existieren diese Flüchtlingslager nicht, so dass die Papua in einer rechtlosen Zone leben. Die ersten Flüchtlinge kamen bereits Anfang der achtziger Jahre nach Papua Neuguinea. Grund waren die massiven Militäroperationen im Hochland von West Papua mit Flächenbombardierungen und Massakern an der Zivilbevölkerung durch das indonesische Militär. Die meisten der schätzungsweise 10.000 Flüchtlinge leben heute am Fly River im Süden des Landes in mehreren großen Camps. Sabine Kuegler, die Bestsellerautorin der Autobiographie „Dschungelkind“, und der Menschenrechtler Steffen Keulig von Freunde der Naturvölker e.V. reisten 2007 in geheimer Mission nach Papua Neuguinea. Ziel dieser gefährlichen Reise: Die Dokumentation von bislang in der Weltöffentlichkeit unbekannten Flüchtlingslagern sowie die Übergabe von Lebensmitteln und Medikamenten an Notleidende. Der daraus entstandene Film „West Papua – The secret war in Asia“ fand bei seiner Premiere auf der Biennale in Venedig im September 2007 großen Anklang.

Im Dezember 2007 war Keulig zu Gesprächen über die Menschenrechtslage in West Papua in die indonesische Botschaft nach Berlin geladen worden: „Wir als Menschenrechtsorganisation sind verpflichtet Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu kommunizieren. Auf unsere Bitte an den indonesischen Botschafter Makmur Widodo, in West Papua ein Menschenrechtsbüro eröffnen zu können, haben wir bislang keine Antwort erhalten. Das ist dramatisch, da täglich weiter Menschenrechte durch das indonesischen Militärs verletzt werden.“

Weitere Informationen unter: http://www.naturvoelker.org

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