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Die Architektur und das Morgen – was aus unserer Erde wird und was aus unserer Stadt

08.07.200822:06 UhrKunst & Kultur
Bild: Die Architektur und das Morgen – was aus unserer Erde wird und was aus unserer Stadt

(openPR) Eines von Deutschlands großen Magazinen mit untadeligem Ruf hatte letztens ein Sonderheft veröffentlicht, das mein Interesse weckt. Um Architektur ging es, um Design und das, was in Zukunft daraus werden wird. Wenn das kein spannendes Thema ist.



Für Antworten auf so wichtige Fragen war ich gerne bereit satte 6,80 zu investieren. Dafür wurde ich auch nicht enttäuscht. Das Heft steigt gleich bei den Stars ein: Wie Tadao Ando, Frank Gehry, Sir Norman Foster, Zaha Hadid und Co. ihre neuesten Werke im neuen Mekka der Architekten bauen – in Dubai. Was ist Architektur heutzutage eigentlich? Angesichts des Bauplatzes zwischen Wüste und Meer, im Land, in dem Öl und Dollars fließen, möchte man sagen: Eine Frage von Prestige. Ein Spielplatz, sowohl für die Investoren als auch für die Baukünstler. Die Umgebung ist künstlich – eine vor wenigen Jahren aus dem Boden (nein, genauer aus dem Sand) gestampfte Metropole, in der man sich am liebsten mit feinsten Marken kleidet, auch was die Häuser betrifft. Da möchte man eben einen Hadid an der Straße haben, oder einen Gehry zum Ausstellen der Kunst, die man in aller Welt zusammengekauft hat. Ein wenig authentischer Ort. Für die Stilikonen der Bauwelt kein Problem. Sie fühlen sich durch all die Dollars, die sie verplanen dürfen, geschmeichelt. Irgendwie hat sich ja auch die ganze High Society bereits hier versammelt. Zwischen all den neuen Shopping Malls, Bürohochhäusern, Hotels und Halbinseln mit absurden Formen fällt keinem mehr auf, dass man in einer lebensfeindlichen Umgebung sitzt, die nur mit einem enormen Aufwand an Ressourcen zu besiedeln ist. Noch fließt das Öl und also auch die Dollars.

So weit also zur modernen Architektur und der strahlenden Zukunft. Sie wird, wenn man dem Magazin trauen darf, wohl in den Metropolen dieser Welt stattfinden. Dass Lübeck dort nicht erwähnt wird, ist kaum verwunderlich. Berlin fällt übrigens auch unter den Tisch. Es wächst eben nicht, prosperiert nicht und ist einfach nicht „mega“. Gehört folglich nicht zur Zukunft.

Dennoch ist kaum anzunehmen, dass Lübeck die Zukunft nicht auch irgendwie erleben wird. Nur eben anders. Dabei kann die Hansestadt sich rühmen, auch ein Gebäude zu haben, entworfen von einem der Stars, die im Magazin zu Wort kommen. Gleich vis-à-vis des Rathauses hat der Herr Ingenhoven die Lübecker mit seiner Kunst des Entwurfes beglückt. Nun ja, der Mann ist es gewohnt, in den Megacities der Welt zu bauen. Da kann man es ihm vielleicht nachsehen, dass ihm bei der Lübecker Klamottenklitsche das Gefühl für die Maßstäblichkeit seines Baus abhanden gekommen ist. Und den Lübecker Entscheidungsträger offenbar auch – sie waren sicher etwas euphorisch bei dem Gedanken, so ein prestigeträchtiges Bauwerk von einem der angesehensten (und mit Sicherheit auch teuersten) Architekten Deutschlands zu bekommen. Da steht es nun, das Bauwerk. In der historischen Altstadt, auf die die Lübecker so stolz sind. Zu Recht stolz sind, denn sie ist ein sehr schönes Beispiel der Baukultur mehrerer Jahrhunderte. Seite an Seite stehen hier Häuser verschiedener Epochen, die jede ihre eigene Formensprache entwickelt haben und in Lübeck regionale Besonderheiten entfaltet haben. Auch das 20. und 21. Jahrhundert sind solche Epochen. Mit einem eigenen Wertekanon, der in der Architektur ebenso wie in anderen Künsten Ausdruck findet. Daran werden uns spätere Generationen erkennen. Was sie in Lübeck vorfinden werden? Vielleicht den neuen Maßstab des Kapitals. Immer etwas größer, immer etwas wuchtiger. Wo früher zehn Häuser an einer Blockseite aufgereiht waren, reicht heute eins. Das hat einfach Masse, das hat Nutzfläche und die bringt Rendite.

Das haben auch die Investoren des Haerder-Centers erkannt. Und setzen im neuen Jahrtausend neue Maßstäbe in der einstigen Königin der Hanse. Dies ist wohl eine Epoche der Architektur, die gerne auch mal mit weniger Ästhetik auskommt, wenn dabei die Rendite stimmt. Oder aber sich von Architektur-Stars umgarnen lässt, die schon die Corporate Identity einer gut eingeführten Marke besitzen. So oder so – die Rendite ist zu einem einflussreichen Faktor in der Branche geworden, die früher einmal Baukunst war und immer mehr zur Sparkunst wird. Bauen wird ja auch immer teurer. Was die Zukunft des Bauens Lübeck bringen wird? Beim derzeitigen Engagement um Baukultur im Neubaugeschehen werden sich unsere Nachkommen (hoffentlich) schwer tun, diese Werke in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufzunehmen. Aber wer ist schuld daran? Die Investoren? Die Architekten? Die Gesellschaft? Auf diese Frage möchte ich heute nicht nach Antworten suchen. Ich hatte mich doch nur über das Morgen von Architektur und Design informieren wollen.

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