(openPR) Der hannoversche Diplompädagoge und Jugendschützer Gerald Jörns hat heute in Hannover mehr Jugendschutz gefordert. Die Änderungen des Jugendschutzgesetzes, die heute in Kraft treten, hält er für nicht ausreichend. „Das so genannte Sofortprogramm der Bundesregierung bietet nur einen erhöhten Schutz für Jugendliche. Es wird dabei überhaupt nicht den pädagogischen Anforderungen eines zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutzes gerecht.“
Die Bundesregierung hat durch die Änderungen am Jugendschutzgesetz lediglich die Kriterien erweitert, damit Gewaltvideos und Computerspiele schneller „als jugendgefährdend“ auf dem Index landen. Zusätzlich wurde beschlossen, dass die Alterskennzeichnungen auf dem Datenträger und der Verpackung vergrößert gedruckt werden, damit sie stärker wahrgenommen werden.
Neue Alterskennzeichen mit zweijähriger Abstufung gefordert
Gerald Jörns hält diese Maßnahmen für halbherzig und wiederholt seine Forderung vom September 2007, mehr Kinder- und Jugendschutz zu wagen: „Wir brauchen neue Alterseinstufungen für alle Medien. Die bislang gebräuchlichen Stufen bieten wenig Aussagen über eine pädagogische Eignung. Jugendschutz ist auch Kinderschutz und muss pädagogische Kriterien berücksichtigen. Ein zeitgemäßer Jugendschutz darf Kinder und Jugendliche nicht nur vor etwas bewahren, sondern muss ihnen auch Vertrauen entgegen bringen und Mut machen. Veraltete bewahrpädagogische Ansätze helfen im 21. Jahrhundert nicht weiter. Zweckmäßig ist eine zweijährige Abstufung der Alterskennzeichnungen.“
Bislang gibt es nur die Alterskennzeichnungen: Ohne Altersbeschränkung, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren und keine Jugendfreigabe.
„Nur durch ein differenziertes System von Alterskennzeichnungen für alle Medien geben wir Eltern eine wirkliche Orientierungshilfe an die Hand, um einen Film, ein Internetangebot oder ein Computerspiel auch unter pädagogischen Gesichtspunkten beurteilen zu können.“
Dabei verdeutlicht Jörns, dass Eltern auch durch eine erweiterte Kennzeichnung nicht aus der Pflicht sind, sich um die Medieninhalte ihrer Kinder zu kümmern.
Gerald Jörns fordert Familienministerin Ursula von der Leyen auf, geeignete Gremien einzuberufen und Forschungsprojekte zu initiieren, um neue Kriterien zur Alterseinstufung der Mediennutzung zu entwickeln. „Es kann nicht sein, dass wir den Jugendschutz Kriminologen und Innenministern überlassen und Kinder und Jugendliche als potenzielle Gewalttäter stigmatisieren. Es ist eine zielgerichtete Forschung notwendig, um neue Alterseinstufungen unter pädagogischen und psychologischen Gesichtspunkten abzusichern. Erst dann können Eltern beruhigt einem umfassenden Medieneinsatz entgegensehen.“
Für unumgänglich hält Gerald Jörns, dass die Mediennutzung in Familien im Curriculum der pädagogischen Studienfächer eine größere Berücksichtigung findet. Dazu ist nicht nur eine wissenschaftliche Auseinandersetzung notwendig, sondern auch eine Beurteilung durch Praxis- und Beratungsprojekte.
In den nächsten Monaten möchte der Diplompädagoge Gerald Jörns einige neue Computerspielprojekte initiieren. Auf dem WebMontag in Hannover wird er am 7. Juli eine Projektskizze eines öffentlichen „Computerspielforums“ vorstellen.











