(openPR) „Der lebt offensichtlich in einer anderen Welt“, meinte einer der teilnehmenden Eltern nach einem Gespräch im Kultusministerium Stuttgart am vergangenen Freitag. Gemeint war damit Kultusminister Helmut Rau, der nach über einem Jahr stetig lauter werdenden Elternproteste gegen das auf acht Jahre verkürzte Gymnasium erste Anzeichen von Reformwilligkeit erkennen ließ.
Das glaubten zumindest die Eltern des G8-Koordinierunsgkreises Heilbronn/Unterland, in der Eltern aus fast allen Gymnasien der Region für eine „Reform der Reform“ arbeiten. Gemeinsam mit Eltern aus anderen Regionen waren sie ins Kultusministerium gebeten worden.
Dort ließ sich Helmut Rau allerdings durch seine Mitarbeiter vertreten – die sich die massive Elternkritik ungerührt anhörten. Kurz zuvor hatte ihr oberste Dienstherr erneut gegenüber der Presse erklärt, G8 würde in 85% der Schulen blendend funktionieren. Wo nicht, läge es an der Inkompetenz der Lehrer.
Für Yvonne Weckbach vom G8 Koordinierungskreis ist nach dem Termin jedoch klar, dass hier die Opfer zu Tätern gemacht werden sollen: „Auch die besten Lehrer können nicht auffangen, was ein inkompetenter Kultusminister verbockt hat.“ Ihr Kollege Uwe Kastner ist sich sicher: „Solange Herr Rau nicht den Willen hat, die Realität wahrzunehmen, werden die Proteste weitergehen.“
Das gilt auch für die Region Heilbronn: Aktuell findet in allen Gymnasium eine von den Eltern selbst organisierte Umfrage statt um die tatsächliche Lage zu dokumentieren. Im Herbst ist eine große Informationsveranstaltung geplant. Eingeladen ist dazu auch Ministerpräsident Günther Oettinger.
Yvonne Weckbach ist gedämpft optimistisch: „Die nächsten Wahlen kommen auch in Baden-Württemberg. Herr Oettinger weiß genau, dass sein Parteifreund Koch in Hessen unter anderem über eine schlechte Bildungspolitik gestolpert ist ...“









