(openPR) Die Meldungen über mysteriöse Delfin-Massensterben reißen nicht ab. Mindestens 55 Delfine sind in der vergangenen Woche aus bisher ungeklärter Ursache im Gestrüpp des Gezeitenmeeres der Mangrovenwälder in Madagaskar umgekommen. Mehr als 20 Delfine strandeten in der südwestenglischen Grafschaft Cornwall. Im letzten Jahr wurden mehr als 35 verendete Meeressäuger an der spanischen Mittelmeerküsten angeschwemmt. Im Mai wurden in China zum wiederholten Mal tote Schweinswale im Mündungsgebiet des Jangste aufgefunden.
Als Ursache veröffentlichte das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) jetzt wissenschaftliche Labor-Untersuchungen, aus denen sich ergibt, dass das japanische Delfinfleisch teilweise um mehr als das 50-fache der nationalen Grenzwerte mit Quecksilber belastet ist. Weiterhin fanden sich in dem Delfinfleisch verendeter Exemplare Rückstände von Feuerhemmenden Stoffen wie Polybrombierte Diphenylether (PBDE) aus der Produktion von Plastik- und Schaumstoffen. Quecksilber und PBDE gelten als hochgradig toxisch, potenziell krebserregend und verursachen Impotenz.
Jürgen Ortmüller, Vorsitzender des WDSF: "Das derzeitig weltweite Delfinsterben ist nur der Anfang des Leidens der intelligenten Meeressäuger und auch der konsumierenden Bevölkerung. Das Fleisch der Wale und Delfine ist so hochgradig kontaminiert, dass es als Sondermüll entsorgt werden müsste. Wale und Delfine stehen in der marinen Nahrungskette ganz oben. Island und Norwegen exportieren kontaminiertes Walfleisch nach Japan. In japanischen Gewässern werden jährlich über 22.000 Delfine abgeschlachtet und vermarktet. Die japanische Walfangflotte jagt alljährlich im Nordpazifik und im Südpolarmeer mehrere tausend Wale angeblich für wissenschaftliche Zwecke. Tatsächlich landet das Delfin- und Walfleisch in den Regalen der Supermärkte und in Schulkantinen. Mehr als 50 Prozent des Fleisches der Wale und Megatonnen gefangener Fischen werden inzwischen als Tierfutter verwendet und gelangen so auch auf den Speisezettel der Bevölkerung in der ganzen Welt."
Das WDSF macht auch die weltweite Verklappung von Giftmüll in den Ozeanen für die hochgradigen Giftbelastungen der Meerestiere veantwortlich.
"Wir reden von der anstehenden Gefährlichkeit des Klimawandels, sehen aber nicht die Gefahren, die längst auf unseren Tischen landet. Das Massensterben der Delfine ist auf die Vergiftungen zurückzuführen, die das empfindliche Sonar und andere Organe der Meeresbewohner zerstören", so der WDSF-Sprecher.
Auch auf den dänischen Färöer-Inseln werden ab Juni wieder traditionell bis zu tausend Grindwale bestialisch abgeschlachtet und verzehrt.
Die dänische Regierung erteilt seit Jahren Warnhinweise für den Verzehr für Kleinkinder und Schwangere - jedoch ohne wirklichen Erfolg. Walfleisch gehört seit mehr als 400 Jahren zum Grundnahrungsmittel der Färöer als Nachfahren der Wikinger.
Die alljährliche Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) will sich ab 21. Juni auch mit dem Kleinwalfang in den Küstenregionen befassen.--













