(openPR) IGFM: Arrangierte Journalistenreise soll von anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Tibet ablenken
Lhasa – Frankfurt am Main (10. Juni 2008) – 31 Journalisten aus Hongkong, Macau und Taiwan wurden in der vergangenen Woche durch Lhasa und die Region Lhoka in Tibet geführt. Sie sollten sich ein Bild von der Situation in Tibet machen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert, dass unter diesen Journalisten keine Vertreter aus Ländern seien, die nicht unter dem Einfluss Chinas stehen. Die Unabhängigkeit der Berichterstattung sei somit sehr fraglich, so die IGFM. Währenddessen werden weiterhin tibetische Mönche unterdrückt und verhaftet.
Obwohl die chinesische Agentur Xinhua verlautbarte, die Journalisten dürften frei Bericht erstatten, heißt es an anderer Stelle auf der Xinhua-Webseite, die Orte, die sie besuchen und die Personen, die sie interviewen konnten, seien alle von der chinesischen Regierung ausgesucht und die Betroffenen vorher instruiert worden. „Daher dürfte klar sein, dass es keine objektive Berichterstattung geben wird“, so die IGFM.
„Normalität“ durch hohes Militäraufgebot
Am 3. Juni äußerte der regimetreue, stellvertretende Vorsitzende der „Autonomen Region Tibet“ (TAR), Pema Thinlay, gegenüber den Journalisten, die Situation in Lhasa sei insgesamt wieder zur Normalität zurückgekehrt. Außerdem seien die Bewaffnete Volkspolizei und das Militär abgezogen worden. „Im Gegensatz zu diesen Behauptungen steht leider die Tatsache, dass seit den friedlichen Protesten im März 2008 weder die Bewaffnete Volkspolizei noch die Armee abgezogen worden sind. Einziger Grund, weshalb die Massendemonstrationen nachgelassen haben, ist die massive Militärpräsenz“ erklärt Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. „Die Tibeter, die dennoch friedlich demonstrieren wollen, werden sofort festgenommen.“
Tibetische Mönche werden schikaniert
Berichten zufolge wurden am 5. Juni 16 Mönche der Klöster Woeser und Khenlong im Bezirk Markham in der Präfektur Chamdo wegen ihrer angeblichen Beteiligung an Sprengstoffanschlägen, die sich am 3., 5. und 7. bzw. 8. April ereignet haben sollen, festgenommen. Nach drei weiteren Mönchen der betreffenden Gruppe wird noch gefahndet. „Die Behauptung der Behörden, die Mönche seien in Bombenanschläge verwickelt, entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit“, kritisiert Lessenthin. „Wenn sich tatsächlich so ein Vorfall ereignet haben sollte, so stellt sich die Frage, weshalb die chinesischen Medien bis heute nicht über ihn berichtet haben.“
Im Kloster Kirti in Amdo (Ngaba) wird seit über zwei Monaten eine chinesische Kampagne der "Patriotischen Erziehung" durchgeführt. Die Behörden haben die Mönche zu diesem Zweck in acht Gruppen aufgeteilt und sie gezwungen, den Dalai Lama zu schmähen und Dokumente zu unterzeichnen, die sich gegen die tibetische Exil-Regierung richten. Bis zum 2. Juni waren die Mönche derart schikaniert worden, dass an diesem Tag alle Mönche, bis auf die über 70jährigen, das Kloster verließen.









