(openPR) London, GB, und Boston, MA: 16. Mai 2008 Das auf Krebsmedikamente spezialisierte Biotechnologieunternehmen Antisoma plc (LSE: ASM; US OTC: ATSMY) meldete heute den Abschluss eines Vertrags zur Übernahme des privaten US-amerikanischen Onkologieunternehmens Xanthus Pharmaceuticals, Inc. im Rahmen eines "All-Share Deals" im Volumen von 26,8 Millionen Britischen Pfund Sterling (52,2 Millionen USD). Gleichzeitig startete Antisoma eine Finanzierungsrunde, die der erweiterten Unternehmensgruppe weitere Mittel in Höhe von 20,9 Millionen Pfund Sterling (vor Kosten) einbringen wird.
Heute findet um 15:00 CEST jeweils ein Webcast bzw. eine Konferenzschaltung statt. Die Webcast ist über die Website von Antisoma zugänglich, die Konferenzschaltung unter der Rufnummer +44 20 8609 1435 mit Teilnehmer Pinnummber 816385#. Auf der Website von Antisoma werden anschließend Aufzeichnungen der Veranstaltungen verfügbar sein.
Highlights:
- Durch die Akquisition wird die Pipeline Antisomas durch drei wichtige Anlagegüter ergänzt, so beispielsweise mit dem derzeit in der Phase II geprüften Onkologiewirkstoff Xanafide und den US-Rechten für orales Fludarabine, ein Nischenprodukt für die Onkologie, das derzeit der FDA zur Bewilligung vorliegt.
- Die Akquisition ermöglicht es Antisoma, seine Pipeline zu diversifizieren und ganzheitlicher zu gestalten. So enthält die Pipeline nun zwei Phase-III-Wirkstoffe und einen Wirkstoff in der Zulassung sowie sieben Wirkstoffe in der klinischen Erprobungsphase.
- Die damit verknüpfte Aufbringung von 20,9 Millionen Pfund Sterling gibt dem Unternehmen nach dem Zusammenschluss eine solide finanzielle Basis mit einem Cash-Anfangsvolumen von rund 67 Millionen Pfund Sterling, das den Finanzbedarf der nächsten beiden Jahre decken sollte.
- Die neuen Anlagegüter eröffnen Möglichkeiten für den Abschluss von Lizenzvergaben, die zusammen mit möglichen Einnahmen durch Meilensteinzahlungen den finanziellen Spielraum von Antisoma über die Ergebnisse der zulassungsentscheidenden Phase-III-Lungenkrebsstudie mit seinem potenziellen Verkaufsschlager ASA404 hinaus ausdehnen sollten.
Glyn Edwards, CEO von Antisoma, sagte: "Dieses Geschäft wird große Veränderungen mit sich bringen. Aus dem Zusammenschluss von Antisoma und Xanthus geht ein Unternehmen mit genau der kritischen Masse und der durchdachten Pipeline hervor, die notwendig sind, um in der Sparte Onkologie eine Spitzenposition zu erreichen."
Richard T. Dean, PhD, CEO von Xanthus, ergänzt: "Für uns ist es eine sehr positive Sache, uns mit einem der jungen Stars in der Onkologie zusammenzutun, um ein Unternehmen zu schaffen, das über ein eindrucksvolles Portfolio an Wirkstoffkandidaten und die nötigen Ressourcen verfügt, deren Wert zu maximieren."
Die Hauptanlagegüter, die nun zum Portfolio Antisomas hinzukommen, sind:
Xanafide - Befindet sich derzeit in einer zulassungsentscheidenden Phase-III-Studie bei sekundärer akuter myeloischer Leukämie (sekundäre AML) und könnte der erste Wirkstoff sein, der eine spezielle Marktzulassung für diese Indikation erhält, für die es nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Xanafide könnte möglicherweise auch bei anderen Blutkrebsarten eingesetzt werden. Der Wirkstoff baut sich in die DNA ein (durch so genannte Interkalierung) und hat eine andere Wirkungsweise als sonstige zugelassene bzw. experimentelle Wirkstoffe. Xanafide könnte außerdem Multidrug-Resistenzmechanismen unterwandern, die die Wirksamkeit von Chemotherapien häufig limitieren. Xanafide hat in den USA und in der EU den Status eines "Orphan Drug", d. h. eines Wirkstoffes für seltene Krankheiten.
Orales Fludarabine (Vertriebsrechte für die USA) - Wird derzeit von der FDA hinsichtlich einer Marktzulassung als Zweitlinienbehandlung bei chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) geprüft und repräsentiert eine attraktive Absatzmöglichkeit als Nischenprodukt für die Onkologie; es handelt sich hierbei um die orale Formulierung des häufig angewendeten Nukleosidanalogs Fludarabine. Orales Fludarabine wird außerhalb der USA von Bayer-Schering Pharma AG vertrieben und hat potenzielle Vorteile gegenüber intravenösem Fludarabine, das 2007 in den USA für Gesamtabsatzzahlen von rund 54 Millionen USD sorgte. Orales Fludarabine bei CLL hat in den USA den Status eines "Orphan Drug" erhalten.
Flt3-Programm - Aussichtsreiche selektive Flt3-Inhibitoren für Indikationen außerhalb der Onkologie, die sich derzeit in der vorklinischen Testphase befinden. Sie eröffnen profitable Lizenzvergabemöglichkeiten, da Wirkstoffe aus diesem Programm bei einem Modell für Multiple Sklerose regenerative Effekte zeigten und sowohl bei rheumatoider Arthritis wie auch bei entzündlicher Darmerkrankung im Modell wirksam waren.
Die Unternehmensleitung ist der Ansicht, dass Xanthus aus folgenden strategischen Gründen eine hervorragende Ergänzung Antisomas darstellt:
Komplettierung der Pipeline: Da sich Xanafide und orale Fludarabine bereits in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien befinden, entsteht aus der Akquisition eine erweiterte Unternehmensgruppe mit einer erheblich ausgereifteren Pipeline, die unter anderem zwei Produkte in der Prüfphase III und ein weiteres Produkt enthält, das derzeit zur Zulassung geprüft wird. Dadurch wird das Risiko der Gruppe insgesamt gestreut bzw. verringert, und die Chancen, in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Arzneimittel auf den Markt zu bringen, steigen maßgeblich.
Kritische Masse: Durch die Ergänzung seines klinischen Portfolios durch Xanafide und orales Fludarabine erhält das Unternehmen eine kritische Masse unter gleichzeitiger Beibehaltung seines klaren Schwerpunktes auf der Entwicklung neuer Spitzenprodukte für die Onkologie. Nach der Übernahme wird Antisoma je ein Team in London und in Boston etablieren, die sich intensiv mit der Arzneimittelentwicklung beschäftigen.
Signifikante Absatzchancen: Xanafide ist ein attraktiver Produktkandidat für die Onkologie in der Prüfphase III, der sich klar von den Mitbewerberprodukten abhebt und möglicherweise als erster Wirkstoff eine spezielle Marktzulassung für die Indikation sekundäre AML erhält, für die es nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt, sowie außerdem Einsatzmöglichkeiten bei anderen Blutkrebsarten bietet, was sich positiv auf die Preisentwicklung auswirken könnte.
Risikoarme Chancen als Nischenprodukt: Orales Fludarabine repräsentiert attraktive Absatzmöglichkeiten als Nischenprodukt für die Onkologie in den USA und könnte bereits für Einnahmen sorgen, bevor andere Produkte der Gruppe auf den Markt gelangen. Das Produkt hat ein relativ flaches Risikoprofil, seit es in über 50 Ländern weltweit außerhalb der USA zugelassen und vom Lizenznehmer Bayer-Schering vertrieben wird.
Möglichkeiten zur Lizenzvergabe: Das Flt3-Programm von Xanthus ist ein viel versprechendes Anlageprodukt außerhalb der Onkologie, das möglicherweise bei Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis und entzündlichen Darmkrankheiten zum Einsatz kommen und sich in Form von Lizenzpartnerschaften als profitabel erweisen könnte.
Starke finanzielle Basis: Nach dem Einwerben von Geldern dürften sich die Finanzmittel der erweiterten Unternehmensgruppe auf rund 67 Millionen Pfund Sterling in Bargeld und Gegenwerten sowie kurzfristigen Anlagen belaufen. Der Unternehmensleitung zufolge deckt dies den Bargeldbedarf der nächsten beiden Jahre. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Einnahmen durch den Erhalt von Meilensteinzahlungen bzw. Zahlungen für Lizenzvergaben zu erweitern. Die neuen Anlagegüter in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen aus der Pipeline von Xanthus könnten überdies die Fortschritte der Gruppe in Richtung der Erzeugung von Einnahmen aus Produktverkäufen beschleunigen.
Derzeit bestehen folgende Pläne für die Weiterentwicklung der übernommenen Anlagegüter:
Antisoma will Xanafide in den USA selbst vermarkten, sucht aber nach Partnern für den Vertrieb in Europa und Japan. Antisoma wird das Design der laufenden zulassungsentscheidenden Phase-III-Studie und deren statistische Aussagekraft prüfen, bevor nähere Angaben über den zeitlichen Rahmen möglicher Zulassungsanträge gemacht werden.
Antisoma wird überprüfen, wie sich der Wert von oralem Fludarabine maximal realisieren lässt. Antisoma könnte das Arzneimittel beispielsweise selbst vertreiben, eine Vertriebspartnerschaft gründen oder den Vertrieb über den Großhandel an eine dritte Partei ausgliedern. Die Unternehmensführung geht davon aus, dass der Wirkstoff 2009 die Zulassung erhalten könnte.
Antisoma will die vorklinischen Tests im Rahmen des Flt3-Inhibitor-Programms fortführen, um optimierte Moleküle zu gewinnen, die dann für die oben erwähnten Zielindikationen weiter entwickelt werden. Das Unternehmen will so ein vorklinisches Wirkstoffpaket schnüren, das für externe Partnerschaften attraktiv ist.
Ein weiterer Wirkstoff, P2045, hat die Phase-I-Prüfung bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom abgeschlossen, und derzeit laufen die Vorbereitungen für die nächsten Entwicklungsschritte.
Die Entwicklung zweier anderer Xanthus-Produkte in der frühen onkologischen Entwicklung, Clomet und Symadex, wird vorerst eingestellt.
Die Pläne für die Entwicklung eines Wirkstoffs können sich als Folge regelmäßiger Überprüfungen des Portfolios ändern. Was die Produkte im bestehenden Portfolio Antisomas anbelangt, liegen folgende Absichten vor:
ASA404 befindet sich derzeit in der Entwicklung bei Novartis. Kürzlich wurde eine zulassungsentscheidende Phase-III-Studie bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom gestartet; Überlebensdaten aus einer Phase-II-Studie bei Prostatakarzinom werden für die zweite Hälfte diesen Jahres erwartet.
AS1411 befindet sich in einer Phase-II-Studie bei AML, wobei erste Daten noch in diesem Quartal vorliegen dürften; eine Phase-II-Studie bei Nierenkarzinom ist geplant und dürfte bereits Ende 2008 und nicht erst 2009 starten; die Pläne für eine dritte Indikation sind nun auf den Zeitraum unmittelbar nach der Akquisition verschoben.
AS1402 beginnt noch in diesem Jahr eine Phase-II-Erprobung bei Brustkrebs.
AS1409 befindet sich in einer Phase-I-Studie bei Nierenkrebs und Melanom.
Einzelheiten über die Transaktion
Zur Übernahme des gesamten ausgegebenen Anteilskapitals von Xanthus gibt Antisoma an die Anteilseigner von Xanthus insgesamt 97,3 Millionen neue Stammaktien aus dem Stammkapital von Antisoma aus, wenn das Abschlussdatum spätestens auf den 16. Juni 2008 fällt, oder insgesamt 99,3 Millionen neue Stammaktien aus dem Stammkapital von Antisoma, wenn das Abschlussdatum auf den 17. Juni 2008 oder einen späteren Termin fällt. Dies entspricht rund 22% des umlaufenden Stammkapitals von Antisoma. Wenn sich die konsolidierten Passivposten in der Bilanz von Xanthus bei Abschluss der Transaktion auf mehr als 4,2 Mio USD netto Kasse belaufen, ist Antisoma berechtigt, den zahlbaren Gegenwert um den Wert dieses Mehrbetrags zu verringern. Das Unternehmen hält bis zu 10% des fälligen Gesamtbetrags für einen Zeitraum von 18 Monaten nach dem Abschlussdatum der Transaktion zurück, vorbehaltlich Abzügen auf Basis von Entschädigungsansprüchen seitens Antisoma oder aus anderen Gründen nach den Bedingungen der Übernahmevereinbarung. Ausgehend von dem Stückpreis der Antisoma-Aktie bei Börsenschluss am 15. Mai 2008 von 27,5 Pence wird Xanthus auf einen Wert von 26,8 Millionen Pfund Sterling bzw. rund 52,2 Millionen USD geschätzt. Der Vertragsabschluss enthält die Bedingung, dass die Anteilseigner von Xanthus damit einverstanden sind, die neuen Stammaktien, die sie als Gegenleistung für den fälligen Betrag erhalten, für einen Zeitraum von einem Jahr ab dem Datum des Vertragsabschlusses nicht veräußern, vorbehaltlich bestimmten Ausnahmen. Der Vertragsabschluss soll im Zeitraum um den 10. Juni 2008 erfolgen.
Die Maßnahmen zur Einwerbung von Geldmitteln im Rahmen der Transaktion umfassen die Emission von 51,9 Millionen neuer Stammanteile an dem Unternehmen an neue und bestehende Investoren Antisomas (die "Emission") und die Zeichnung von 28,5 neuen Stammaktien an Antisoma durch bestehende Xanthus-Investoren zu einem Stückpreis von 26.0p, was einem Abschlag von 5,5% gegenüber dem durchschnittlichen Börsen-Stückpreis der Antisoma-Stammaktie am Tag vor dieser Meldung entspricht. Die neuen im Rahmen der Finanzierungsrunde auszugebenden Aktien repräsentieren 18,0% der Anzahl der bereits umlaufenden Stammaktien Antisomas vor dieser Meldung. Emissionsbank bei dieser Emission ist Piper Jaffray, die auch als Berater von Antisoma bei dieser Transaktion tätig sind. Es wird davon ausgegangen, dass diese neuen stammaktien, die als gleichrangig (pari-passu) zu den bestehenden stammaktien eingestuft werden, im Zeitraum ab dem 10 Juni 2008 gehandelt werden.
Generalversammlung
Die Übernahme von Xanthus und die damit verbundene Finanzierungsrunde sind vorbehaltlich der Genehmigung der Übernahme seitens der Anteilseigner von Antisoma auf der Generalversammlung, die im Zeitraum um den 9. Juni 2008 stattfinden soll. Der Vorstand Antisomas empfiehlt den Aktionären, die Akquisition und die Finanzierung zu unterstützen. Ein Prospekt in Verbindung mit der Akquisition und der Finanzierung mit einer Ankündigung der Generalversammlung wurde heute an die Aktionäre verschickt. In den Geschäftsräumen Antisomas in Chiswick Park Building 5, 566 Chiswick High Road, London W4 5YF und in den Geschäftsräumen von Piper Jaffray in One South Place, London EC2M 2RB, liegen Kopien zur Einsichtnahme aus. Auf der Generalversammlung erfolgt außerdem eine Abstimmung zur Wiederherstellung der Möglichkeit Antisomas zur Emission neuer Aktien und zur Emission neuer Aktien gegen Bar im Rahmen einer Befreiung von Vorkaufsrechten, insofern als diese beiden Vollmachten prozentual gesehen ähnlich sind wie die vor der Akquisition und der Finanzierung bestehenden. Das Direktorium ist der Ansicht, dass diese Vollmachten die erforderliche Flexibilität verliehen, neue Chancen zur Erweiterung des Unternehmens auszuloten.



