(openPR) Getreidepreise auf höchstem Stand seit 40 Jahren – gleichzeitig sinkt Getreidebestand weiter
Bonn, 9. Mai 2008 – „Der Getreidemarkt ist von einem in den letzten 40 Jahren nicht gekannten Preisanstieg gekennzeichnet“, berichtet Manfred Weizbauer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen e. V. (VDM) anlässlich des Deutschen Mühlentages 2008 am Pfingstmontag (12. Mai).
Der Weizenpreis zum Beispiel kletterte von 160 €/t im Juni 2007 auf 250 €/t im Mai 2008, mit Spitzen bis zu 300 €/t im September 2007. Derzeit sind die weltweiten Getreidebestände auf dem niedrigsten Niveau seit 30 Jahren – bei einer seither um zwei Milliarden Menschen gewachsenen Weltbevölkerung.
Die Getreideernten der letzten Jahre fielen unterdurchschnittlich aus, so wurde 2007 in Deutschland mit 40,6 Mio. t noch einmal 6,5 Prozent weniger Getreide eingefahren als im ohnehin schon schlechten Erntejahr 2006. Gleichzeitig sorgen die geänderten Ernährungsgewohnheiten vor allem in China und Indien für weiteren Nachfragedruck. China beispielsweise will 2008 die Einfuhren von Getreide und anderen Agrarprodukten weiter erhöhen. Die Bundesregierung geht von einer Zunahme des weltweiten Lebensmittelbedarfs um 60 Prozent bis zum Jahr 2030 aus.
Bei angespannter Marktlage sorgt die Agroenergie für eine neue Nachfrage, bereits kleine zusätzliche Mengen lassen die ohnehin enge Versorgungsbilanz kippen. „Erst langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Subventionierung von Agrokraftstoffen nicht nur teuer ist, sondern bei ganzheitlicher Betrachtung auch eine negative Umweltbilanz aufweist. Von den ethischen Fragen der Hungerbekämpfung ganz zu schweigen“, macht Weizbauer deutlich. Für 2008 geht der VDM von einer Getreideernte in Deutschland in Höhe von 44 bis 45 Mio. t aus.
Gleichzeitig bringen die steigenden Preise für Nahrungsmittel den Verbrauchern ins Bewusstsein, dass Lebensmittel einen hohen Wert haben und nicht unbegrenzt zu Niedrigpreisen verfügbar sind. Mahlprodukte etwa sind Grundlage für eines der wichtigsten Nahrungsmittel: Brot. Aber beispielsweise auch in Soßen, Suppen, Süßwaren, Fertiggerichten oder Babynahrung ist Mehl enthalten. Durchschnittlich 73,5 kg Mahlerzeugnisse konsumiert der deutsche Verbraucher jährlich. Die Mühlen sichern mit hohen technischen Standards bei Herstellung und Kontrolle die Lebensmittelsicherheit und Qualität ihrer Erzeugnisse. Getreide wird im Rahmen des Europäischen Getreidemonitorings, einer Kontrollinstanz der Agrarwirtschaft, kontinuierlich überprüft.











